Dienstag, 5. März 2019

Abschied im Gartenbaumarkt

Neben der privaten Abschiedsparty, von der Walli bereits berichtete, hatte ich auch eine offizielle Abschiedsparty. Die machte ich gemeinsam mit meinem Chef. Wir hatten ein gutes Verhältnis (u.a. machten wir gemeinsame Campingtouren, z.B. nach Kubu Island, in den Moremi Nationalpark/Okavango Delta, in den Mabuasehube Nationalpark), und da er nur ca. zwei Wochen nach mir das Land verlassen wird - Richtung Irak - dachten wir, dass es eine gute Idee sei, gemeinsam einen offiziellen Abschied zu feiern. 
Als Ort für die Feier wählten wir einen Gartenbaumarkt. Sanitas ist eine Oase in Gaborone und hat neben dem Gartenbaumarktsortiment auch ein schönes Café sowie zwei Konferenzräume. Letztere haben wir auch häufig für GIZ-Tagungen gebucht. Die Eigentümer von Sanitas waren zufälligerweise auch Wallis und meine Vermieter - Gaborone ist eben doch ein Dorf.

Mein Chef und ich mieteten also die Konferenzräume des Gartenbaumarktes mit umliegenden Außenanlagen und Bar, dann ging es an einem Donnerstagabend gegen 18 Uhr los. Walli hatte am Nachmittag dieses Tages die Verladung unseres Hausstands beaufsichtigt und kam von zu Hause zur Feier, während ich direkt aus dem Büro dorthin fuhr.
Neben GIZ-Mitarbeiter/innen waren auch Botschaftsmitarbeiter/innen, Partner von SADC und vereinzelt der botsuanischen Regierung, sowie von der EU-Delegation eingeladen. 
Besonders geehrt fühlten mein Chef und ich uns, dass von SADC die höchste Leitungsebene zur Abschiedsfeier kam. Nach einer Rede des deutschen Botschafters auf meinen Chef bekam auch ich eine Rede, von meinem Chef: Neben den Projekterfolgen würdigte er auch, dass ich das Thema der regionalen Integration in mein privates Leben mitgenommen hätte, so wären Walli und ich ja wohl unzählige Kilometer grenzüberschreitend in Urlaube gefahren. 


Walli und ich durften (es fühlte sich eher an wie "mussten") außerdem am Ehrentisch Platz nehmen, an dem neben den zu Verabschiedenden auch weitere Ehrengäste saßen. Ich hätte mir meine Abschiedsfeier in diesem Punkt auch etwas ungezwungener vorstellen können, aber in dieser Sache hat man wohl nicht immer die Wahl. 
Für meinen Chef hatten alle Projekte kurze Abschiedsvideos produziert, die gezeigt wurden, auch sein Vorgesetzter in Deutschland hatte einen Video-Gruß geschickt. Aus meinem Team gab es zwei weitere Reden auf mich, und ich bekam schließlich noch ein Gemälde eines Baobab-Baums im Sonnenuntergang überreicht. Etwas kitschig ist es schon, mal schauen, ob es in unserer Wohnung schließlich einen Platz finden wird. Aber immerhin: Kunst aus Botswana - das haben wir sonst fast nie wahrgenommen. 


Für uns vorbereitet war auch ein Kuchen mit der Aufschrift "Auf Wider Sehen" - im Stile einer Hochzeitstorte durften mein Chef und ich diesen schließlich anschneiden. Damit wir uns nicht einigen mussten, wer das Messer führt, ließ ich ihm den Vortritt und machte schließlich noch einen separaten Schnitt neben seinem. 


Nachdem alle Reden gehalten waren und die Ehrengäste sich verabschiedet hatten, wurde es noch ein schöner, entspannter Abend. Einige unserer Freunde und meiner Kollegen waren gekommen, und für uns war zu diesem Zeitpunkt der Großteil des Umzugs bereits in trockenen Tüchern - so ganz langsam setzte die Entspannung ein.


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