Freitag, 6. Mai 2016

Ende der Campingzeit - Ich freue mich auf ...

Vor genau acht Wochen ist der Container mit unserem Hab und Gut in Frankfurt losgefahren. Und heute kam er endlich in Gaborone an! Vorgestern hatten wir erfahren, dass es nun so weit sein sollte und waren voller Vorfreude. In den letzten Tagen hatten wir immer öfters darüber gesprochen, auf was wir uns besonders freuten: die Bettdecke! Unsere Kopfkissen! Küchenutensilien! Den Duschvorleger! (Ja, auch einen Duschvorleger kann man vermissen - mir ging es so, jedes Mal, wenn ich aus der Dusche mit meinen nassen Füßen auf die kalten Fliesen getappst bin ...)
Das war auf jeden Fall eine Entwicklung - als der Container abfuhr, waren wir eher genervt davon, wie viel Zeug wir doch hatten. Und außerdem natürlich völlig erledigt vom ausmisten, organisieren, putzen und Philips Ausreise vorbereiten. Als einer der Möbelpacker fröhlich zu mir sagte "Und jetzt sehen Sie den nie wieder!" zuckte ich nur mit den Schultern und Philip hatte wohl auch keine großen Verlustängste. Aber im Laufe unserer Campingzeit hier hat sich das dann wieder geändert.

Heute gegen Mittag hielt dann ein Pick-up vor unserem Haus mit den Möbelpackern von der botswanischen Umzugsfirma. Sie schauten sich schon einmal das leere Haus an, dann warteten wir gemeinsam - der Container sollte von einer anderen Firma gebracht werden. Und dann ...


... bog ein LKW um die Ecke! Und irgendwie war das schon ein besonderer Moment. Zwei Monate vorher hatten wir dem Ding in der Frankenallee in Frankfurt hinterhergeschaut und ich weiß noch, wie surreal mir der Gedanke vorkam, es in Afrika wiederzusehen. In der Zwischenzeit ist so viel passiert, ich habe unsere Wohnung übergeben und in Frankfurt im Büro gewohnt, Philip in Gaborone im Hotel, erst er, dann wir beide im leeren Haus ... aber da waren sie nun wieder, unsere Sachen.
Nach ein bisschen hin- und herrangieren, bei dem die Bäume vor dem Haus etwas in Mitleidenschaft gezogen wurden, stand der Container, und der LKW fuhr davon. Wir wurden zur Identifizierung gebeten: Die Containernummer war korrekt und sogar die Plombe, mit der er in Frankfurt verplombt worden war, noch dran. Der Container hätte unterwegs vom deutschen, südafrikanischen oder botswanischen Zoll geöffnet werden können, dann wäre sie entfernt worden und man hätte ihn anderweitig versiegelt. Aber sie war noch intakt und wurde hier durchgeschnitten:


Dann gingen die Türen auf und es sah eigentlich alles so aus wie vor dem Schließen der Türen bei Abfahrt. Juchu!


Und dann begann die Akkordarbeit. Ich bekam ein Klemmbrett und hakte auf einer sechsseitigen Liste die Teile ab, die ausgeladen wurden - Schenker hatte sie dankenswerterweise tatsächlich durchnummeriert, von 1 bis 267. Einer der zwei Männer im LKW rief mir die Nummern der Kartons und Möbelteile zu, die er an die Kante stellte, wo sie seine Kollegen dann in Empfang nahmen. Die Kartons wurden in den verschiedenen Zimmern verteilt, die Möbel gleich vor dem Haus ausgepackt. Philip dirigierte, wo was hinkam. Und so vergingen die nächsten drei Stunden ... bis es vor dem Haus irgendwann so aussah:




Container leer, Müllberg groß, alle kaputt (alle, nicht alles - bislang haben wir an unserem Umzugsgut fast keine Schäden festgestellt). Den Müll packten die Möbelpacker ein und nahmen ihn mit. Den Container ließen sie da - und zu meiner Irritation steht er jetzt immer noch vor dem Haus rum. Mal schauen, ob ihn am Wochenende jemand abholt.

Tja, und dann standen wir im Haus voller Kartons und leerer Möbel. Und mussten uns erstmal setzen und freuten uns, dass es da plötzlich Alternativen zu den Campingstühlen gab. Langsam haben wir dann losgelegt - Philip mit dem Aufbauen, ich mit dem Auspacken. So furchtbar weit sind wir noch nicht gekommen, aber für Tiefkühlpizza (von Dr. Oetker - ist beim hiesigen SPAR gerade im Angebot ... manchmal ist Botswana gar nicht so wahnsinnig exotisch ...) von einem unserer Steingutteller, geschnitten mit unserem Pizzaschneider und die erste afrikanische Nacht im eigenen Bett reichte es. Unser Wochenendprogramm steht. Mal schauen, wie schnell wir die Sachen finden werden, auf die wir uns besonders gefreut haben.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen