Letztes Wochenende wollten wir mal wieder einen Ausflug machen. Was lag da näher als eine Safari? (Schließlich hatten wir dieses Jahr noch gar keine gemacht.) So buchten wir uns last minute im Madikwe Game Reserve gleich auf der anderen Seite der Grenze in Südafrika ein; im hiesigen Winter waren wir bereits einmal gemeinsam da gewesen und im November Walli und ihre Eltern. Die geführten Game Drives boten einige "erste Male" für uns: Die erste Safari bei Regen (und wir haben wider Erwarten trotzdem Tiere gesehen), der erste brüllende Löwe (beeindruckend, weit zu hören), die ersten kämpfenden Nashörner. Interessant waren auch die beiden Nashorn-Brüder, die nach gewonnenem Kampf mit dem unterlegenen Nashorn meinten, als nächstes unser Safarifahrzeug ins Visier nehmen zu können (wir wichen der Konfrontation dann aber erfolgreich aus). Und unsere erste große Zebraherde mit mehr als 40 Tieren, darunter Jungtiere, haben wir auch gesehen. Schön war's!
Samstag, 11. Februar 2017
Mittwoch, 8. Februar 2017
Die kleine Gollum und wir
Schon lustig, dass Philip erst letzten Freitag einen Blogbeitrag über "unsere Mitbewohner" veröffentlichte. Seit Montag haben wir nämlich ein weiteres Tierchen im Garten, das sämtliche gelegentlich auftauchenden Eidechsen, Vögel etc. in den Schatten stellt. Es ist ziemlich fordernd, hat immer Hunger, kuschelt gerne und hält mich für seinen persönlichen Kletterbaum. Und Philip ist geneigt, es aufgrund seiner Riesenaugen "Gollum" zu nennen. So als Arbeitstitel, den endgültigen Namen lassen wir die neuen Besitzer auswählen. Darf ich vorstellen?
Die Kleine tritt inzwischen halbwegs selbstbewusst auf, aber am Sonntagabend war sie ein zitterndes, miauendes-schreiendes Bündel vor unserer Haustür, das eilig in die Dunkelheit huschte, als es uns sah. Wir dachten uns wenig dabei - hier war ja schon einmal eine Katzenmutter mit ihren Jungen im Garten. Aber am Montagmorgen war die Kleine wieder laut maunzend vor der Tür. Sie lief immer weg, wenn man sich ihr zu dicht näherte. Ich stellte ihr schließlich was zu trinken hin und eine gepolsterte Auflaufform (wir sind nicht so richtig gut ausgestattet für Katzenbesuch), in die sie sich dann auch hineinkuschelte, als ich wieder weg war.
Abends war sie dann schon wieder einigermaßen fit und wollte viel gestreichelt werden. Das war schon eine schnelle Entwicklung von Angst zu Apathie und schließlich Anhänglichkeit ...
Inzwischen ist sie sehr neugierig, verspielt und unternehmungslustig. Sie lebt nun auf unserer Terrasse, was sie nicht so ganz einsieht - tastächlich stemmt sie ihre Pfötchen ab und an anklagend gegen unsere Terrassentür und maunzt, als wäre es ihr Geburtsrecht, unser Wohnzimmer zu betreten. Sie ist schon sehr, sehr süß.
Aber wir werden sie trotzdem nicht behalten. Ich habe nämlich eine Tierhaarallergie (und das bedeutet in meinem Fall nicht nur ein bisschen Naselaufen). Katzenbilder können Menschen ja echt emotionalisieren, das kennt man von den Internetvideos. Ich habe das dann auch gleich im Selbstversuch erfahren - nicht, weil die Katze mich so niedlich anschnurrte, sondern weil ich unter anderem die Nachricht bekam, wenn ich sie weggeben würde, käme das einer Abtreibung gleich ... (Liebe Frankfurter, ich hoffe Ihr beruhigt Euch wieder! Und verzeiht mir, dass ich das Kätzchen nicht behalte - ich sehe dafür auch über Eure emotionale Erpressung hinweg ;-)) Ganz ehrlich: Ich sehe es ja eher so, dass wir dieses Katzenbaby gerettet haben und gerade aufpäppeln und ihr so eine Chance auf ein hoffentlich langes Katzenleben geben, wenn auch nicht bei uns. Das nur mal so als meine Perspektive ...
