Während unseres Ausflugs nach Madikwe bin ich auf ein literarisches Genre gestoßen, dass ich so noch gar nicht kannte: Safari-Berichte! Sieht man in deutschen Buchhandlungen eher selten, würde ich behaupten ... im Buchregal unserer Lodge standen dagegen gleich zwei Bücher, von denen mich der Klappentext des einen so gefesselt hatte, dass ich es am liebsten mitnehmen wollte. Stattdessen habe ich es mir dann hier in Gaborone brav auf meinen ebook-reader runtergeladen.
Der Autor von "Don't run, whatever you do" heißt Peter Allison und ist ein Australier, der sich in den 90ern im Alter von 19 Jahren nach Südafrika aufgemacht hat und dort in einem Safari Camp hängenblieb, als ihm das Geld ausging - erst als Barmann, aber er hat sich dann nach und nach zum Safari Guide ausbilden lassen und schließlich mehrere Jahre in verschiendenen Lodges im Okavango Delta in Botswana gearbeitet. Inzwischen hat er drei Bücher geschrieben, ich habe das erste gelesen und fand es sehr amüsant. Er erzählt mit viel Selbtsironie von seinen Erlebnissen und Erfahrungen im Busch. Mein englischer Wortschatz zu afrikanischen Tieren hat sich durch die Lektüre nochmal vergrößert und gleichzeitig habe ich viel Neues erfahren. So ist der honey badger zum Beispiel der Honigdachs. Philip und ich haben beide noch keinen gesehen (dabei ist er - abgesehen von den nördlichsten Ländern - in ganz Afrika zu finden) und er wirkt auch erst einmal eher unscheinbar, ist aber eines von nur vier Tieren, mit denen sich Löwen lieber nicht anlegen. Der Honigdachs hat nämlich zwei sehr wirkungsvolle Verteidigungsstrategien: Zum einen verspüht er ein anscheinend extrem übelriechendes Analsekret, wenn er sich bedroht fühlt (laut Allison stellt er damit jedes Stinktier in den Schatten), zum anderen hat er wohl lange Klauen, die er sehr effektiv auch gegen größere Tiere einsetzt. Falls junge, unerfahrene Löwen oder Leoparden ihn tatsächlich angreifen, schlägt der wohl sehr bewegliche Honigdachs diese zielsicher in die Genitalien seiner Angreifer, was jeden Feind, der nicht schnell genug geflüchtet ist, verbluten lässt. Er ist also ein kleines, aber recht wehrhaftes Kerlchen, das man nicht unbedingt versuchen sollte zu streicheln ...
Der Titel des Buches zitiert übrigens die Wildnis-Regel Nummer eins: Was auch immer man tut, wenn man einem Raubtier gegenübersteht: Wegrennen ist das Verkehrteste. Abgesehen davon, dass jedes Raubtier schneller ist als der Mensch, weiß es: Nur Futter rennt ... und als das möchte man ja gerade nicht gesehen werden.
Ich will mein neuerworbenes Wissen zwar nicht unbedingt beim nächsten (geführten, die sind ja immer geführt) Bush Walk einsetzen müssen, aber spannend zu lesen war es schon. Und natürlich ist es auch mal schön, die Perspektive eines Safari Guides, der täglich Pirschfahrten mit Touristen macht, zu erleben. Und der natürlich auch amüsante Anekdoten über seine verschiedenen Gäste zu berichten weiß. Ich habe mich beim Lesen sehr gut amüsiert.
Mittwoch, 13. Juli 2016
Montag, 11. Juli 2016
It's party time!
Wir hätten Euch ja Bescheid gesagt... wärt Ihr auch gekommen?
Nachdem wir vor einiger Zeit schon einmal unsere Nachbarn eingeladen hatten, haben wir diesmal einige meiner Kollegen eingeladen zu einer kleinen Einweihungsparty. Weil sonst nicht viel los ist in Gaborone, kann man eine solche Einladung auch mal nur 4 Tage vor der Party rausschicken. Und dennoch kamen um die 20 Kollegen an diesem Samstagabend.
Das bedeutete für uns: Ein wenig vorbereiten. Wir kochten Kürbissuppe, Chili con Carne, Nudelsalat, grünen Salat, backten Brot aus dem Brotbackautomat, Schokomuffins und Bananen-Walnuss-Muffins. Das war also unsere Beschäftigung am Samstag - und wir wurden gerade so fertig, bis die ersten Gäste gegen 19 Uhr kamen.
Sogar unseren Kamin im Wohnzimmer habe ich angeheizt bekommen (was gar nicht so einfach ist, denn das Holz hier ist recht hart und dadurch schwer entzündlich, die Holzscheite etwas zu groß zum Anzünden, etc.) - und im Laufe des Abends wurde das Wohnzimmer so warm wie noch nie zuvor. Zugegeben, der Tag war auch ein wenig wärmer als die vorhergehenden Tage/Nächte, aber der Kamin hat doch deutlich den Raum wärmen können.
Ich war im Vorfeld etwas unsicher, ob wir wohl genügend Getränke eingekauft hätten und ob wohl das Essen reichen würde. Beides war unbegründet: Jeder brachte Wein mit, so dass wir mehr Wein bekamen als getrunken wurde - und unser Weinregal ist auf einmal wieder voll. Und das Essen reichte wundersamer Weise auch. Am gestrigen Sonntag gab's schon Restessen - wie vermutlich auch für den Rest der Woche: Nudelsalat zum Frühstück, Mittagessen und Abendessen. Gestern, heute, morgen, übermorgen.
Unsere Gäste waren voll des Lobes über das selbstgemachte Essen - die meisten, die in Gaborone eine Party machten, ließen sich das Essen von einem Cateringunternehmen liefern, so hörten wir. Schön, dass wir so begeistern konnten. Unsere Gäste unterhielten sich gut - und wir waren rundum zufrieden mit dem Abend.
Nachdem wir vor einiger Zeit schon einmal unsere Nachbarn eingeladen hatten, haben wir diesmal einige meiner Kollegen eingeladen zu einer kleinen Einweihungsparty. Weil sonst nicht viel los ist in Gaborone, kann man eine solche Einladung auch mal nur 4 Tage vor der Party rausschicken. Und dennoch kamen um die 20 Kollegen an diesem Samstagabend.
