Bei meinen Recherchen zu Gaborone sowie im Gespräch ist mir schon mehrmals der Satz begegegnet, dass Gaborone ja im Grunde wie eine amerikanische Kleinstadt wäre. Gemeint ist damit offensichtlich, dass es sehr weitläufig ist und man Wege eigentlich grundsätzlich mit dem Auto zurücklegt (auf breiten, relativ gut geteerten Straßen - und auf den kleineren bei uns im Viertel kennt Philip die Schlaglöcher inzwischen fast auswändig). Das Leben spielt sich um die verschiedenen Shoppingmalls herum ab. Und das sind wirklich richtige Malls. Am besten kenne ich natürlich Game City, diese Mall liegt nur gute 10 Minuten zu Fuß von uns entfernt.

Dort gibt es mehrere Supermärkte, viele Klamotten- und Schuhläden, Dekoläden, Juweliere, Drogeriegeschäfte, zwei Outdoorläden, ein Möbelgeschäft, verschiedene Restaurants, mehrere Fastfoodketten und ein Kino mit vier oder fünf Sälen. Und damit ist Game City fast exemplarisch: Die Railpark Mall (in der wir unsere Trinkwasserkanister auffüllen lassen), die Riverwalk Mall (wo wir mal brasilianisch essen waren) und die Airport Junction Mall (die neueste Mall in Gaborone) mögen sich in der Anzahl und Vielseitigkeit der Geschäfte voneinander unterscheiden, aber im Grunde bilden sie alle ein ähnliches Bild - flach, weitläufig und mit riesigen Parkplätzen davor.

(Und die genannten waren noch längst nicht alle Malls hier ...) Würde man ein Zentrum benennen müssen, würde man wohl die Main Mall wählen. Sie ist die älteste der Malls und wurde in den 1960er Jahren erbaut. Im Unterschied zu den anderen Malls hat sie Fußgängerzonen-Charakter - die Geschäfte säumen die Straße links und rechts, in der Mitte gibt es Straßenstände. Die Main Mall hat so mehr Flair als die neueren Malls, wobei diese meinem Eindruck nach doch stärker besucht werden. [Anmerkung Philip: Eine sehr wohlwollende Beschreibung der Main Mall - als Fußgängerzone ist sie tatsächlich außergewöhnlich, hat etwas Flair - aber realistischer Weise sollte man eben auch sagen, dass sie ihrem Alter entsprechend aussieht und die Gebäude architektonisch von dieser Zeit geprägt sind].


Die vielen Fastfood-Läden erinnern vielleicht auch an eine amerikanische Kleinstadt, wobei es in Botswana weder McDonald's noch Burger King gibt. Kentucky Fried Chicken sieht man öfters, außerdem die südafrikanischen Fastfood-Ketten Chicken Licken und Nando's. Wimpy ist wohl eine englische Kette. Bei der Wimpy-Filiale in Game City fand am Samstag ein Kindergeburtstag statt, mit Luftballons, bunten Cupcakes, einem geschminktem Clown und allem Pipapo - das hätte auch irgendwo in Deutschland oder den USA ähnlich aussehen können.
Am Samstag haben uns Philip und ich an einen lokalen Hot Dog-Stand gewagt, die stehen in der Main Mall auch überall rum und wirken auch fast amerikanisch - man beachte die Coca Cola-Mülltonne daneben:
Leider schmeckten sie nicht so.
Tja, und sonst? Gaborone ist nicht unbedingt "the city that never sleeps" - auch das mag es mit einer amerikanischen Kleinstadt gemein haben.
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