Ich habe gestern also eine Anzeige erstellt, die GIZ-intern rumgemailt wurde und nun hoffen wir, dass wir ein schönes Zuhause für die Kleine finden und sie nicht ins Tierheim geben müssen. (Wobei sich eine ehemalige Mitarbeiterin von Philip im hiesigen Tierheim sehr engagiert - ich bin mir daher relativ sicher, dass es nicht mit der Vorhölle gleichzusetzen ist!). Bis nächste Woche muss eine Lösung her, denn dann fliegt Philip nach Deutschland und ich nach Namibia. Aber bis dahin wird noch gekuschelt, gespielt und aufgepäppelt.
Die Kleine tritt inzwischen halbwegs selbstbewusst auf, aber am Sonntagabend war sie ein zitterndes, miauendes-schreiendes Bündel vor unserer Haustür, das eilig in die Dunkelheit huschte, als es uns sah. Wir dachten uns wenig dabei - hier war ja schon einmal eine Katzenmutter mit ihren Jungen im Garten. Aber am Montagmorgen war die Kleine wieder laut maunzend vor der Tür. Sie lief immer weg, wenn man sich ihr zu dicht näherte. Ich stellte ihr schließlich was zu trinken hin und eine gepolsterte Auflaufform (wir sind nicht so richtig gut ausgestattet für Katzenbesuch), in die sie sich dann auch hineinkuschelte, als ich wieder weg war.
Da blieb sie dann - von der Katzenmutter keine Spur. Mittags lief das Kätzchen dann in ein Beet und als ich nach ihr schaute, bekam ich einen ziemlichen Schreck: Ihr tropfte Speichel runter, sie
blinzelte heftig, miaute und zitterte, schien mich aber gar nicht mehr
wahrzunehmen. Ein Telefonat später packte ich sie in einen Schuhkarton
(was sie willenlos mit sich machen ließ) und dann fuhren wir zu einer Tierarztpraxis, die mir empfohlen worden war.
Ich guckte ab und zu in den Karton, ob das Kätzchen noch lebte, aber es
schlief nun ganz friedlich. Die Tierärztin stellte Unterkühlung und
Mangelernährung fest und außerdem die Vermutung auf, dass das Kätzchen
ein Mädchen ist. Sie bekam gleich noch eine Entwurmungstablette und dann
fuhren wir wieder nach Hause, wo ich sie in einen dicken Pulli
kuschelte und ihr das soeben erworbene Whiskas für Kätzchen ab zwei Monate
vorsetzte. (Wie alt die Kleine ist, wissen wir nicht - die Tierärztin
meint, sie ist vermutlich etwas älter, als sie aussieht, wegen der
Mangelernährung ... Katzenfutter ab zwei Monate frisst sie auf jeden Fall
mit Begeisterung.)
Abends war sie dann schon wieder einigermaßen fit und wollte viel gestreichelt werden. Das war schon eine schnelle Entwicklung von Angst zu Apathie und schließlich Anhänglichkeit ...
Inzwischen ist sie sehr neugierig, verspielt und unternehmungslustig. Sie lebt nun auf unserer Terrasse, was sie nicht so ganz einsieht - tastächlich stemmt sie ihre Pfötchen ab und an anklagend gegen unsere Terrassentür und maunzt, als wäre es ihr Geburtsrecht, unser Wohnzimmer zu betreten. Sie ist schon sehr, sehr süß.
Aber wir werden sie trotzdem nicht behalten. Ich habe nämlich eine Tierhaarallergie (und das bedeutet in meinem Fall nicht nur ein bisschen Naselaufen). Katzenbilder können Menschen ja echt emotionalisieren, das kennt man von den Internetvideos. Ich habe das dann auch gleich im Selbstversuch erfahren - nicht, weil die Katze mich so niedlich anschnurrte, sondern weil ich unter anderem die Nachricht bekam, wenn ich sie weggeben würde, käme das einer Abtreibung gleich ... (Liebe Frankfurter, ich hoffe Ihr beruhigt Euch wieder! Und verzeiht mir, dass ich das Kätzchen nicht behalte - ich sehe dafür auch über Eure emotionale Erpressung hinweg ;-)) Ganz ehrlich: Ich sehe es ja eher so, dass wir dieses Katzenbaby gerettet haben und gerade aufpäppeln und ihr so eine Chance auf ein hoffentlich langes Katzenleben geben, wenn auch nicht bei uns. Das nur mal so als meine Perspektive ...