Das bedeutete für uns: Ein wenig vorbereiten. Wir kochten Kürbissuppe, Chili con Carne, Nudelsalat, grünen Salat, backten Brot aus dem Brotbackautomat, Schokomuffins und Bananen-Walnuss-Muffins. Das war also unsere Beschäftigung am Samstag - und wir wurden gerade so fertig, bis die ersten Gäste gegen 19 Uhr kamen.
Sogar unseren Kamin im Wohnzimmer habe ich angeheizt bekommen (was gar nicht so einfach ist, denn das Holz hier ist recht hart und dadurch schwer entzündlich, die Holzscheite etwas zu groß zum Anzünden, etc.) - und im Laufe des Abends wurde das Wohnzimmer so warm wie noch nie zuvor. Zugegeben, der Tag war auch ein wenig wärmer als die vorhergehenden Tage/Nächte, aber der Kamin hat doch deutlich den Raum wärmen können.
Ich war im Vorfeld etwas unsicher, ob wir wohl genügend Getränke eingekauft hätten und ob wohl das Essen reichen würde. Beides war unbegründet: Jeder brachte Wein mit, so dass wir mehr Wein bekamen als getrunken wurde - und unser Weinregal ist auf einmal wieder voll. Und das Essen reichte wundersamer Weise auch. Am gestrigen Sonntag gab's schon Restessen - wie vermutlich auch für den Rest der Woche: Nudelsalat zum Frühstück, Mittagessen und Abendessen. Gestern, heute, morgen, übermorgen.
Unsere Gäste waren voll des Lobes über das selbstgemachte Essen - die meisten, die in Gaborone eine Party machten, ließen sich das Essen von einem Cateringunternehmen liefern, so hörten wir. Schön, dass wir so begeistern konnten. Unsere Gäste unterhielten sich gut - und wir waren rundum zufrieden mit dem Abend.
Sonntag, 10. Juli 2016
Schau' mir in die Augen, Großer!
Botswana ist ein Rinderzüchterland. Das wird - nicht nur, aber sehr schön - in den fiktiven Büchern über Mma Ramotswe, die die erste Detektei Botswanas eröffnet, dargestellt. Eine Rinderherde zu besitzen gilt in Botswana z.B. als gute Altersvorsorge. Das Rinderfleisch hier ist wirklich exzellent - und sehr günstig (als Vegetarier hat man es hier nicht leicht - man muss halt ein bisschen Verständnis für das Fleisch in der Gemüsesuppe aufbringen können).
Letzte Woche habe ich zufällig einen Zeitungsartikel im Internet entdeckt. Demnach haben Forscher in Botswana ausprobiert, Rindern ein Augenpaar auf den Allerwertesten zu stempeln. Damit sollen Löwen abgeschreckt werden - und offenbar hat es auch funktioniert. In einer Rinderherde hat man 2/3 der Tiere mit dem Augenpaar gestempelt, 1/3 nicht gestempelt. Nach einiger Zeit hat man festgestellt, dass aus der Gruppe mit den Augenstempeln alle Tiere überlebt haben, während von der Gruppe ohne Augenstempel 3 Tiere durch Löwen gestorben waren.
Die Hypothese hinter dem Versuch ist wohl, dass Löwen zwar schnell sind, aber aufgrund ihrer massigen Körper nur auf kurze Distanz ihre Geschwindigkeit halten können. Daher schleichen sie sich gerne von hinten an ihre Beute heran. Wenn sie nun aber denken, dass ihre Beute sie entdeckt hat und damit potenziell gleich wegrennt, dann brechen sie ihren Angriff ab, da ihre Erfolgsaussichten sinken. Nachdem der erste Feldversuch mit den Augenstempeln in Botswana wohl Erfolg gehabt hat, soll er nun ausgeweitet werden.
Mal schauen, wann wir die ersten Kühe mit Augen auf dem Hinterteil entdecken...
Letzte Woche habe ich zufällig einen Zeitungsartikel im Internet entdeckt. Demnach haben Forscher in Botswana ausprobiert, Rindern ein Augenpaar auf den Allerwertesten zu stempeln. Damit sollen Löwen abgeschreckt werden - und offenbar hat es auch funktioniert. In einer Rinderherde hat man 2/3 der Tiere mit dem Augenpaar gestempelt, 1/3 nicht gestempelt. Nach einiger Zeit hat man festgestellt, dass aus der Gruppe mit den Augenstempeln alle Tiere überlebt haben, während von der Gruppe ohne Augenstempel 3 Tiere durch Löwen gestorben waren.
Die Hypothese hinter dem Versuch ist wohl, dass Löwen zwar schnell sind, aber aufgrund ihrer massigen Körper nur auf kurze Distanz ihre Geschwindigkeit halten können. Daher schleichen sie sich gerne von hinten an ihre Beute heran. Wenn sie nun aber denken, dass ihre Beute sie entdeckt hat und damit potenziell gleich wegrennt, dann brechen sie ihren Angriff ab, da ihre Erfolgsaussichten sinken. Nachdem der erste Feldversuch mit den Augenstempeln in Botswana wohl Erfolg gehabt hat, soll er nun ausgeweitet werden.
Mal schauen, wann wir die ersten Kühe mit Augen auf dem Hinterteil entdecken...
Freitag, 8. Juli 2016
Morgens, halbzehn in Botswana
Bevor ich nach Botswana kam, fand ich den Gedanken, dass wir Haus"angestellte", "-hilfen", wie auch immer haben würden, sehr seltsam. (Wie man merkt, tue ich mich auch nach wie vor mit dem Wording schwer.) Es kam mir irgendwie so kolonial vor. Es ist hier aber üblich, das wohlhabendere Menschen (zu denen wir als Ausländer per se gehören), Personal haben. Unsere Maid Brenda ist Mitte Mai zu unserem großen Entsetzen verstorben und wir haben bislang niemand Neues eingestellt. In einem zwei Personen-Haushalt ist eine Putzfrau nun auch nicht so unbedingt nötig, wobei wir uns trotzdem umhören. Ab und an klingeln auch junge Frauen und fragen, ob wir eine Maid bräuchten, aber uns wäre es lieber, jemanden auf Empfehlung einzustellen.
Unser Gärtner Sam kommt nach wie vor regelmäßig zweimal pro Woche. Nach meinem ersten Monat hier hatte ich schon geschrieben, dass er mir gar nicht so sehr als unser Angestellter vorkommt, weil wir ihm seltenst sagen, was er hier tun soll - er kennt den Garten ja schon viel länger und besser als wir. Seit einigen Wochen trägt außerdem die Käsebrot-Tradition dazu bei, dass sich alle kolonialen Gefühle bei mir gelegt haben. Ich habe "Jenseits von Afrika" nie ganz gesehen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Meryl Streep ihren kenianischen Arbeitern regelmäßig Brote geschmiert hat ...
