Mittwoch, 16. November 2016

Ausflug nach Simbabwe

Mit was verbringt man einen Urlaub in Botswana? Mit Safaris! So spektakulär und immer wieder anders diese auch sind, war es doch eine schöne Abwechslung, am vorletzten Wochenende außer Tieren auch mal Wasserfälle zu besichtigen ... wobei wir dafür zugegebenermaßen in ein Nachbarland fahren mussten. Wir haben nämlich die Victoriafälle besucht und dafür vom botswanischen Städtchen Kasane (ganz im Nordosten des Landes) einen Tagesausflug nach Simbabwe gemacht.

Die Victoriafälle sind gemessen an Höhe und Breite der größte Wasservorhang der Erde - im Frühjahr, zum Ende der Regenzeit hin, wenn der Sambesi Fluss viel, viel Wasser führt. Nun im November fließt vergleichsweise wenig Wasser die Fälle hinab - die Regenzeit beginnt zwar gerade, aber noch lässt das Regenwasser den in den letzten Monaten immer schmaler gewordenen Fluss nicht anschwellen. Die Wasserfälle büßen so ordentlich an Breite sein. Sie sehen aber immer noch sehr beeindruckend aus und man kann sie gut sehen - letzteres ist bei den großen Wassermengen im Frühjahr wohl schwierig, da man vor lauter Gischt die Fälle kaum erkennen kann.

Bevor wir aber im gleichnamigen simbabwischen Örtchen "Victoria Falls" ankamen, mussten wir erst einmal die simbabwische Grenze passieren. Das Reisebüro meines Vertrauens hatte diesen Tagesausflug für uns bei einem Veranstalter gebucht, der meine Eltern, Philip, mich und dann noch ein dänisches Ehepaar mit einem Minibus in Kasane aufsammelte und zur Grenze fuhr. Dort hatten wir Glück: Man kann da wohl locker eineinhalb Stunden verbringen, aber es waren an diesem frühen Morgen noch nicht so viele Touristen da. Dennoch dauerte vor allem die Einreise nach Simbabwe lange, es wurde sich sehr genau mit den Pässen beschäftigt, sie wurden noch an einen Kollegen gegeben, der woanders saß und allein bis dieser mit unseren vier gestempelten und mit Visa beklebten Ausweisen wiederkam, dauerte es doch einige Zeit. Und kostete 120 US-Dollar - pro Person zahlt man 30 Dollar für ein Touristenvisum für Simbabwe. Der US-Dollar ist offizielles Zahlungsmittel, nachdem die eigene Landeswährung Zimbabwe-Dollar 2009 endgültig der Hyperinflation zum Opfer gefallen ist. Nun versuchen Straßenhändler, die Scheine dieser Währung als Souvenir an die Touristen zu bringen: "100 billions of this crazy currency for just 1 US-Dollar!"

Auf simbabwischer Seite begann dafür gleich die Safari - bis zum Städtchen Vic Falls fährt man eine eintönige, schnurgrade Straße entlang. Links und rechts ist Busch, und von Truthahn-ähnlichen Vögeln bis hin zu Elefanten ließ sich da immer wieder etwas entdecken.

In Vic Falls zahlt man schließlich nochmal Eintritt, um den Regenwald besuchen zu dürfen - und von diesem aus hat man dann spektakuläre Blicke auf die Victoriafälle, inklusive (um diese Jahreszeit nur) kleineren Gischtduschen, Schatten und exotischen Pflanzen und Vögeln. Hier der erste Blick auf die Fälle:


Es war ein wunderschöner Spaziergang mit gigantischer Sicht! Nachdem ich gerade auf Wikipedia gelesen habe, dass Simbabwe die Errichtung eines 300 Millionen Dollar teuren Vergnügungparks rund um die Fälle plant, um noch mehr Besucher anzulocken, stellt sich die Frage, wie lange noch ... aber noch ist davon nichts zu sehen.


Aus deutscher Sicht bemerkenswert war, dass man an einigen Stellen problemlos bis zur Abbruchkante laufen konnte ... woanders undenkbar! Hier warnten Schilder, dass es rutschig sein sollte, aber wenn man runterfällt, ist es offensichtlich eigenes Pech. Hier nochmal  der Abschnitt der Fälle ohne Wasser:


Nach einem lokalen Mittagessen (Impala-Frikadellen und Zebra-Burger - in Botswana fände man das wegen des generellen Jagdverbots auf keiner Speisekarte) und dem Besuch eines Marktes machten wir schließlich noch einen Abstecher ins altehrwürdige Victoria Falls Hotel. Erbaut Anfang des 20. Jahrhunderts und u.a. Flitterwochenziel von Elizabeth Taylor und Richard Burton bietet es einen traumhaften Blick auf die Victoria Falls Bridge.


Voll mit Eindrücken setzten wir uns schließlich wieder in den kleinen weißen Minibus und wurden nach Hause gefahren.Dankenswerterweise machte er erst auf den allerletzten Metern zu unserem Hotel schlapp, so dass wir Simbabwe wie geplant verlassen konnten. Schön war's!

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