Ich habe gestern also eine Anzeige erstellt, die GIZ-intern rumgemailt wurde und nun hoffen wir, dass wir ein schönes Zuhause für die Kleine finden und sie nicht ins Tierheim geben müssen. (Wobei sich eine ehemalige Mitarbeiterin von Philip im hiesigen Tierheim sehr engagiert - ich bin mir daher relativ sicher, dass es nicht mit der Vorhölle gleichzusetzen ist!). Bis nächste Woche muss eine Lösung her, denn dann fliegt Philip nach Deutschland und ich nach Namibia. Aber bis dahin wird noch gekuschelt, gespielt und aufgepäppelt.
Freitag, 3. Februar 2017
Unsere Mitbewohner
Unser Garten ist derzeit besonders grün - es hat hier seit Beginn der Regenzeit Ende Oktober außergewöhnlich viel geregnet. Das freut auch die Tierwelt.
Walli hat im Januar häufig vom Küchenfenster aus Vögel beim Nestbau und beim Brüten beobachtet, bis plötzlich auch ein Schnabel aus dem Nest herauslugte. Und schließlich war sie bei den ersten Flügelschlägen des Nachwuchs live dabei!
Am gleichen Baum, der leider zur Hälfte abgestorben ist, sonnen sich bei gutem Wetter auch Eidechsen (die wir sonst auch schon mal an den Hauswänden beobachten können) - sie sind leider etwas scheu und lassen sich nicht so gerne fotografieren.
Unseren Mitbewohnern geht es gerade gut, wie Ihr sehen könnt!
Walli hat im Januar häufig vom Küchenfenster aus Vögel beim Nestbau und beim Brüten beobachtet, bis plötzlich auch ein Schnabel aus dem Nest herauslugte. Und schließlich war sie bei den ersten Flügelschlägen des Nachwuchs live dabei!
Am gleichen Baum, der leider zur Hälfte abgestorben ist, sonnen sich bei gutem Wetter auch Eidechsen (die wir sonst auch schon mal an den Hauswänden beobachten können) - sie sind leider etwas scheu und lassen sich nicht so gerne fotografieren.
Unseren Mitbewohnern geht es gerade gut, wie Ihr sehen könnt!
Mittwoch, 1. Februar 2017
Safety first
Gestern kam es zu der ungewöhnlichen Situation, dass ich alleine an einer GIZ-Tagesveranstaltung teilnahm. Philip hatte zu viel zu tun, und deswegen war ich ohne ihn beim GIZ-Sicherheitstraining - zusammen mit deutschen und botswanischen GIZ-Mitarbeitern und ein paar anderen MAPs. Ein ehemaliger Polizist aus Deutschland, der schon seit Jahren in Südafrika lebt und Sicherheitstrainings für deutsche Firmen anbietet, war nach Gaborone gekommen, um uns zu schulen - das wollte ich mir doch nicht entgehen lassen, auch wenn mir bereits im Vorfeld angekündigt worden war, dass man sich nach einem Sicherheitstraining eher unsicherer fühlt als vorher.
Die Veranstaltung fand in den Konferenzräumen von SANITAS statt - dem Gartenbaumarkt, der unseren Vermietern gehört. (Ja, Gaborone ist eben doch nicht so groß.) Wir versammelten uns pünklich um 9 Uhr und nach einer schnellen Vorstellungsrunde ging es los. Der Referent hatte eine große Anzahl mehr oder weniger unterhaltsamer südafrikanischer Überwachungskamera-Filmchen mitgebracht - einziger Trost war hier die Erkenntnis, dass es in Johannesburg und Kapstadt nochmal ganz anders abgeht als im beschaulichen Gaborone. Auch als der Ex-Polizist über die leider hier ebenfalls nicht ganz seltenen "smash and grab"-Vorfälle berichtete, bei denen an Ampeln / in Staus Autoscheiben eingeschlagen werden, wenn der Täter auf dem Beifahrersitz oder der Rückbank irgendwelche Wertsachen erspäht, wurde das klar: Besonders "smash and grab"-gefährdet sind wohl Brücken, die über anderen Straßen verlaufen: Hier schlagen Täter blitschnell die Scheiben ein, wenn sie was Lohnendes erblicken, springen dann von der Brücke auf die darunter verlaufende Straße, wo der Fluchtwagen bereitsteht und sind so nicht zu erwischen. Ich grübel nun seit gestern, ob es irgendwo in Gaborone oder in einer der anderen botswanischen Städte eine solche Konstruktion gibt - eine Brücke, die über einer anderen Straße verläuft - und bin mir inzwischen sehr sicher, dass nicht. Was so etwas angeht, ist das spärlich bevölkerte Botswana doch recht überschaubar!
