Donnerstag, 27. September 2018

Bierfest statt Buchfest

In Gaborone fand dieses Jahr erstmals ein Buchfestival statt! Wie toll ist das denn, in einer Stadt, in der gerade der einzige, noch dazu recht kleine Buchladen geschlossen hat. Klar, dass passionierte Buchblogger dort hingehen müssen!

Oder? Na ja, es gab am gleichen Tag auch eine Konkurrenzveranstaltung, von der wir - leider? - bereits vor dem Buchfestival erfahren hatten, denn die deutsche Botschaft machte ordentlich Werbung dafür und behauptete auch gefühlt wochenlang, die Tickets wären bereits fast ausverkauft ... Erstmalig fand am vergangenen Samstag ein Bierfest statt, und zwar auf dem Gelände des Golfclubs, wohin die deutsche Botschaft dieses Jahr auch schon für die (wenigen) deutschen WM-Spiele zum Public Viewing eingeladen hatte. Nachdem wir letztes Jahr schon das größte Oktoberfest Afrikas in Windhoek besucht hatten, zog es uns also dieses Jahr zum größten Oktoberfest Gaborones (ein weiteres ist uns hier allerdings auch nicht bekannt), schlicht Bierfest genannt. Immerhin startete das hiesige Bierfest am gleichen Tag wie das Münchner Original. Über Freunde an der Botschaft kauften wir sündhaft teure Tickets - tatsächlich stellten wir erst am Tag vor der Veranstaltung fest, dass für uns die doppelt so teuren VIP-Tickets besorgt worden waren. Man gönnt sich ja sonst nichts. Leider konnten wir uns nicht VIP-mäßig anziehen, da uns doch tatsächlich Dirndl und Lederhose fehlten. Bei anderen Familien kamen jeweils Vater-Söhne und Mutter-Töchter im jeweiligen Einheitslook mit gleichen Hemden zur Lederhose bzw. gleichem Dirndl. Für den nächsten Auslandsaufenthalt sollten wir uns wohl besser vorbereiten. Über die Dirndl- und Lederhosendichte der Besucher waren wir doch überrascht, umso mehr, als wir viele der Besucher gar nicht kannten (und so vermuteten, dass nicht nur Deutsche die bayerische Traditionskleidung trugen). Zwei Besucher kamen sogar mit Robin Hood-Kappen inklusiver langer Federn und einigen reichte es auch, sich einen Bierkrug aus Schaumstoff auf den Kopf zu setzen.



Das Bierfest an sich war, nun ja, nicht sonderlich spektakulär. Auffällig war, dass man am Eingang wählen konnte, ob man ein Weinglas oder ein Bierglas haben wollte. Wir entschieden uns für Weingläser. Der Wein war jedoch ungekühlt und in der Sonne gelagert; auf den wohl sehr süßen warmen Weißwein verzichteten wir, aber auch der Rotwein war deutlich über Genusstemperatur. Wer kommt eigentlich auf die Idee, auf einem Bierfest Wein zu konsumieren? An Bieren gab es eine größere Auswahl als an Weinen, Craft Bier wurde ebenso angeboten wie "Kölsch-like Beer". Und zum Essen gab es neben Leberkäse auch Weißwürste, Brezeln und Sauerkraut - eben fast alles, was man sich bei einem Bierfest so vorstellen kann (oder auch nicht).


Die Musik - glücklicherweise nicht die klassische Oktoberfestmusik - war etwas laut; zumindest, wenn man sein Gegenüber noch verstehen wollte. Ein Spaziergang über die Greens des Golfplatzes war leider nicht vorgesehen. So unterhielten wir uns, so gut es ging, an unserem VIP-Tisch mit Freunden und Bekannten, bis wir schließlich beschlossen, wieder nach Hause zu fahren.


Mal schauen, welches Oktoberfest wir nächstes Jahr besuchen! (Oder wird es statt einem Bierfest doch die Frankfurter Buchmesse? Anmerkung Walli: Auf jeden Fall!!!)

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