Mittwoch, 11. Oktober 2017

Wüste, Berge und Meer

Nach einer Konferenz in Windhoek, an der ich aktiv teilnahm, konnten Walli und ich noch etwas Namibia entdecken (Walli schrieb hier schon zu unseren Camping-Erfahrungen im neuen Dachzelt). Bzw. wenn ich ehrlich bin, dann entdeckte ich und Walli zeigte mir Namibia, denn für sie war es ja bereits der dritte Namibia-Aufenthalt in diesem Jahr, für mich der erste überhaupt. Auch wenn wir grundsätzlich Ziele ansteuerten, die sie bereits kannte, gab es auch für sie noch genug Neues.

Zunächst einmal muss ich sagen, dass (auch) ich ganz fasziniert bin von der Vielfalt der Landschaften Namibias. Kurz nach der Grenze zwischen Botswana und Namibia wird der Trans-Kalahari-Highway abwechslungsreich: Die Vegetation wird leicht üppiger, die Straße führt über Hügel und durch kleinere Täler, in der Entfernung sind Berge zu sehen - ein fast typisches Landschaftsbild, das uns auch auf unseren weiteren Touren durch Namibia begleitete. Im Vergleich zu Botswana sind zwar offenbar weniger Straßen asphaltiert, die restlichen sind als (major/minor) Staubstraßen aber in einem guten Zustand und lassen Geschwindigkeiten von 80 km/h zu, so dass man trotz großer Entfernungen einigermaßen voran kommt.

Unser erstes Ziel war der Sesriem Nationalpark mit dem Soussousvlei: rotsandige Dünen im Landesinneren, die allein schon sehenswert sind. Im bekanntesten Dünental liegt weißer Sand, dazu ein paar 600 Jahre alte verdorrte Baumstämme. So hat man den Kontrast zwischen blauem Himmel, roten Dünen, weißem Sand und schwarzen Baumstämmen - sehr faszinierend.
Nachdem wir uns umgeschaut hatten, erklommen wir - in der Mittagshitze - eine Düne, von der aus wir einen tollen Blick auf besagtes Dünental und die Umgebung hatten. Wenn wir an dem Tag nicht noch hätten weiterfahren wollen, wären wir gerne noch länger geblieben.




Die Weiterfahrt führte uns durch Teile der Namib-Wüste. Auch hier zeigte sich die Landschaft abwechslungsreich: In der Entfernung immer wieder Berge, farbliche Kontraste zwischen Himmel, Bergen und Boden.


Nach einer Übernachtung gönnten wir uns einen Umweg von 200 km und fuhren durch die Berge, zwei bis drei Bergpässe inklusive mit entsprechend tollen Ausblicken.


Einen weiteren Pass und eine längere Fahrt durch die Wüste später kamen wir in Swakopmund an (gefühlt schon Wallis zweite Heimat?). Wir passten beim Parken unseres Autos auf (wir wollten ja nicht Fensterlos durch Swakopmund irren) und Walli zeigte mir die Stadt. Wir spazierten plötzlich am Meer entlang! Innerhalb eines Tages kamen wir so an Wüste, Bergen und Meer vorbei - fast etwas überwältigend. Schwarzwälder Kirschtorte im Cafe Anton gehörte offenbar zum Pflichtprogramm, die größte deutsche Buchhandlung hatte bereits geschlossen (es war ja schon Samstagnachmittag), ich sah Fachwerkhäuser und Häuser mit Dachschindeln; überhaupt fühlte es sich bei bewölktem Himmel und 15°C fast an wie in Deutschland. Supermärkte mit vielen deutschen Produkten hatten wir bereits in Windhoek leergekauft (Laugenbrötchen! Gutes Brot! Mettwürstchen! 3-lagiges Toilettenpapier!).

Ich bin also schwer begeistert von Namibia - ein Land der (sicher nicht nur landschaftlichen) Kontraste, abwechslungsreich - und eben ein klein wenig Deutschland in Afrika. Ich kann schon jetzt sagen: Bis bald, Namibia!

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