Nichtsdestotrotz kann natürlich auch hier alles Mögliche passieren. Elektrozäune werden manipuliert, elektrische Tore mit schwerem Werkzeug ausgehebelt und wie leicht ein durchschnittliches Schloss zu knacken ist, möchte man eigentlich gar nicht wissen. Überrascht hat mich auch der große Themenschwerpunkt "car hijacking" - natürlich ist man sich im Klaren darüber, dass ein Auto geklaut werden könnte - aber während man noch drinsitzt?
Hier kam es zu einem Praxisteil, mit dem ich gar nicht gerechnet hatte: Wir übten Reifenwechsel und bekamen grob erklärt, wie man den Ölstand nachguckt etc. Als ich letzteren abends hochmotiviert bei meinem Auto prüfen wollte, scheiterte ich zwar bereits am Öffnen der Motorhaube, aber das ist eine andere Geschichte ...
Auch der heutige Morgen stand nochmal völlig im Zeichen der Sicherheit: Hier kam der Experte noch zu uns nach Hause, inspizierte Haus und Grundstück und wies uns auf Sicherheitsmängel hin. Wenig überraschend riet er uns noch zu diversen weiteren Bewegungsmeldern, Alarmsystemen, Fenstergittern etc. Dass wir seine Vorschläge alle umsetzen werden, ist unwahrscheinlich. Aber es schadet ja auf keinen Fall, das Bewusstsein zu schärfen, wo die Schwachstellen sind. Das Bewusstsein bzw. die Aufmerksamkeit für die eigene Umgebung ist eh das Wichtigste, wurde uns gestern eingebläut. Zu dem Thema hier abschließend noch ein kleines Video:
Die Veranstaltung fand in den Konferenzräumen von SANITAS statt - dem Gartenbaumarkt, der unseren Vermietern gehört. (Ja, Gaborone ist eben doch nicht so groß.) Wir versammelten uns pünklich um 9 Uhr und nach einer schnellen Vorstellungsrunde ging es los. Der Referent hatte eine große Anzahl mehr oder weniger unterhaltsamer südafrikanischer Überwachungskamera-Filmchen mitgebracht - einziger Trost war hier die Erkenntnis, dass es in Johannesburg und Kapstadt nochmal ganz anders abgeht als im beschaulichen Gaborone. Auch als der Ex-Polizist über die leider hier ebenfalls nicht ganz seltenen "smash and grab"-Vorfälle berichtete, bei denen an Ampeln / in Staus Autoscheiben eingeschlagen werden, wenn der Täter auf dem Beifahrersitz oder der Rückbank irgendwelche Wertsachen erspäht, wurde das klar: Besonders "smash and grab"-gefährdet sind wohl Brücken, die über anderen Straßen verlaufen: Hier schlagen Täter blitschnell die Scheiben ein, wenn sie was Lohnendes erblicken, springen dann von der Brücke auf die darunter verlaufende Straße, wo der Fluchtwagen bereitsteht und sind so nicht zu erwischen. Ich grübel nun seit gestern, ob es irgendwo in Gaborone oder in einer der anderen botswanischen Städte eine solche Konstruktion gibt - eine Brücke, die über einer anderen Straße verläuft - und bin mir inzwischen sehr sicher, dass nicht. Was so etwas angeht, ist das spärlich bevölkerte Botswana doch recht überschaubar!
Nichtsdestotrotz kann natürlich auch hier alles Mögliche passieren. Elektrozäune werden manipuliert, elektrische Tore mit schwerem Werkzeug ausgehebelt und wie leicht ein durchschnittliches Schloss zu knacken ist, möchte man eigentlich gar nicht wissen. Überrascht hat mich auch der große Themenschwerpunkt "car hijacking" - natürlich ist man sich im Klaren darüber, dass ein Auto geklaut werden könnte - aber während man noch drinsitzt?
