Freitag, 27. Mai 2016

Unser Kiez

Wir leben in einem Viertel namens "Kgale View". Es heißt so, weil man von hier einen sehr guten Blick auf den "Kgale Hill" hat - das ist quasi der Hausberg von Gaborone. Zu Philips Leidwesen haben wir ihn noch nicht erklommen, was vor allem daran liegt, dass er mir mit als erstes erzählt hat, dass man beim Wandern sämtliche Wertsachen (wie immer bis hin zu Ehering und Armbanduhr) zu Hause lassen sollte, da es wohl gelegentlich zu Überfällen auf Wanderer kommt ... das hat meine Wanderlust doch ziemlich gebremst. [Philip: Am Wochenende laufen wir aber mal hoch, oder?]

Kgale View ist in erster Linie ein Wohnviertel, an dessen Rand die schön ofters genannte Mall Game City liegt und gleich daneben die kleinere Nachbar-Mall Kgale Hill. Neben den Malls gibt es noch ein paar Straßen mit Bürohäusern - in einem davon arbeitet Philip. So ist also eigentlich die Strecke von unserem Haus bis zu Game City / zur Kgale Hill Mall - und für Philip dann noch weiter bis zu seinem Büro - unser Kiez. Zwischen unserem Haus und den Einkaufszentren bin ich öfters zu Fuß unterwegs; in der Regel als einzige weißhäutige Fußgängerin weit und breit, weswegen ich öfters angesprochen werde ("Hey, sister! Where are you going?").

Der Weg von uns zu Hause aus dauert nur gute zehn Minuten und ich bebildere ihn hier mal ein bisschen, damit man ihn sich besser vorstellen kann.



Nach einem Blick zurück auf unser Tor überquere ich unsere Straße Duo Close, an der wir ein Eckgrundstück haben. Unsere Straße ist eine Sackgasse, dementsprechend hält sich der Verkehr sehr in Grenzen.


Auf der Hauptstraße durch unser Viertel läuft man dann an einigen Häusern vorbei. Genau wie unseres sind sie von Zäunen und Mauern umgeben. Richtig erkennbare Bürgersteige gibt es nicht, aber rechts und links von der asphaltierten Straße ist viel Platz für Fußgänger. Allerdings wenig Schatten - der Baum hinten links auf dem untenstehenden Foto ist eine große Ausnahme. Mittags knallt die Sonne auch jetzt in den kälteren Monaten noch ziemlich.


Nach ein paar Minuten lässt man die Einfamilienhäuser hinter sich und die Straße kreuzt Brachland, wie es es in Gaborone an vielen Stellen gibt. Nach rechts hat man außerdem einen Blick auf den Kgale Hill.


Als nächstes kommt auf der rechten Seite eine "gated community" - ein umzäuntes Areal, in dem die einzelnen Häuser dann dafür keine extra Zäune etc. haben. Das Tor ist bewacht. In solchen gated communities wohnen in erster Linie Ausländer.
Links gibt es nun tatsächlich einen erkennbaren Bürgersteig, wenn er auch nicht asphaltiert ist. Er führt am "Ave Maria Pastoral Centre" vorbei, einem katholischen Tagungszentrum, das wohl erst 2012 gebaut wurde. Gelegentlich laufe ich dort an Nonnen vorbei, die hier leuchtend blaue Röcke und Kopftücher tragen und immer sehr nett grüßen.


Nach dem Tagungszentrum folgt auf der linken Seite als nächstes eine Universität, die Botho University. Zwischen hier und Game City ist der Weg in der Regel recht belebt, weswegen ich auf weitere Fotos verzichtet habe.



Dann noch einmal rechts und einmal links - und schon steht man vor Game City und kann entweder in die Mall einbiegen oder quer über den Parkplatz abkürzen, wenn man, wie ich in der Regel, Philip in der Kgale Hill Mall zum Mittagessen treffen möchte.



Moment, was steht denn da auf dem Werbebanner?


Wie gesagt - so exotisch ist Botswana gar nicht immer!

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