Nach meinen ersten zwei, drei Wochen stand Sam in der offenen Terrassentür und erzählte mir, dass er Diabetiker sei. Aus irgendwelchen Gründen hatte er an dem Morgen nicht gefrühstückt und fühlte sich nun gar nicht gut. Ob er einen Tee bekommen könnte und etwas zu essen. Ich war erschrocken und überlegte, was wir da hatten - was sollte ein Diabetiker denn in diesem Fall essen? Obst? Brot? Brot mit Käse? Letzteres sagte Sam zu und ich habe mich sehr beeilt, den gewünschten Roibuschtee aufzubrühen und ein Brot zu schmieren. Danach schrieb ich erstmal einer Freundin, die sich mit Diabetes auskannte und ließ mich informieren, was man Diabeteskranken bei Unterzuckerung am besten vorsetzt - ich war ziemlich ahnungslos.
Sam ging es nach dem Essen schon wieder besser. Als er das nächste Mal kam und ich ihm morgens hallo sagte, bot ich an, ihm wieder einen Tee zu machen, was er gerne annahm - so gegen halbzehn wäre super. Da es hier auf den Winter zuging, wiederholte ich das Angebot beim darauffolgenden Mal wieder. Tee gegen halbzehn war erneut sehr willkommen - aber ob er nicht auch ein Käsebrot bekommen könnte? Diesmal war es offensichtlich kein Notfall, da es bis halbzehn warten konnte. Aber es sprach natürlich nichts dagegen.
Tja und seitdem haben wir eine Tradition. Ich mache gegen halbzehn die Terassentüren auf, begrüße Sam, wir smalltalken über unser Befinden und das Wetter, ich biete ihm Tee an, er sagt zu und dann gehe ich in die Küche, brühe den Tee auf und schmiere außerdem Käsebrote. Wenn unser Gartentisch nicht schon in der Sonne stehen sollte, rückt er ihn dahin und ich decke ihn dann und räume ihn eine halbe Stunde später ab. Inzwischen plane ich Sam beim Brotbacken und Käsekauf automatisch ein. Einmal hatte ich vergessen, Brot zu backen und konnte ihm nur Knäckebrot anbieten, das hat er aber auch gegessen. Und so haben wir beide montags und donnerstags unsere kleine Tradition - morgens, halbzehn in Botswana.
Unser Gärtner Sam kommt nach wie vor regelmäßig zweimal pro Woche. Nach meinem ersten Monat hier hatte ich schon geschrieben, dass er mir gar nicht so sehr als unser Angestellter vorkommt, weil wir ihm seltenst sagen, was er hier tun soll - er kennt den Garten ja schon viel länger und besser als wir. Seit einigen Wochen trägt außerdem die Käsebrot-Tradition dazu bei, dass sich alle kolonialen Gefühle bei mir gelegt haben. Ich habe "Jenseits von Afrika" nie ganz gesehen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Meryl Streep ihren kenianischen Arbeitern regelmäßig Brote geschmiert hat ...
Nach meinen ersten zwei, drei Wochen stand Sam in der offenen Terrassentür und erzählte mir, dass er Diabetiker sei. Aus irgendwelchen Gründen hatte er an dem Morgen nicht gefrühstückt und fühlte sich nun gar nicht gut. Ob er einen Tee bekommen könnte und etwas zu essen. Ich war erschrocken und überlegte, was wir da hatten - was sollte ein Diabetiker denn in diesem Fall essen? Obst? Brot? Brot mit Käse? Letzteres sagte Sam zu und ich habe mich sehr beeilt, den gewünschten Roibuschtee aufzubrühen und ein Brot zu schmieren. Danach schrieb ich erstmal einer Freundin, die sich mit Diabetes auskannte und ließ mich informieren, was man Diabeteskranken bei Unterzuckerung am besten vorsetzt - ich war ziemlich ahnungslos.
Sam ging es nach dem Essen schon wieder besser. Als er das nächste Mal kam und ich ihm morgens hallo sagte, bot ich an, ihm wieder einen Tee zu machen, was er gerne annahm - so gegen halbzehn wäre super. Da es hier auf den Winter zuging, wiederholte ich das Angebot beim darauffolgenden Mal wieder. Tee gegen halbzehn war erneut sehr willkommen - aber ob er nicht auch ein Käsebrot bekommen könnte? Diesmal war es offensichtlich kein Notfall, da es bis halbzehn warten konnte. Aber es sprach natürlich nichts dagegen.
Tja und seitdem haben wir eine Tradition. Ich mache gegen halbzehn die Terassentüren auf, begrüße Sam, wir smalltalken über unser Befinden und das Wetter, ich biete ihm Tee an, er sagt zu und dann gehe ich in die Küche, brühe den Tee auf und schmiere außerdem Käsebrote. Wenn unser Gartentisch nicht schon in der Sonne stehen sollte, rückt er ihn dahin und ich decke ihn dann und räume ihn eine halbe Stunde später ab. Inzwischen plane ich Sam beim Brotbacken und Käsekauf automatisch ein. Einmal hatte ich vergessen, Brot zu backen und konnte ihm nur Knäckebrot anbieten, das hat er aber auch gegessen. Und so haben wir beide montags und donnerstags unsere kleine Tradition - morgens, halbzehn in Botswana.
Mittwoch, 6. Juli 2016
Unsere Gartenzwerge
Ich erinnere mich noch gut, wie ich, als ich in Ghana lebte, einmal nach Deutschland kam und bei Freunden in der Nachbarschaft im Vorgarten eine ganze Horde Gartenzwerge sah. Das war schon irgendwie ein Kulturschock. Gartenzwerge verkörperten Deutschland für mich, ein vielleicht auch etwas spießiges Deutschland.
Und nun ist es soweit: Wir haben hier jetzt auch unsere Gartenzwerge. Sie sind sicherlich nicht ganz so perfekt wie in Deutschland, aber eigentlich kann man sie doch nicht anders bezeichnen. "Gartenzwerge" werden hier gerne aus Altmetall gemacht, stellen verschiedenste Tiere dar und gibt es in den unterschiedlichsten Größen.