Hier kam es zu einem Praxisteil, mit dem ich gar nicht gerechnet hatte: Wir übten Reifenwechsel und bekamen grob erklärt, wie man den Ölstand nachguckt etc. Als ich letzteren abends hochmotiviert bei meinem Auto prüfen wollte, scheiterte ich zwar bereits am Öffnen der Motorhaube, aber das ist eine andere Geschichte ...
Auch der heutige Morgen stand nochmal völlig im Zeichen der Sicherheit: Hier kam der Experte noch zu uns nach Hause, inspizierte Haus und Grundstück und wies uns auf Sicherheitsmängel hin. Wenig überraschend riet er uns noch zu diversen weiteren Bewegungsmeldern, Alarmsystemen, Fenstergittern etc. Dass wir seine Vorschläge alle umsetzen werden, ist unwahrscheinlich. Aber es schadet ja auf keinen Fall, das Bewusstsein zu schärfen, wo die Schwachstellen sind. Das Bewusstsein bzw. die Aufmerksamkeit für die eigene Umgebung ist eh das Wichtigste, wurde uns gestern eingebläut. Zu dem Thema hier abschließend noch ein kleines Video:
Samstag, 28. Januar 2017
Gemüsekrise Teil II - Tuta absoluta ist Schuld
Vor ein paar Tagen hatte ich bereits über die hiesige Gemüsekrise berichtet - ohne zu ahnen, dass diese eine wirkliche Krise ist. Ein Schild vor einem der Gaboroner SPAR-Märkte informierte uns nun zum einen darüber, dass der Gemüsemangel System hat und zum anderen über den Verursacher: "Tuna absoluta". Das klingt verwirrenderweise nach Thunfisch, sollte aber wohl "Tuta absoluta" heißen und ist der lateinische Name der Südamerikanischen Tomatenmotte.
Dieses Viech hat sich leider nicht nur auf Tomaten spezialisiert, sondern knabbert genauso gerne an Kartoffelpflanzen. Ferner mag es Paprika und Auberginen und ist offensichtlich aus seiner südamerikanischen Heimat ins südliche Afrika eingeschleppt worden. Anscheinend werden sogar im trockenen Botswana vereinzelt Tomaten und Kartoffeln angebaut - und momentan von Tuta absoluta angeknabbert und aufgefressen. Der Großteil des Gemüses wird aber aus den Nachbarländern importiert, womit jetzt erst einmal Schluss ist: Um die weitere Ausbreitung der Motte einzudämmen, wird auf die Einfuhr der betroffenen Gemüsearten verzichtet, bis sie ausgerottet ist. Eine Bekannte erzählte, dass an der südafrikanisch/botswanischen Grenze Schilder stehen, die die Einfuhr von Kartoffeln und Tomaten untersagen. Dass die botswanischen Grenzbeamten einen Blick in den Kofferraum werfen, wenn man einreisen will, ist nichts Neues - dass sie nach geschmuggelten Tomaten Ausschau halten, schon. Ich hörte das Gerücht, dass es ein Jahr dauern sollte bis dieser Schädling so weit ausgerottet ist, dass alles wieder seinen normalen Gang gehen kann. Ein Jahr?!
Wir sind mal gespannt. Grüne Paprika gibt es nach wie vor in allen Supermärkten (vielleicht mag die Motte nur gelbe und rote?), Süßkartoffeln scheinen nicht betroffen und was Tomaten angeht, müssen wir uns wohl mit Tomatenmark und Dosentomaten über Wasser halten. Ansonsten experimentieren wir mit dem, was da ist. Heute gab es zum Beispiel Nudeln mit Rote-Beete-Soße ...
