Neulich schrieb ich ja schon von meinen ersten Autokauf-Erlebnissen. Und endete mit einem Cliffhanger. Den will ich jetzt auflösen:
Tatsächlich hatte ich gefühlt schon ziemlich viele Autohäuser abgegrast nach einem brauchbaren Auto: Es sollte nicht ganz klein sein, Vierradantrieb haben, gute Bodenfreiheit - eben so, dass man damit gut in die Pampa fahren und auf Safari gehen kann. Leider waren die vorhandenen Autos jedoch entweder zu teuer oder mit wenig vertrauenswürdigem Tachostand. So war ich schon ein wenig verzweifelt - wie lange würde ich wohl suchen müssen?
An einem Samstag fuhr ich also noch einmal zum Fahrzeughändler des giz-Vertrauens. Dort hatte man zufällig genau am Vortag ein Auto aus einem Container ausgeladen, frisch importiert, das in mein Suchraster fiel. Ein Volvo XC90 T6 - quasi das größte und bestmotorierte SUV von Volvo. Frisch importiert war es noch nicht so präsentabel hergerichtet wie die anderen Autos auf dem Hof des Verkäufers, aber so konnte man eben auch die Macken besser sehen: Ein abgerissener Scheibenwischer, eine hängende Stoßstange - angeblich Schäden vom Entladen aus dem Container. Sie hatten immerhin wohl bisher kaum Zeit, den Tachostand zu manipulieren, dachte ich. 104.000 km zeigte der, Baujahr 2005 - und keine verdächtigen Service-Aufkleber, die auf mehr Kilometer hindeuteten. Das Auto schien ansonsten in einem guten Zustand. Mit einer Batterie wurde es angelassen auch der Motor klang gut. Probefahrt? Ja, gerne. Problem: Tank ist leer. Tankstelle wäre ja gegenüber, nur wie geht der Tankdeckel wohl auf? Daran wurde erst einmal gut 10 Minuten gebastelt - sollte es daran jetzt scheitern? Schließlich öffnete sich der Tankdeckel doch noch, wir tankten und fuhren los. Ich merkte schnell, dass das Auto ordentlich Wumms hat - 320 PS sind nicht ganz schlecht. Irgendwann fiel dem Mitarbeiter des Verkäufers und mir auf, dass irgendetwas doch komisch klang, kam es von den Reifen? Hatte ich es geschafft, einen Platten zu fahren? Wir hielten an, die Reifen waren in Ordnung - nur vorne links waren die Muttern etwas lose. Das ließ sich schnell beheben, dann fuhren wir weiter (und das Geräusch kam nicht zurück). Gesteigerte Lust auf eine weitere Autosuche hatte ich nicht - und so entschied ich mich also für das Auto. Walli war zu dem Zeitpunkt noch in Deutschland und arbeitete an diesem Samstag gerade ihre Nachfolgerin ein, sie sah ein paar Bilder, die ich ihr zwischenzeitlich schickte und legte kein Veto ein.
Es sollte noch fast zwei Wochen dauern, bis ich das Auto schließlich abholen konnte. Ein paar Reparaturen standen noch an, neue Reifen wurden aufgezogen, das Auto poliert und schließlich auch angemeldet. Für die Anmeldung wurde eine beglaubigte Kopie meines Ausweises benötigt, die erste Beglaubigung wurde von den Behörden nicht akzeptiert, die zweite tat's dann glücklicherweise. Auch wenn nicht alles so schnell ging, wie ich das zwischenzeitlich gehofft hatte, so hatte ich doch eine Hoffnung: Ich wollte Walli mit dem eigenen Auto vom Flughafen abholen.
Am Abend vor ihrer Ankunft konnte ich das Auto abholen, am nächsten Morgen kümmerte ich mich noch abschließend um die Versicherung - und die erste richtige Fahrt mit dem neuen Auto ging zum Flughafen. Eine schöne Einweihungsfahrt. Und weil sie so schön war, machte ich sie gleich zweimal, da Wallis erster Flug von Johannesburg nach Gaborone ja abgesagt wurde.
