Philip und ich haben auch nach über einem halben Jahr in Botswana noch keine Haustiere. Das ist ungewöhnlich - die meisten Expats haben mindestens einen Hund, schon aus Sicherheitsaspekten. Wir konnten uns bislang noch nicht dazu durchringen - zum einen wegen meiner Tierhaarallergie, zum anderen, weil wir ja doch auch gerne viel reisen und dann jemand bräuchten, der das Tier versorgt (mal ganz abgesehen davon, dass wir irgendwann nach Deutschland zurückkehren werden und dann vermutlich nicht mehr in einem hundegerechten Einfamilienhaus mit Garten wohnen ...). Andere Deutsche haben extra eine Hausangestellte bei sich wohnen, die sich während ihrer Abwesenheit dann um die Tiere kümmert - und Hund UND Maid sind natürlich wirklich ein Schutz vor Einbrechern, so ist ein Grundstück ja ständig bewohnt.
Aber wie gesagt - wir sind nach wie vor ein hundeloser Haushalt. Es kursieren auch immer mal wieder Geschichten über von Einbrüchen traumatisierte Hunde bzw. über welche, die von Einbrechern mit Fleisch bestochen wurden - hundertprozentige Sicherheit gibt es eben nie.
Vermutlich gerade wegen unseres hundelosen Gartens (was in dieser Gegend
Gaborones selten ist), stromert öfters eine Katze um unser Haus. Wir
wissen nicht, ob sie irgendwohin gehört und sie ist relativ scheu. Sie
ist die einzige Katze, die ich hier je gesehen habe - um so größer war
die Überraschung vor zwei Wochen, als sie mit zwei Jungen neben einem
unserer Regentanks lag! Die Kleinen waren schon etwas größer - ca. sieben bis zwölf Wochen alt? - und spielten, während die Mutter da lag und uns im
Auge behielt. Irgendwann verschwanden sie, erschienen aber ein paar Tage
später unter einem Busch wieder und vor ein paar Tagen tauchten sie
nochmal unverhofft neben dem Regentank auf.
Ich stellte ihnen ein Glasschälchen mit Milch hin, was die Mutter sofort austrank, nachdem ich mich zurückgezogen hatte. Leider habe ich erst danach ergoogelt, dass man Katzen wegen ihrer häufigen Laktoseintoleranz keine Kuhmilch geben sollte - und dass generell davon abgeraten wird, fremde Katzen zu füttern. Na ja, dann war das eine einmalige Aktion - beschloss ich, wurde aber 24 Stunden später bereits rückfällig.
Da saß ich nämlich im Wohnzimmer und wunderte mich. Es klang ein bisschen, als wäre der Alarm unseres Elektrozauns losgegangen. Nur leiser. Und etwas melodischer. Ein Vogel, der sich auf die Imitation von Elektrozäunen und Alarmanlagen spezialisiert hatte? Ich guckte vor die Haustür. Und sah die Bescherung.
In einem großen Beet direkt vor unserem Haus dominiert ein stacheliger,
rotblühender Christusdorn. Und an einem seiner Dornenzweige hat vor ein paar Wochen ein Vogelpärchen ein Nest gebaut.
Schon als ich es entdeckte, zweifelte ich, ob das in ca. 50 cm Höhe so eine gute Idee von den Vögeln war - aber andererseits ist der Christusdorn ja ein ziemlich dorniges Gewächs und das würde die Katze hoffentlich fernhalten. Und das hatte es, glaube ich, auch - bis heute. Da lag sie nämlich mit ihren Jungen direkt in diesem Dornenbeet. Und auf einem Baum saßen Mutter und Vater Vogel und schimpften sich die Seele aus den kleinen Leibern. Beide haben lange, gebogene Schnäbel und sind ziemlich winzig - sie erinnern an Kolibris.
Die Katze haben sie auf jeden Fall nicht beeindruckt. Ich versuchte halbherzig, zu helfen und die Katzen wegzuscheuchen, was aber nur zur Folge hatte, dass die kleinen Kätzchen ohne Rücksicht auf Verluste panisch in die Dornen sprangen, während die Mutter liegenblieb und mich strafend anfauchte. Wahrscheinlich hatte sie von der gestrigen Milch auch noch Durchfall bekommen und war eh nicht gut auf mich zu sprechen. Ich bekam auf jeden Fall ein schlechtes Gewissen und versuchte nicht nachdrücklicher, sie zu verjagen - falls sie es auf das Vogelnest abgesehen haben sollte, würde ich den Vögeln auf Dauer eh nicht helfen können.
In der Hoffnung, sie wegzulocken, stellte ich ihr noch einmal ein Schälchen mit Milch hin (aus Mangel an Ideen, was man Katzen sonst hinstellen könnte). Sie trank es aus und zog sich danach mit ihren Kindern tiefer in den Christusdorn zurück, soviel zu meinem Ablenkungsmanöver ... Allerdings zeigten alle drei Katzen keinerlei Interesse an dem Nest. Mutter und Vater Vogel ließen sich nur noch abwechselnd blicken und schienen inzwischen auch etwas müde zu sein, auf jeden Fall schimpften sie nicht mehr durchgängig in Elektrozaun-Frequenz. Ich guckte nur noch ab und zu aus dem Küchenfenster. Im Schutz der Dunkelheit sind die Katzen schließlich verschwunden und bisher nicht wieder aufgetaucht.
Dafür, dass wir keine Haustiere haben, ist in unserem Garten auf jeden Fall ganz schön was los!
Hi, wenn du deine Katze weiter mit Milch versorgen möchtest, kannst du ohne bedenken ihr laktosefreie Milch geben. Bei normaler Milch solltest du Wasser mit einem Schuss Milch geben (kannst du bei der anderen natürlich auch machen).
AntwortenLöschenViel Spaß mit euren neuen Haustieren
Danke! Das ist ja gut zu wissen! Keine Ahnung, ob man hier überhaupt laktosefreie Milch bekommt, aber Wasser mit einem Schuss normaler Milch ist natürlich gar kein Problem ... liebe Grüße!
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