Dieses Viech hat sich leider nicht nur auf Tomaten spezialisiert, sondern knabbert genauso gerne an Kartoffelpflanzen. Ferner mag es Paprika und Auberginen und ist offensichtlich aus seiner südamerikanischen Heimat ins südliche Afrika eingeschleppt worden. Anscheinend werden sogar im trockenen Botswana vereinzelt Tomaten und Kartoffeln angebaut - und momentan von Tuta absoluta angeknabbert und aufgefressen. Der Großteil des Gemüses wird aber aus den Nachbarländern importiert, womit jetzt erst einmal Schluss ist: Um die weitere Ausbreitung der Motte einzudämmen, wird auf die Einfuhr der betroffenen Gemüsearten verzichtet, bis sie ausgerottet ist. Eine Bekannte erzählte, dass an der südafrikanisch/botswanischen Grenze Schilder stehen, die die Einfuhr von Kartoffeln und Tomaten untersagen. Dass die botswanischen Grenzbeamten einen Blick in den Kofferraum werfen, wenn man einreisen will, ist nichts Neues - dass sie nach geschmuggelten Tomaten Ausschau halten, schon. Ich hörte das Gerücht, dass es ein Jahr dauern sollte bis dieser Schädling so weit ausgerottet ist, dass alles wieder seinen normalen Gang gehen kann. Ein Jahr?!
Wir sind mal gespannt. Grüne Paprika gibt es nach wie vor in allen Supermärkten (vielleicht mag die Motte nur gelbe und rote?), Süßkartoffeln scheinen nicht betroffen und was Tomaten angeht, müssen wir uns wohl mit Tomatenmark und Dosentomaten über Wasser halten. Ansonsten experimentieren wir mit dem, was da ist. Heute gab es zum Beispiel Nudeln mit Rote-Beete-Soße ...
Mittwoch, 25. Januar 2017
Shitbook statt Facebook
Aus der Kategorie "skurrile Forschung" (einen Eintrag zu bemalten Kuh-Hintern hatte ich ja schon einmal geschrieben): Forscher aus Südafrika und Deutschland haben festgestellt, dass sich Nashörner über ihren Kot verständigen (Bericht bei Spiegel Online). Dieser habe quasi die Funktion eines sozialen Netzwerks. Die Forscher isolierten den spezifischen Geruch des Kots einzelner Breitmaulnashörner, bauten ihn jeweils künstlich nach und verteilten ihn wieder in einem Nationalpark mit Nashörnern. Männliche Nashörner, die an männlichem Kot schnupperten, nahmen eine Wachstellung ein und kamen mehrfach an diese Stelle zurück, um zu schauen, ob sich ihr Rivale bewegt hat. Männliche Nashörner, die an weiblichem Kot schnupperten, schnüffelten dagegen länger daran, um zu überprüfen, ob das Weibchen paarungsbereit sei.
Diese Erkenntnis erkläre auch, warum manche Säugetiere den gleichen Ort aufsuchten, um zu defakieren: Sie "lesen" einfach die Mitteilungen ihrer Artgenossen.
Ich nehme zwar mal an, dass Ihr eher selten im Kot Eurer Artgenossen schnüffelt - aber mal ehrlich: Wer hat schon mal seine Facebook-Timeline auf der Toilette angeschaut? Mir fallen da ja auch noch andere Zusammenhänge zwischen Kot und sozialen Netzwerken ein...
Diese Erkenntnis erkläre auch, warum manche Säugetiere den gleichen Ort aufsuchten, um zu defakieren: Sie "lesen" einfach die Mitteilungen ihrer Artgenossen.
Ich nehme zwar mal an, dass Ihr eher selten im Kot Eurer Artgenossen schnüffelt - aber mal ehrlich: Wer hat schon mal seine Facebook-Timeline auf der Toilette angeschaut? Mir fallen da ja auch noch andere Zusammenhänge zwischen Kot und sozialen Netzwerken ein...
Montag, 23. Januar 2017
Eine Missionarsstation
Missionare in Afrika - davon hört man häufiger, und mittlerweile haben wir auch ein oder zwei Familien kennengelernt, die als Missionare nach Botswana kamen und hier "hängengeblieben" sind. Nicht mehr persönlich getroffen haben wir David Livingstone, einen der ersten Missionare in Botswana bzw. im südlichen Afrika, und westlicher "Entdecker" der Victoria-Fälle. Berühmt ist der Ausspruch von Henry Morgan Stanley, der ihm nachreiste, den verschollen Geglaubten in Tansania aufspürte und mit den Worten ansprach: "Dr. Livingstone, I presume?"