Es ist toll, mit dem eigenen Auto fahren zu können! Wir nutzten das natürlich unter anderem auch gleich für kleinere Ausflüge:
Das Auto ist frisch aus Japan importiert - und hat ein japanisches Multimediasystem. Eigentlich hatte ich Walli ja schon vor ihrer Ausreise gebeten, japanisch zu lernen, so dass sie es künftig bedienen kann. Das hat sie leider verweigert. Nun überlegen wir, ob sie vielleicht japanisch als Alternative zum Golfspielen lernen könnte (oder zusätzlich?). Irgendjemand wird ja schließlich das Radio künftig bedienen müssen. Die Karten des Navigationssystems scheinen nicht auf Afrika zu passen, sie zeigen wohl Japan. Eine Frage, mit der ich mich bereits beschäftigte: Wie findet man bei japanischer Schrift im Menü des Systems die Stelle, an der man die Sprache ändern kann? Versuch 1: Man suche im Internet nach einem Video-Tutorial. Nicht von Erfolg gekrönt. Versuch 2: Man suche im Internet nach einer nicht-japanisch-sprachigen Bedienungsanleitung für dieses Modell. Ebenfalls nicht erfolgreich. Versuch 3, neu kennengelernt: Google Translator auf dem Smartphone installiert, Bildschirm fotografiert, Text wird automatisch von japanisch in eine gewünschte Sprache übersetzt. Beeindruckend. Leider aber auch nicht erfolgreich. Es scheint mir, dass dieses System nur in Japan verkauft wurde und somit nicht in anderen Sprachen verfügbar ist. Versuch 4: Walli zum japanischlernen überreden. Bisher auch (noch?) nicht erfolgreich. Falls also jemand Ideen hat, wie man bei einem "Panasonic Carrozzeria Avic VH-99" die Sprache ändert, werden Hinweise gerne angenommen!
"Öko-Philip fährt SUV" musste ich mir nun schon von einem Freund anhören. Ja, und es fährt sich ganz gut. Heute z.B. wollte ich mit dem Auto schon von einem Ende des Einkaufzentrums zum anderen fahren. Dank Walli sind wir dann doch gelaufen. Das Auto selbst findet übrigens auch, dass es ganz gut fährt und gönnt sich dafür regelmäßig etwas: Sprit. Man kann der Tanknadel beim Absinken förmlich zuschauen. Gut, dass der Tankdeckel repariert wurde, so dass ich künftig auch tanken kann, denn bei Tankstellen werde ich sicher Statuskunde. Noch habe ich nicht selbst gemessen, aber laut Internet hat das Fahrzeug einen Normverbrauch von 15,5 l pro 100 km. Da liegt mein vermuteter Verbrauch gar nicht mal sooo viel höher. Dankenswerter Weise kostet der Sprit hier nur die Hälfte wie in Deutschland. Bei doppeltem Verbrauch gleicht sich das im Geldbeutel dann wieder aus, oder? Dann planen wir unsere Safari-Trips demnächst halt entlang von Tankstellen, ist doch auch eine Art der Priorisierung. Wer war noch mal Öko-Philip?
Nach dem ersten Wochenende mit dem Auto gab ich es gleich wieder beim Verkäufer ab: Nicht alles, was mir zugesagt wurde, war auch repariert worden. Als ich es nach ein paar Tagen wieder abholte, meinte man zuerst, dass der Fehler jetzt nicht mehr auftreten würde. Beim Anlassen meldete sich der Fehler gleich wieder (auf japanisch, versteht sich!). Jetzt soll ein Ersatzteil bestellt werden - ich bin gespannt. In der Zwischenzeit kann ich ja etwas Sprit raushauen...
also ich könnte meine Mutter anbieten... die lernt sein einigen Jahren schon japanisch. schickt mir einfach mal Bilder mit den Schriftzeichen.
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