Bei einem Rundgang durch unseren Garten entdeckten wir unsere drei Gartenzwerge, die umgekippt in verschiedenen nebeneinanderliegenden Büschen lagen. Es sollen wohl (Perl-?) Hühner sein, vielleicht wurden sie von unserer Vormieterin vergessen. Nachdem wir sie schon mal hatten, könnten wir sie ja auch aufstellen, dachten wir. Und nun stehen sie da, in einem Beet gegenüber der Terrasse.
In einer der ersten Nächte, nachdem wir sie aufgestellt hatten, wachten wir mitten in der Nacht auf durch ein größeres Geschrei gefühlt direkt vor unserem Schlafzimmerfenster. Das Geschrei konnten wir zunächst nicht ganz zuordnen, ich vermutete, dass es von zwei miteinander kämpfenden Katzen kam. Am nächsten Morgen waren unsere Gartenzwerge umgekippt. Da hatte wohl eine Nachbarskatze mit den Hühnern gekämpft. Wir stellten sie wieder auf, seitdem haben wir keine solche Kämpfe mehr mitbekommen (fast schon langweilig).
Zu unserer Entlastung könnte ich jetzt sagen, dass wir nur Gartenzwerge aufgestellt haben, die ohnehin schon in unserem Garten vorhanden waren. Allerdings sahen wir kürzlich nun weitere "Gartenzwerge" im Schlussverkauf. Und kauften selbst einen: Einen Mistkäfer, der gerade seine Mistkugel rollt. Er ist zugegebener Weise etwas kleiner als die Hühner. Damit er bei den drei Hühnern nicht "untergeht", hat Walli ihn vorerst auf die Fensterbank im Wohnzimmer gestellt. Damit ihn alle bewundern können.
Nun ist es also soweit: Wir sind spießige Gartenzwergbesitzer.
Und nun ist es soweit: Wir haben hier jetzt auch unsere Gartenzwerge. Sie sind sicherlich nicht ganz so perfekt wie in Deutschland, aber eigentlich kann man sie doch nicht anders bezeichnen. "Gartenzwerge" werden hier gerne aus Altmetall gemacht, stellen verschiedenste Tiere dar und gibt es in den unterschiedlichsten Größen.
Bei einem Rundgang durch unseren Garten entdeckten wir unsere drei Gartenzwerge, die umgekippt in verschiedenen nebeneinanderliegenden Büschen lagen. Es sollen wohl (Perl-?) Hühner sein, vielleicht wurden sie von unserer Vormieterin vergessen. Nachdem wir sie schon mal hatten, könnten wir sie ja auch aufstellen, dachten wir. Und nun stehen sie da, in einem Beet gegenüber der Terrasse.
In einer der ersten Nächte, nachdem wir sie aufgestellt hatten, wachten wir mitten in der Nacht auf durch ein größeres Geschrei gefühlt direkt vor unserem Schlafzimmerfenster. Das Geschrei konnten wir zunächst nicht ganz zuordnen, ich vermutete, dass es von zwei miteinander kämpfenden Katzen kam. Am nächsten Morgen waren unsere Gartenzwerge umgekippt. Da hatte wohl eine Nachbarskatze mit den Hühnern gekämpft. Wir stellten sie wieder auf, seitdem haben wir keine solche Kämpfe mehr mitbekommen (fast schon langweilig).
Zu unserer Entlastung könnte ich jetzt sagen, dass wir nur Gartenzwerge aufgestellt haben, die ohnehin schon in unserem Garten vorhanden waren. Allerdings sahen wir kürzlich nun weitere "Gartenzwerge" im Schlussverkauf. Und kauften selbst einen: Einen Mistkäfer, der gerade seine Mistkugel rollt. Er ist zugegebener Weise etwas kleiner als die Hühner. Damit er bei den drei Hühnern nicht "untergeht", hat Walli ihn vorerst auf die Fensterbank im Wohnzimmer gestellt. Damit ihn alle bewundern können.
Nun ist es also soweit: Wir sind spießige Gartenzwergbesitzer.
Sonntag, 3. Juli 2016
Grenzerfahrungen
Ach, was ist Europa doch toll!
Zugegeben, grenzenloses Reisen in Europa (= Schengenprotokoll) ist nicht gleich Europa, aber für den "normalen Bürger" macht es doch einen guten Teil von Europas Identität aus. Und was man bereits als Errungenschaft hat, das wertschätzt man manchmal vielleicht nicht so sehr. Daher dachten wir, dass wir hier mal eine kleine Ode an Schengen schreiben könnten.
An diesem Wochenende haben wir ja einen Ausflug ins Madikwe Game Reserve gemacht, das gerade mal auf der anderen Seite der Grenze zu Südafrika liegt. Wir wussten ja, dass wir eine Grenze zu passieren hätten, doch wenn wir gewusst hätten, was uns erwartete, dann hätten wir wohl noch etwas mehr Zeit einkalkuliert.
An der Grenze - auf botswanischer Seite - mussten wir das Auto erst einmal parken und in das Grenzgebäude gehen. Zunächst läuft man an mehreren Schaltern mit Zollbeamten vorbei; da wir nichts zu verzollen hatten, ignorierten wir sie und gingen einen Raum weiter zur Passkontrolle. Auch hierfür gab es mehrere Schalter, wir stellten uns zunächst in der ersten Schlange an, um dann festzustellen, dass an den verschiedenen Fenstern unterschiedliche Personengruppen abgefertigt wurden. Und zunächst hieß es sowieso ein kleines Papierdokument ausfüllen. Dann stellten wir uns an einem Fenster für "Residents" an. Vor uns waren eine Familie und zwei weitere Grenzgänger, die Beamtin arbeitete offenbar gründlich. Irgendwann kamen wir an die Reihe, alles lief problemlos, wir bekamen die Ausreisestempel in den Pass und verließen das Gebäude, um zum Auto zu gehen. Bis hierhin hatten wir gerade mal 20 Minuten gebraucht, das ging ja schneller als befürchtet. So fuhren wir also auf das botswanische Grenztor zu; die Grenzbeamten interessierten unsere Stempel im Pass jedoch nicht, sie wollten von uns den "gate pass" für das Auto samt Insassen sehen, der von Zoll und Passkontrolle abgestempelt sein muss. Da wir das Dokument nicht hatten, mussten wir das Auto wieder parken und zurück ins Gebäude gehen. Nach nur kurzem Anstehen bekamen wir das Dokument mit dem Stempel vom Zoll - damit mussten wir wieder zur Passkontrolle. Nachdem wir wieder brav in der Schlange gewartet hatten, erkannte uns die Beamtin dort schnell wieder und stempelte den "gate pass" ab. Sie hätte uns ja auch vorher mal darauf aufmerksam machen können, dass wir so etwas brauchen.
