Gaborone ist nicht unbedingt "the place to be", wenn man ein Dachzelt kaufen will. Es gibt hier - neben einer südafrikanischen Kette für Campingbedarf, die aber keine Dachzelte anbietet - genau einen Safari-Laden, der für Autos unserer Art genau ein Dachzeltmodell hat - und das ist ganz schön teuer. Und relativ groß. Bei einer Kollegin von Philip hatten wir dagegen eine windschnittigere Variante gesehen, die uns besser gefiel. Übers Internet fand Philip schließlich einen Laden in Windhoek, der unser Wunschzelt für uns bestellen wollte. Es wurde vereinbart, dass wir während Philips Dienstreise zur Montage vorbeikommen könnten. Nachdem wir samstags den Trans-Kalahari-Highway bezwungen hatten, fuhr ich dann also letzte Woche Montag vom Hotel zum Autotuning-Laden, und diesmal hatten wir Glück: Der Manager erzählte, dass von den zwei Zelten, die sie im Vormonat bestellt hatten, eines tatsächlich an diesem Morgen angeliefert worden sei. Und das konnten die Mitarbeiter dann im Laufe des Tages auf unser Auto montieren. Als ich gegen 17:30 Uhr mit Auto und Zelt wieder beim Hotel ankam, machte ich einfach mal ein Foto von beidem und schickte es Philip, der seine Konferenz daraufhin für ein paar Minuten Konferenz sein ließ und schnurstracks auf den Parkplatz kam.
Natürlich wollten wir unser neues Zelt schnellstmöglich einweihen. Die Vorfreude ging nicht ganz so weit, als dass wir die Nacht auf dem Hotelparkplatz verbracht hätten, aber für die Tage nach der Konferenz buchte ich uns auf die Schnelle noch auf ein paar Campingplätzen ein - was gar nicht so einfach war, in Namibia ist gerade Hochsaison. Aber einige ließen sich dann doch noch finden, und so verbrachten wir unsere erste Nacht im Dachzelt auf einem der zu einer namibianischen Farm namens Hauchabfontein gehörenden Stellplätze. Es gab Dusche und Toilette, die wir uns mit zwei anderen Parteien teilten, wir hatten außerdem ein eigenes Waschbecken mit fließend Wasser am Stellplatz und eine Feuerstelle. Es war sehr ruhig und friedlich. Ein guter Start mit unserem Zelt!
Das zweite Camp war dann spektakulärer. Unser Stellplatz war auf einer Anhöhe mit einem tollen Blick über eine Ebene. Allerdings stand unser Auto da ziemlich exponiert und nachts kam ein ordentlicher Wind auf. Zelt und Auto schaukelten sachte hin und her und ich machte mir im Halbschlaf ein paar Gedanken über den Zustand unserer Bremsen. Ansonsten war es aber sehr gemütlich und das Auto ist dankenswerterweise auch nicht den Hang hinuntergerollt.
Der dritte Stellplatz bot weder einen tollen Blick noch sonderlich viel Privatsphäre, dafür war der Campingplatz von einer Mauer mit Elektrozaun umsäumt - wir waren in Swakopmund. Hier bekamen wir tatsächlich einen Schlüssel ausgehändigt, für ein winziges Reihenhäuschen, das zu unserem Stellplatz gehörte. Wenn man die Tür öffnete, stand man direkt im Badezimmer - und mehr war in diesem Häuschen dann auch nicht drin. Es ist schon seltsam, ein Häuschen zu haben, das von außen ganz solide aussieht und dann davor auf dem Auto zu schlafen ... dafür hätten wir hier sogar einen Stromanschluss. Es war alles sehr durchdacht, aber so richtig Atmosphäre kam in dieser Reihenhaus-Campingsiedlung dann doch nicht auf.
Unsere letzte Campingstation war schon kurz vor der Grenze zu Botswana. Das "Kalahari Bush Break" gab sich nicht sonderlich viel Mühe, zu gefallen, der Campingplatz war dafür auch der Billigste. In der Ferne sahen wir Blitze und Wetterleuchten und hofften, dass der Regen uns verschonen würde; er blieb dann auch tatsächlich auf der botswanischen Seite. Bis zu einem bestimmten Grad ist unser Dachzelt regenfest, aber unsere Lust, das gleich auszutesten, hielt sich doch in Grenzen.
Das waren nun unsere ersten Campingerfahrungen. Wir sind sehr begeistert - so begeistert, dass das Zelt dieses Wochenende gleich wieder zum Einsatz kommen wird!

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