Zum Abschluss des Botswana-Besuchs meiner Eltern wollten wir noch einmal auf Safari gehen. Und nachdem Philip und ich schon einmal im Juli einen schönen Tag in Madikwe verbracht hatten, was zwar schon in Südafrika, aber nur 40 km von Gaborone entfernt liegt, buchte ich uns da - günstig Last-minute - in einer Lodge ein. Da Philip bereits auf Dienstreise in Deutschland war, machten wir uns zu dritt auf den Weg und ich fuhr diese Strecke erstmals selbst. Der Grenzübertritt, für den Philip und ich letztes Mal über eine Stunde gebraucht hatten, ging diesmal ganz fix - Sonntagmorgen war an der botswanisch-südafrikanischen Grenze einfach kaum was los und dann hatten die Grenzbeamten auch noch gute Laune. Was will man mehr!
Bereits 10 km nach der Grenze ist schon das erste Tor zum Nationalpark Madikwe. Die Wärterin erklärte uns den Weg zu unserer Lodge, die ganze 7,5 km im teilweise hügeligen Nationalpark lag. Ich bereute kurz, dass ich mich gegen den großen Schluckspecht mit seinem Allrad-Antrieb und für mein kleines blaues Autochen entschieden hatte, aber die Dame von der Lodge hatte mir im Vorfeld gesagt, ich käme mit einem normalen Auto problemlos dorthin, und so war es dann auch. Auf den ungeteerten Straßen brauchte ich für die kurze Strecke zwar gute 20 bis 30 Minuten, aber wir sahen immerhin schon Zebras und begannen so bereits mit der Safari.
In der Buffalo Ridge Safari Lodge hieß es dann erst einmal relaxen - wir bezogen unser Chalet, aßen zu Mittag und um 16 Uhr startete dann der erste Game Drive. Hier kamen wir ganz dicht an zwei Löwen heran, die - einer von ihnen japsend - an einem Wasserloch herumlagen und laut unserem Safari Guide mit der Verdauung eines Büffels beschäftigt waren. Ein noch größeres Highlight war für mich jedoch ein Breitmaulnashorn am Wasserloch - außerhalb des Khama Rhino Sanctuary hatte ich noch in keinem Safarigebiet ein Nashorn so nah und gut gesehen!
Die für mich zweittollsten Tiere war weitaus kleiner, haben mich aber trotzdem schwer beeindruckt: Zwei "Heilige Pillendreher" (die heißen wirklich so!) mühten sich mit einer Mistkugel ab, die um einiges größer war als sie selbst.
Nach einem Sundowner ging es zur Lodge zurück, wo es ein extrem feines Abendessen gab. Danach gingen wir bald ins Bett - die Morgensafari sollte um 6 Uhr starten. Hier sahen wir zwar keine weiteren Raubkatzen, aber neben einer Giraffe mit Jungem viele Elefanten, Zebras, Gnus, zwei Oryx-Antilopen und einen Schakal. Die eigentliche Safari-Überraschung erwartete uns jedoch bei der Rückkehr zu unserem Chalet: Auf der Veranda stand eine kleine Antilope, ein Kirk-Dikdik.
Zwei weitere saßen bzw. fraßen unterhalb der Veranda und ließen sich durch uns nicht stören. Manchmal muss man gar nicht in ein Safariauto steigen, um was zu sehen ... als ich nach dem Frühstück wiederkam, waren die Kirk-Dikdiks immer noch da und leckten fröhlich die Verandatüren von außen ab.
Zeltaußenwände ableckende Löwen haben wir hier zwar immer noch nicht erlebt, aber Terassentür-ableckende Antilopen sind mir auch lieber ...
Und dann setzten wir uns auch schon wieder ins Auto - nach der großen Überraschung, dass drei Lodge-Angestellte es tatsächlich vor der Abfahrt noch geputzt hatten! Ich war ganz gerührt, auf der anderen Seite kam mir das Ganze wie vergebene Liebesmüh vor, nachdem wir ja erstmal 7,5 km Staubstraße vor uns hatten ... aber insgesamt ist das Auto doch noch einigermaßen sauber wieder in Gaborone angekommen. Bis hoffentlich bald mal wieder, Madikwe!
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