Wir fuhren 300m weiter, dann begann der Grenzbereich der Südafrikaner. Ein Grenzbeamter sagte uns, dass der Parkplatz voll sei, daher sollten wir doch links herum fahren (statt rechts) - im Endeffekt parkten wir nun hinter der eigentlichen Kontrolle, wie wir erst später bemerkten.
Vor dem Grenzhäuschen, in das wir hineinsollten, gab es bereits eine sehr lange Schlange, in die wir uns auch einreihen mussten. Nach einer gefühlten Ewigkeit wurden wir von einer Art Türsteher, der durch seine markigen Sprüche auffiel und seine Rolle durchaus genoss, in das Gebäude vorgelassen. Dort kam dann glücklicherweise recht schnell die Passkontrolle, die fast ohne Probleme verlief. Vorsichtshalber gingen wir auch noch beim Zoll vorbei, falls wir das Auto wieder extra angeben müssten, doch hier schaute man uns nur komisch an und verstand nicht, was wir denn wollten.
Außerhalb des Gebäudes gingen wir dann zum Grenztor, an dem alle Fahrzeuge vom Zoll kontrolliert wurden - wir waren zum Parken bereits daran vorbeigefahren. Auf unsere Nachfrage hin mussten wir glücklicherweise nicht zurückfahren, sondern konnten einfach zu Fuß hindurch und zu unserem Auto gehen - der Grenzbeamte rief uns noch hinter her, dass er hoffen würde, dass wir die Big Five sähen. So saßen wir bald im Auto, fuhren los, hielten die Pässe in der Hand - und konnten kaum glauben, dass wir es geschafft hatten nach Südafrika. 1,5 Stunden hatte uns diese Grenzprozedur insgesamt gekostet (länger als die gesamte Autofahrt hätte dauern sollen); vielleicht hatten wir einfach nur Pech und es war gerade großer Andrang?!
Auf dem Rückweg aus Madikwe ging es dann umgekehrt - glücklicherweise mit kürzeren Schlangen: Die südafrikanische Grenzkontrolle ging recht fix, dann fuhren wir durch die südafrikanische Zollkontrolle/Grenztor mit Befragung ("I used to like Bayern Munich, now I like Ajax Amsterdam more"), dann auf botswanischer Seite am Zoll ein schneller Stempel auf den "gate pass", eine kurze Warteschlange bei der wieder sehr gründlichen und dadurch doch langwierigen Passkontrolle und wir waren wieder zurück.
War das in Europa auch mal so? Was für eine Errungenschaft jedenfalls, dass wir heute in Europa einfach so die Grenze überqueren können!
Zugegeben, grenzenloses Reisen in Europa (= Schengenprotokoll) ist nicht gleich Europa, aber für den "normalen Bürger" macht es doch einen guten Teil von Europas Identität aus. Und was man bereits als Errungenschaft hat, das wertschätzt man manchmal vielleicht nicht so sehr. Daher dachten wir, dass wir hier mal eine kleine Ode an Schengen schreiben könnten.
An diesem Wochenende haben wir ja einen Ausflug ins Madikwe Game Reserve gemacht, das gerade mal auf der anderen Seite der Grenze zu Südafrika liegt. Wir wussten ja, dass wir eine Grenze zu passieren hätten, doch wenn wir gewusst hätten, was uns erwartete, dann hätten wir wohl noch etwas mehr Zeit einkalkuliert.
An der Grenze - auf botswanischer Seite - mussten wir das Auto erst einmal parken und in das Grenzgebäude gehen. Zunächst läuft man an mehreren Schaltern mit Zollbeamten vorbei; da wir nichts zu verzollen hatten, ignorierten wir sie und gingen einen Raum weiter zur Passkontrolle. Auch hierfür gab es mehrere Schalter, wir stellten uns zunächst in der ersten Schlange an, um dann festzustellen, dass an den verschiedenen Fenstern unterschiedliche Personengruppen abgefertigt wurden. Und zunächst hieß es sowieso ein kleines Papierdokument ausfüllen. Dann stellten wir uns an einem Fenster für "Residents" an. Vor uns waren eine Familie und zwei weitere Grenzgänger, die Beamtin arbeitete offenbar gründlich. Irgendwann kamen wir an die Reihe, alles lief problemlos, wir bekamen die Ausreisestempel in den Pass und verließen das Gebäude, um zum Auto zu gehen. Bis hierhin hatten wir gerade mal 20 Minuten gebraucht, das ging ja schneller als befürchtet. So fuhren wir also auf das botswanische Grenztor zu; die Grenzbeamten interessierten unsere Stempel im Pass jedoch nicht, sie wollten von uns den "gate pass" für das Auto samt Insassen sehen, der von Zoll und Passkontrolle abgestempelt sein muss. Da wir das Dokument nicht hatten, mussten wir das Auto wieder parken und zurück ins Gebäude gehen. Nach nur kurzem Anstehen bekamen wir das Dokument mit dem Stempel vom Zoll - damit mussten wir wieder zur Passkontrolle. Nachdem wir wieder brav in der Schlange gewartet hatten, erkannte uns die Beamtin dort schnell wieder und stempelte den "gate pass" ab. Sie hätte uns ja auch vorher mal darauf aufmerksam machen können, dass wir so etwas brauchen.
Wir fuhren 300m weiter, dann begann der Grenzbereich der Südafrikaner. Ein Grenzbeamter sagte uns, dass der Parkplatz voll sei, daher sollten wir doch links herum fahren (statt rechts) - im Endeffekt parkten wir nun hinter der eigentlichen Kontrolle, wie wir erst später bemerkten.
Vor dem Grenzhäuschen, in das wir hineinsollten, gab es bereits eine sehr lange Schlange, in die wir uns auch einreihen mussten. Nach einer gefühlten Ewigkeit wurden wir von einer Art Türsteher, der durch seine markigen Sprüche auffiel und seine Rolle durchaus genoss, in das Gebäude vorgelassen. Dort kam dann glücklicherweise recht schnell die Passkontrolle, die fast ohne Probleme verlief. Vorsichtshalber gingen wir auch noch beim Zoll vorbei, falls wir das Auto wieder extra angeben müssten, doch hier schaute man uns nur komisch an und verstand nicht, was wir denn wollten.