Eben dieser Dr. Livingstone lebte von 1847 bis 1852 ganz in der Nähe des heutigen Gaborones. Und so machten wir uns kürzlich auf zu einer Besichtigung des Ortes, an dem er lebte, der "Kolobeng Mission". Am Eingang trafen wir einen Ranger, der zu uns ins Auto stieg und uns zu den Ruinenresten der Siedlung lotste, wo er uns alles Mögliche erklärte.
Zunächst gab es das Fundament der Kirche zu besichtigen, in der Livingstone predigte. (Anmerkung Walli: "Fundament" ist für die paar Steine ein großes Wort!) Bis in die 1990er Jahre standen zumindest noch die Außenmauern der Kirche, inzwischen ist von ihnen aber leider nichts mehr übrig.
Dann fuhren wir ca. 200m weiter zum Friedhof, der ebenfalls kaum als solcher zu erkennen war. Hier liegt neben einem Gefährten Livingstones auch seine Tochter begraben; ihr Grab ist unter der derzeit recht grünen Vegetation kaum auszumachen; es wird hier vor allem durch zwei Ameisenbauten gekennzeichnet.
Schließlich fuhren wir noch einmal 100m und kamen zum Wohn- und Arbeitshaus der Familie Livingstone, wo u.a. ein Raum als Arztpraxis verwendet wurde. Auch hier sind nur die Fundamente übrig.
Es war ordentlich heiß, wenn man so in der Sonne herumstand. Unser Führer erzählte unglaublich viel in hohem Tempo und nuschelte dabei ziemlich. Das meiste davon vergaßen wir so wohl schnell wieder.
Insgesamt fanden wir den Besuch etwas ernüchternd: Für die Geschichte Botswanas ist das sicherlich ein wichtiger und schützenswerter Ort - aber als Tourismusziel taugt er derzeit nicht so wirklich, denn zu sehen gibt es kaum etwas. Im Logbuch wurden wir dann auch als die ersten Gäste seit zwei Tagen vermerkt. Die vorgetragenen Geschichten zu Livingstone und seiner Zeit könnte man besser nachlesen (wenn man es denn täte). Hier werden wir wohl eher nicht noch einmal hinkommen.
Eben dieser Dr. Livingstone lebte von 1847 bis 1852 ganz in der Nähe des heutigen Gaborones. Und so machten wir uns kürzlich auf zu einer Besichtigung des Ortes, an dem er lebte, der "Kolobeng Mission". Am Eingang trafen wir einen Ranger, der zu uns ins Auto stieg und uns zu den Ruinenresten der Siedlung lotste, wo er uns alles Mögliche erklärte.
Zunächst gab es das Fundament der Kirche zu besichtigen, in der Livingstone predigte. (Anmerkung Walli: "Fundament" ist für die paar Steine ein großes Wort!) Bis in die 1990er Jahre standen zumindest noch die Außenmauern der Kirche, inzwischen ist von ihnen aber leider nichts mehr übrig.
Dann fuhren wir ca. 200m weiter zum Friedhof, der ebenfalls kaum als solcher zu erkennen war. Hier liegt neben einem Gefährten Livingstones auch seine Tochter begraben; ihr Grab ist unter der derzeit recht grünen Vegetation kaum auszumachen; es wird hier vor allem durch zwei Ameisenbauten gekennzeichnet.
Schließlich fuhren wir noch einmal 100m und kamen zum Wohn- und Arbeitshaus der Familie Livingstone, wo u.a. ein Raum als Arztpraxis verwendet wurde. Auch hier sind nur die Fundamente übrig.
Es war ordentlich heiß, wenn man so in der Sonne herumstand. Unser Führer erzählte unglaublich viel in hohem Tempo und nuschelte dabei ziemlich. Das meiste davon vergaßen wir so wohl schnell wieder.
Insgesamt fanden wir den Besuch etwas ernüchternd: Für die Geschichte Botswanas ist das sicherlich ein wichtiger und schützenswerter Ort - aber als Tourismusziel taugt er derzeit nicht so wirklich, denn zu sehen gibt es kaum etwas. Im Logbuch wurden wir dann auch als die ersten Gäste seit zwei Tagen vermerkt. Die vorgetragenen Geschichten zu Livingstone und seiner Zeit könnte man besser nachlesen (wenn man es denn täte). Hier werden wir wohl eher nicht noch einmal hinkommen.
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