Es war ein schönes Gefühl, schon in Deutschland zu wissen, wo wir hier in Botswana wohnen würden - zumindest für mich, der ich das Haus ja gesehen und ausgesucht hatte, denn Walli kennt das Haus ja bisher nur von Bildern. Klar, dass ich daher auch so schnell wie möglich einziehen wollte.
Am Dienstag unterzeichnete ich (nachträglich) den Mietvertrag und bekam die Schlüssel ausgehändigt, die Vermieter wollten noch ein paar letzte Sachen am Haus machen (lassen), und für Samstag verabredeten wir uns für eine detailliertere Übergabe (also zu dem Zeitpunkt, an dem ich dann wirklich einziehen würde).
Unter der Woche - nach meinen Shopping-Erkundungstouren für Bett und Kühlschrank - schaute ich schon zweimal abends vorbei, um das Haus noch etwas besser kennenzulernen. Am Samstag um 10 Uhr war es dann soweit, die eigentliche Übergabe stand "ins Haus". Aus dem Hotel hatte ich bereits ausgecheckt, die beiden Koffer des Fluggepäcks und die Handgepäckstücke waren gepackt und im Auto verstaut, zusätzlich der Koffer, den ich im Januar schon mitgenommen hatte und im Büro gelagert hatte.
Was dann folgte, war für mich nicht ganz berechenbar gewesen: Die Hausübergabe dauerte dreieinhalb Stunden. Und nein, ich habe keine "Smart Home" angemietet, das so voll digitaler Steuerungstechnik steckt, dass die Übergabe etwas länger dauern könnte.
Los ging's mit der Übergabe der Schlüssel. Meine Vermieter sind "halb Deutsch", sagen sie (ihre Mutter ist Deutsche, der Vater wohl Schwede). Und so definieren sie sich auch. Mattias kam stolz mit einer ausgedruckten Excel-Liste mit Übersicht über die Schlüssel. Jeder Schlüssel war numeriert, die Liste vermerkte, ob der Schlüssel im jeweiligen Schloss steckte oder sonst wo lag. Zusätzlich gab es drei (beschriftete) Marmeladengläser mit Ersatzschlüsseln - alle numeriert und in der Liste aufgeführt). 39 Schlösser gibt es im Haus, dazu jeweils 0 bis 1 Schlüssel und 0 bis 6 Ersatzschlüssel. Wir probierten sie alle aus. (Papa, liest Du das? Wäre das nicht auch ein tolles System für die blaue Schlüssel-Schachtel?)
Weiter ging's mit der Alarmanlage. Ja, unser Haus hat eine Alarmanlage (und nicht nur eine, um genau zu sein, aber so weit gehe ich jetzt mal hier nicht ins Detail, ich will den Blogeintrag ja auch noch irgendwann fertigstellen). Die Alarmanlage wurde mir gezeigt, wir probierten sie aus - und stellten fest, dass es mindestens einen Fehler gab. Also wurde die Sicherheitsfirma gerufen, die auch innerhalb einer halben Stunde mit Technikpersonal kam und alles in Ordnung brachte. Währenddessen zeigte Mattias mir schon einmal die Wasserversorgung. Aus dem öffentlichen Leitungsnetz kam gerade kaum Wasser. Ein schöner Demonstrationseffekt, denn so wurde mir gleich gezeigt, wie ich die Wasserversorgung auf den Wassertank umstellen kann, der über das Leitungsnetz aufgefüllt wird. Der Wassertank ist derzeit dankenswerter Weise recht voll. Weiter ging's zum nächsten Wassertank, der das Regenwasser sammelt und für die Gartenbewässerung genutzt wird. Dank der Regenfälle der letzten Woche gerade auch voll. Dann gibt es noch zwei weitere Wassertanks und auch unterirdisch weitere Wasserspeicher, die alle auch teils durch Regenwasser, teils durch Abwasser aus dem Haus gespeist werden - und wie war das noch mal mit denen? Wofür werden die genutzt? Die Wasserpumpe am ersten Tank ist neu und bringt das Wasser gerade mit etwas zu viel Druck in die Leitung, also bastelten wir (nein, nicht wir, er) daran herum, bis der Druck etwas schwächer wurde (aber noch immer stark genug). Weiter ging's zum Pool (hatte ich von dem schon geschrieben?). Auch der wurde mir erklärt. Nicht ganz einfach, den Pool sauber zu halten - doch davon vielleicht ein anderes Mal.
Wir fanden Telefon- und Fernsehanschluss - doch gab es tatsächlich noch die Satellitenschüssel zum Fernsehanschluss? Einmal ums Haus gehen, und das Thema war auch geklärt: Ja.
Dazwischen noch Anweisungen für die Gartenpflege und viele weitere Informationen.
Wenn ich mir nur die Hälfte all dessen gemerkt habe, was mir gesagt wurde, dann war ich schon ganz gut, fand' ich. Nein, ein "smart home" ist es nicht, in dem Rolländen, Licht, Heizung und alles weitere digital gesteuert werden können; hier ist noch einiges an manuellen Handgriffen gefordert. Die bisherigen Mieter seien handwerklich nicht so begabt gewesen, wurde mir gesagt - mal schauen, was die Vermieter dann in einiger Zeit über uns sagen werden...
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