Außerhalb des Gebäudes gingen wir dann zum Grenztor, an dem alle Fahrzeuge vom Zoll kontrolliert wurden - wir waren zum Parken bereits daran vorbeigefahren. Auf unsere Nachfrage hin mussten wir glücklicherweise nicht zurückfahren, sondern konnten einfach zu Fuß hindurch und zu unserem Auto gehen - der Grenzbeamte rief uns noch hinter her, dass er hoffen würde, dass wir die Big Five sähen. So saßen wir bald im Auto, fuhren los, hielten die Pässe in der Hand - und konnten kaum glauben, dass wir es geschafft hatten nach Südafrika. 1,5 Stunden hatte uns diese Grenzprozedur insgesamt gekostet (länger als die gesamte Autofahrt hätte dauern sollen); vielleicht hatten wir einfach nur Pech und es war gerade großer Andrang?!
Auf dem Rückweg aus Madikwe ging es dann umgekehrt - glücklicherweise mit kürzeren Schlangen: Die südafrikanische Grenzkontrolle ging recht fix, dann fuhren wir durch die südafrikanische Zollkontrolle/Grenztor mit Befragung ("I used to like Bayern Munich, now I like Ajax Amsterdam more"), dann auf botswanischer Seite am Zoll ein schneller Stempel auf den "gate pass", eine kurze Warteschlange bei der wieder sehr gründlichen und dadurch doch langwierigen Passkontrolle und wir waren wieder zurück.
War das in Europa auch mal so? Was für eine Errungenschaft jedenfalls, dass wir heute in Europa einfach so die Grenze überqueren können!
Samstag, 2. Juli 2016
Luxus in Madikwe
Philip und ich hatten schon länger das Gefühl, dass mal wieder ein etwas größerer Ausflug fällig wäre. Dafür hatten wir das Tierreservat Madikwe ins Auge gefasst. Es ist das nächstgrößere von Gaborone aus (wenn man die beiden kleinen Parks Gaborone Game Reserve und Mokolodi nicht mitzählt), nur 37km von unserer Haustür entfernt; liegt aber bereits in Südafrika.
Von einem anderen Deutschen hatten wir den Tipp bekommen, dass man am besten kurzfristig in den Lodges anruft und so gute Chancen hat, Sonderpreise auszuhandeln. Das erschien uns als eine sehr gute Idee, denn in Madikwe gibt es fast ausschließlich 5-Sterne-Lodges, in denen die Übernachtungen dementsprechend viel Geld kosten. Dafür hat man dort gleich Vollpension und zwei Game Drives (Safarifahrten) pro Übernachtung sind auch inklusive, denn in Madikwe darf man mit dem eigenen Auto nur bis zu seiner Lodge fahren.
Ich rief letzten Mittwoch bei zwei "günstigeren" Lodges an, um eine Übernachtung von Freitag auf Samstag zu buchen und bekam von beiden größere Rabatte angeboten. Bei der zweiten, deren Internetauftritt uns etwas besser gefiel, konnte ich noch per Mail etwas nachverhandeln und so sagten wir zu und machten uns am späten Freitagvormittag auf den Weg. Der nächste Wildpark-Eingang zu unserer Ziel-Lodge "The Bush House" lag nur 10km hinter der Grenze. Bevor sie uns reinfahren ließ, klärte die Torwärterin telefonisch ab, dass wir auch wirklich erwartet wurden, und dann waren wir nach ca. 300m Fahrt auch schon am Eingang der Lodge, wo bereits eine Mitarbeiterin nach uns Ausschau hielt. Die Begrüßung war äußerst zuvorkommend, das Zimmer wunderschön und das Gelände einfach traumhaft. Wie familiär die inhabergeführte Lodge war und dass sie nur sechs luxoriöse Zimmer vermietete, hatten wir im Vorfeld gar nicht mitbekommen.
Neben Korbsesseln und Liegen mit Blick auf das Wasserloch gab es auch einen "Hide", den man über einen Tunnel erreichte und durch den man einen versteckten, ebenerdigen und ganz nahen Blick auf das Wasserloch hatte. Leider hat sich kein Tier dorthin verirrt, während wir dort saßen, von einigen Vögeln abgesehen - und ohne Tiere mutete die Szenerie fast apokalyptisch an, obwohl es wahnsinnig friedlich war.
Um 14:30 Uhr gab es einen kleinen Nachmittagssnack (Möhrensalat und Lammspieße, zum Nachtisch Éclairs) und um 15 Uhr begann der Game Drive. Wir waren nur vier Gäste; ein älteres amerikanisches Ehepaar war ebenfalls an dem Tag angereist. Unser Safari Guide Gregg zeigte uns als erstes einen Giraffenbullen, der wohl relativ zuverlässig nahe eines bestimmten Weges steht, dann sahen wir Impalas und schließlich folgte Gregg eine ganze Weile lang Löwenspuren, die teilweise selbst für uns Touristen deutlich erkennbar waren:
Dann hatte Gregg sie aufgespürt - zwei männliche Löwen, Brüder, die wohl erst vor ein paar Stunden einen Revierkampf verloren hatten und nun im Gras lagen. (An dieser Stelle ein Kalauer von Gregg: "Why is the lion called lion? Because he's always lying!") Löwen verbringen ja generell die meiste Zeit des Tages rumliegend und ließen sich durch uns und ein später zu uns stoßendes zweites Safarifahrzeug nicht stören. Sieht dieser nicht aus wie eine verspielte Katze mit etwas groß geratenen Tatzen?
Als nächstes sahen wir Breitmaulnashörner und hielten dann für einen kleinen "Sundowner" an. Auf dem Rückweg, schon in der Dunkelheit, trafen wir noch auf mehrere Hasen und schließlich auf Büffel. Drei der Big Five auf einem Game Drive - keine schlechte Bilanz!
