Wie es hier nun einmal ist, fiel es uns erst nicht leicht, den Ort des Festivals zu finden. Wir wussten, dass er südöstlich von Molepolole liegen sollte (ca. 40 km nördlich von Gaborone), an einer Stelle, wo einst ein wichtiger Häuptling der Bakwena, eines der größten Stämme in Botswana, eine Siedlung gegründet hatte. "Dithubaruba", der Name des Festivals, ist nach dem Hügel benannt, der sich hinter diesem Ort erhebt.
Nachdem wir vergeblich irgendeine Ausschilderung suchend durch das sehr langgezogene Molepolole gefahren waren, hielten wir an einem SPAR-Supermarkt, in dem wir uns den Weg beschreiben ließen und gleich auch noch die Eintrittskarten kauften. Dank der Beschreibung fanden wir den Ort des Geschehens: Am Eingangstor des Areals wurden unsere Eintrittskarten eingesammelt und wir bekamen ein Bändchen ans Handgelenk - da kam gleich Festival-Feeling auf.
Der eigentliche Festivalplatz bestand aus zwei VIP-Zelten und zwei größeren Tribünen, die zusammen einen ungefähr quadratischen und staubigen Platz einrahmten. Daneben war noch eine traditionelle botswanische Rundhütte und eine Kgotla, ein traditioneller Versammlungsort aufgebaut, im Umkreis außerdem einige Zelte für Verpflegung und Souvenirs.
Als wir ankamen, spielte gerade ein Alleinunterhalter auf dem Platz, einzelne Leute tanzten zur Musik. Wir schauten uns erst einmal in Ruhe um und setzten uns schließlich auf ein Mäuerchen. Es machte Spaß, die Festivalbesucher zu beobachten: Einige gehörten ganz klar zu Gruppen, die noch auftreten würden und hatten eine einheitliche Tracht oder gar traditionelle Kleidung an. Der Großteil der nicht zu den Akteuren gehörenden Besucher hatte sich jedoch ebenfalls schick gemacht, sei es mit einem farbenfrohen Kleid, Kopfschmuck oder traditionelle Kleidung.
Eine ganze Weile passierte nicht allzu viel, was uns Zeit gab, eine Kleinigkeit zu essen (Hähnchen und irgendein spinatähnliches Gemüse - mit den Fingern!) und die Leute zu beobachten. Dann ging es schließlich los: Verschiedene Tanzgruppen und Chöre traten nacheinander auf, performten auf dem Platz und hatten Spaß. Häufig waren es auch sowohl Tanzgruppen als auch Chöre, d.h. wir fragten uns, ob sie mehr tanzten oder mehr sangen.
Und da gab es dann auch die oben erwähnte Gruppe, die "halbnackt" tanzte:
Eine andere Gruppe beeindruckte uns jedoch mindestens ebenso sehr: Tänzer aus einer Provinz in Südafrika, die an Botswana grenzt, sie führten eine Polka vor, weil das der Tanz ihrer Region ist.
Es machte den Gruppen ganz offensichtlich Spaß, ihre Künste zu zeigen, manche traten auch mehrfach auf. Immer wieder ertönte der Name des Festivals als Jubelruf: "Dithubaruba!"
Gelegentlich gab es Pausen, in denen nur Musik gespielt wurde und einzelne Festivalbesucher auf dem Platz tanzten. Und dann wurde auch Walli aufgefordert - so wurde sie zum Star des Tages!
Wir kamen uns allerdings eh schon fast wie Promis vor. Da außer uns nur noch drei andere Weiße vor Ort waren, fielen wir auf und bemerkten mehrmals, dass wir fotografiert oder sogar gefilmt wurden. Zum Teil legten uns Leute ohne Ankündigung ihren Arm um die Schulter, riefen "Selfie, please!" und schon wurde eine Handykamera auf uns gerichtet.
Der Tanz, auf den wohl alle Besucher warteten, kam am späten Nachmittag. Als die ersten Töne erklangen, sprang ein Großteil der Festivalbesucher auf und tanzte mit - alle kannten ihn, denn es war der lokale Tanz von Molepolole.
Gegen 17:30 Uhr machten wir uns ein wenig schweren Herzens auf den Heimweg. Das Festival würde noch bis in die Nacht dauern, doch wir wollten bis Einbruch der Dunkelheit wieder in der Nähe Gaborones sein. Es wird hier derzeit gegen 18:15 Uhr dunkel - und anschließend ist es aus Verkehrssicherheitsgründen nicht wirklich ratsam, über Land zu fahren.
Das Dithubaruba-Festival war für uns das bisher größte kulturelle Highlight in Botswana. Wir waren sehr froh, an diesem Samstag dabeigewesen zu sein!








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