An der Lodge wurden wir bereits mit einem Begrüßungs-Apéritif erwartet und gingen dann auch recht bald zum Abendessen. In der Zwischenzeit war noch ein fünfter Gast angekommen, auch ein Deutscher, der gerade ein Jahr lang in Südafrika für einen Energiekonzern arbeitet und bereits das letzte Wochenende in The Bush House verbracht hatte, nun aber noch mal wiedergekommen war, weil er seine Lederjacke vergessen hatte. Er war bereits 60 Jahre alt und sehr freundlich, auch wenn es mich irriterte, dass er seine in London lebende Partnerin "Meine kleine Thai-Freundin" nannte. Aber so ist es fern der Heimat: Man kommt mit Menschen ins Gespräch, die man in Deutschland aufgrund mangelnder Gemeinsamkeiten kaum kennengelernt hätte - im Ausland ist das Herkunftsland dann aber ein verbindender gemeinsamer Nenner.
Wir fünf zogen uns nach dem Abendessen alle relativ schnell zurück - am nächsten Morgen sollte es früh losgehen. Philip und ich setzten uns noch ein bißchen in den Hide und lasen, Tiere ließen sich am beleuchteten Wasserloch allerdings keine mehr blicken. In der Unterkunft inspizierten wir noch den Bücherschrank. Oft ist es in Hotels ja so, dass es ein Regal gibt, in dem Urlauber ihre Bücher lassen und andere sie dann mitnehmen können, hier stand jedoch in einigen Büchern drin, dass sie The Bush House gehörten. Ich liebäugelte trotzdem damit, mir eines zumindest auszuleihen, entschied mich aber dagegen, als wir zu Bett gingen - und in unserem Bett zwei Wärmflaschen vorfanden! Mal ehrlich, man kann doch nicht guten Gewissens ein Buch von jemandem mitgehen lassen (wenn auch leihweise), der einem eine Wärmflasche ins Bett legt ...
Am nächsten Morgen klopfte Gregg wie angekündigt um 6 Uhr an unsere Tür. Nach Kaffee/Tee und einem Muffin bestiegen unsere drei Mitgäste und wir gegen 6:30 Uhr das Safari-Auto und fuhren durch die Morgendämmerung. Im Vorfeld war uns eingeschärft worden, dass es während der Fahrt sehr kalt werden würden - anfangs ohne Sonne und dann sitzt man in so einem offenen Safarifahrzeug ja auch sehr exponiert und ist dem Wind und dem südafrikanischen Winter voll ausgesetzt. Aber für jeden von uns lag eine Decke bereit - und in jede Decke eingewickelt war außerdem eine Wärmflasche! Für künftige Game Drives sind wir nun vermutlich für immer verdorben ...
Es dauerte eine ganze Weile, bis wir die ersten Tiere entdeckten: Gnus, dann Impalas und schließlich männliche Kudus. Letztere hatten riesige geschwungene Hörner - mindestens aus der Nähe hatten wir diese noch nie gesehen.
Schließlich entdeckte ich den ersten Elefant, auf den wir alle schon gewartet hatten, nachdem Gregg uns am Vortag als erstes erläutert hatte, welche Schäden die große Elefantenpopulation von Madikwe (wohl 1.300 Tiere, die wegen eines generellen Jagdverbots immer mehr werden) an den Bäumen anrichten würden. Tatsächlich hatten wir auch viele abgestorbene, da umgeknickte Bäume gesehen - aber keine Elefanten! Auch dieser hier war in einem Hang eher versteckt und wurde dort von Affen geärgert, weswegen er zweimal empört trötete.
Bald darauf machten wir eine kleine Pause und es gab Tee sowie "Bush Coffee" mit Amarula, einem Wildfrucht-Sahne-Likör. Dann fuhren wir noch zu zwei Löwen, deren Lagerplatz Gregg per Funk von anderen Safari Guides erfahren hatte. Auch sie schliefen zeitweise und zeigten sich völlig ungerührt durch unsere Anwesenheit.
An Zebras und Gnus vorbei fuhren wir schließlich wieder zur Lodge, wo wir von Mitarbeitern und Inhabern mit heißem Kakao empfangen wurden. Das Frühstück gab es heute Morgen nicht auf der Terasse, sondern drinnen - es war einfach zu kühl. Auf dem Frühstückstisch waren deutschsprachige Blätter mit einer Zusammenfassung von deutschen Nachrichten sowie englischsprachige Nachrichten aus den USA ausgelegt. Das amerikanische Paar nutze die Gelegenheit, uns über die deutsche Wahrnehmung von Trump zu befragen, während unser Landsmann etwas unvermittelt ein Foto seiner Kinder auf dem Handy rumzeigte. Es war ein nettes Frühstück, dann mussten wir auch schon packen. Die Belegschaft winkte uns hinterher, bis wir um die Ecke bogen, es war ganz rührend. Was für eine schöne Auszeit - nach Madikwe fahren wir bald wieder mal!
Von einem anderen Deutschen hatten wir den Tipp bekommen, dass man am besten kurzfristig in den Lodges anruft und so gute Chancen hat, Sonderpreise auszuhandeln. Das erschien uns als eine sehr gute Idee, denn in Madikwe gibt es fast ausschließlich 5-Sterne-Lodges, in denen die Übernachtungen dementsprechend viel Geld kosten. Dafür hat man dort gleich Vollpension und zwei Game Drives (Safarifahrten) pro Übernachtung sind auch inklusive, denn in Madikwe darf man mit dem eigenen Auto nur bis zu seiner Lodge fahren.
Ich rief letzten Mittwoch bei zwei "günstigeren" Lodges an, um eine Übernachtung von Freitag auf Samstag zu buchen und bekam von beiden größere Rabatte angeboten. Bei der zweiten, deren Internetauftritt uns etwas besser gefiel, konnte ich noch per Mail etwas nachverhandeln und so sagten wir zu und machten uns am späten Freitagvormittag auf den Weg. Der nächste Wildpark-Eingang zu unserer Ziel-Lodge "The Bush House" lag nur 10km hinter der Grenze. Bevor sie uns reinfahren ließ, klärte die Torwärterin telefonisch ab, dass wir auch wirklich erwartet wurden, und dann waren wir nach ca. 300m Fahrt auch schon am Eingang der Lodge, wo bereits eine Mitarbeiterin nach uns Ausschau hielt. Die Begrüßung war äußerst zuvorkommend, das Zimmer wunderschön und das Gelände einfach traumhaft. Wie familiär die inhabergeführte Lodge war und dass sie nur sechs luxoriöse Zimmer vermietete, hatten wir im Vorfeld gar nicht mitbekommen.
Neben Korbsesseln und Liegen mit Blick auf das Wasserloch gab es auch einen "Hide", den man über einen Tunnel erreichte und durch den man einen versteckten, ebenerdigen und ganz nahen Blick auf das Wasserloch hatte. Leider hat sich kein Tier dorthin verirrt, während wir dort saßen, von einigen Vögeln abgesehen - und ohne Tiere mutete die Szenerie fast apokalyptisch an, obwohl es wahnsinnig friedlich war.
Um 14:30 Uhr gab es einen kleinen Nachmittagssnack (Möhrensalat und Lammspieße, zum Nachtisch Éclairs) und um 15 Uhr begann der Game Drive. Wir waren nur vier Gäste; ein älteres amerikanisches Ehepaar war ebenfalls an dem Tag angereist. Unser Safari Guide Gregg zeigte uns als erstes einen Giraffenbullen, der wohl relativ zuverlässig nahe eines bestimmten Weges steht, dann sahen wir Impalas und schließlich folgte Gregg eine ganze Weile lang Löwenspuren, die teilweise selbst für uns Touristen deutlich erkennbar waren:
Dann hatte Gregg sie aufgespürt - zwei männliche Löwen, Brüder, die wohl erst vor ein paar Stunden einen Revierkampf verloren hatten und nun im Gras lagen. (An dieser Stelle ein Kalauer von Gregg: "Why is the lion called lion? Because he's always lying!") Löwen verbringen ja generell die meiste Zeit des Tages rumliegend und ließen sich durch uns und ein später zu uns stoßendes zweites Safarifahrzeug nicht stören. Sieht dieser nicht aus wie eine verspielte Katze mit etwas groß geratenen Tatzen?
An der Lodge wurden wir bereits mit einem Begrüßungs-Apéritif erwartet und gingen dann auch recht bald zum Abendessen. In der Zwischenzeit war noch ein fünfter Gast angekommen, auch ein Deutscher, der gerade ein Jahr lang in Südafrika für einen Energiekonzern arbeitet und bereits das letzte Wochenende in The Bush House verbracht hatte, nun aber noch mal wiedergekommen war, weil er seine Lederjacke vergessen hatte. Er war bereits 60 Jahre alt und sehr freundlich, auch wenn es mich irriterte, dass er seine in London lebende Partnerin "Meine kleine Thai-Freundin" nannte. Aber so ist es fern der Heimat: Man kommt mit Menschen ins Gespräch, die man in Deutschland aufgrund mangelnder Gemeinsamkeiten kaum kennengelernt hätte - im Ausland ist das Herkunftsland dann aber ein verbindender gemeinsamer Nenner.
Wir fünf zogen uns nach dem Abendessen alle relativ schnell zurück - am nächsten Morgen sollte es früh losgehen. Philip und ich setzten uns noch ein bißchen in den Hide und lasen, Tiere ließen sich am beleuchteten Wasserloch allerdings keine mehr blicken. In der Unterkunft inspizierten wir noch den Bücherschrank. Oft ist es in Hotels ja so, dass es ein Regal gibt, in dem Urlauber ihre Bücher lassen und andere sie dann mitnehmen können, hier stand jedoch in einigen Büchern drin, dass sie The Bush House gehörten. Ich liebäugelte trotzdem damit, mir eines zumindest auszuleihen, entschied mich aber dagegen, als wir zu Bett gingen - und in unserem Bett zwei Wärmflaschen vorfanden! Mal ehrlich, man kann doch nicht guten Gewissens ein Buch von jemandem mitgehen lassen (wenn auch leihweise), der einem eine Wärmflasche ins Bett legt ...
Am nächsten Morgen klopfte Gregg wie angekündigt um 6 Uhr an unsere Tür. Nach Kaffee/Tee und einem Muffin bestiegen unsere drei Mitgäste und wir gegen 6:30 Uhr das Safari-Auto und fuhren durch die Morgendämmerung. Im Vorfeld war uns eingeschärft worden, dass es während der Fahrt sehr kalt werden würden - anfangs ohne Sonne und dann sitzt man in so einem offenen Safarifahrzeug ja auch sehr exponiert und ist dem Wind und dem südafrikanischen Winter voll ausgesetzt. Aber für jeden von uns lag eine Decke bereit - und in jede Decke eingewickelt war außerdem eine Wärmflasche! Für künftige Game Drives sind wir nun vermutlich für immer verdorben ...
Es dauerte eine ganze Weile, bis wir die ersten Tiere entdeckten: Gnus, dann Impalas und schließlich männliche Kudus. Letztere hatten riesige geschwungene Hörner - mindestens aus der Nähe hatten wir diese noch nie gesehen.
Schließlich entdeckte ich den ersten Elefant, auf den wir alle schon gewartet hatten, nachdem Gregg uns am Vortag als erstes erläutert hatte, welche Schäden die große Elefantenpopulation von Madikwe (wohl 1.300 Tiere, die wegen eines generellen Jagdverbots immer mehr werden) an den Bäumen anrichten würden. Tatsächlich hatten wir auch viele abgestorbene, da umgeknickte Bäume gesehen - aber keine Elefanten! Auch dieser hier war in einem Hang eher versteckt und wurde dort von Affen geärgert, weswegen er zweimal empört trötete.
Bald darauf machten wir eine kleine Pause und es gab Tee sowie "Bush Coffee" mit Amarula, einem Wildfrucht-Sahne-Likör. Dann fuhren wir noch zu zwei Löwen, deren Lagerplatz Gregg per Funk von anderen Safari Guides erfahren hatte. Auch sie schliefen zeitweise und zeigten sich völlig ungerührt durch unsere Anwesenheit.
An Zebras und Gnus vorbei fuhren wir schließlich wieder zur Lodge, wo wir von Mitarbeitern und Inhabern mit heißem Kakao empfangen wurden. Das Frühstück gab es heute Morgen nicht auf der Terasse, sondern drinnen - es war einfach zu kühl. Auf dem Frühstückstisch waren deutschsprachige Blätter mit einer Zusammenfassung von deutschen Nachrichten sowie englischsprachige Nachrichten aus den USA ausgelegt. Das amerikanische Paar nutze die Gelegenheit, uns über die deutsche Wahrnehmung von Trump zu befragen, während unser Landsmann etwas unvermittelt ein Foto seiner Kinder auf dem Handy rumzeigte. Es war ein nettes Frühstück, dann mussten wir auch schon packen. Die Belegschaft winkte uns hinterher, bis wir um die Ecke bogen, es war ganz rührend. Was für eine schöne Auszeit - nach Madikwe fahren wir bald wieder mal!
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