Es ist nicht ganz einfach, viel Bewegung hier zu bekommen: Ein Spaziergang durch unseren Kiez die Straße entlang: ohne Bürgersteig staubig und teils wegen der Autos gefährlich, auch wegen der Sicherheitslage nicht wirklich empfohlen. Fahrradfahrer sind den Autofahrern unbekannt, sie fahren entsprechend, also auch keine wirkliche Alternative - und zu heiß ist es sowieso. Daher haben wir uns vor einiger Zeit im Fitnessstudio angemeldet. Dort bin ich kürzlich zum besten Kunden gewählt worden: Zahlt pünktlich, aber verstopft das Fitnessstudio nicht.
Ein paar Sporteleien haben wir schon versucht: Wir sind mit Mountainbikes durch den Mokolodipark gefahren, und wir sind ein paar Mal auf den Kgale Hill gestiegen. Für beides ist es tagsüber mittlerweile zu heiß, man müsste ganz früh morgens aufbrechen - zu früh für uns.
Ein langweiliges Wochenende stand mir bevor: Walli ist schon am Freitag nach Deutschland geflogen, ich habe nicht ganz so viele Urlaubstage und werde erst in einer Woche nachkommen können. Für Samstagmorgen bot der Mokolodipark einen "Bush Walk" an, und nachdem auch eine Kollegin sich angemeldet hatte, hatte ich keine Ausrede mehr. Immerhin sollte ich etwas Bewegung bekommen. Um 6:30 Uhr war Treffpunkt am Empfang, wenig später wanderten wir los. Aus den neun Gästen wurden schnell nur noch sechs, denn drei hatten gedacht, wir würden auf den Straßen herumrennen (es konnte sich niemand erklären, wie sie darauf gekommen waren), so waren wir ihnen zu langsam und sie kehrten um. Zu sechst wanderten wir also mit drei Rangern herum; auf sieben bis acht Kilometer war die Wanderstrecke geschätzt worden. Zunächst ging es leicht abwärts, dann eben: Die angelegten Straßen/Piste überquerten wir höchstens, mieden sie sonst; gelegentlich liefen wir auf den markierten Mountainbike-Strecken, viel häufiger führten uns unsere Führer querfeldein durch den Busch. Immer wieder wichen wir den peitschenden Ästen unserer Vorderleute aus oder bemühten uns, unter Ästen gebückt hindurchzulaufen. Letzteres erinnerte mich ein wenig an unser Rhino-Tracking im Khama Rhino Sanctuary. Trotz der frühen Uhrzeit war es schon ausreichend warm, und ich war froh um die Wasserflasche, die ich dabei hatte.
Mokolodi - für Walli und mich ist das mittlerweile fast synonym mit "keine/kaum" Tiere sehen; nur mit Wallis Eltern hatten wir mal wirklich Glück. Als Wandergruppe erging es uns nicht unbedingt anders als sonst, wir sahen nicht wirklich viele Tiere: Eine Leopardenschildkröte, ein paar flüchtende Impalas - und einmal schauten uns eine Gruppe Eland-Antilopen aus dem Unterholz eine Weile an, bis auch sie beschlossen wegzuspringen.
Dafür kamen wir immer wieder an Spuren vorbei, und unsere Ranger fragten uns regelmäßig, welche Spur wir gerade sähen. Mittlerweile habe ich ja viele Safaris mitgemacht und viele Spuren gezeigt bekommen - aber dennoch gibt es immer wieder noch Spuren, die ich noch nicht gesehen habe oder die ich einfach nicht wiedererkenne. Am Rand eines Sees entdeckten wir einmal sogar Leopardenspuren, vermutlich aus der vorangegangenen Nacht. Eigentlich gibt es in Mokolodi keine Raubtiere (daher kann man dort Mountainbiken oder eben einen bush walk machen) - offenbar kommen aber doch gelegentlich ein paar Leoparden vorbei. Gut, dass sie sicherlich genauso viel Angst vor uns wie wir vor ihnen haben...
Gegen neun Uhr schaute ich einmal auf die Uhr, wie spät es wohl sei - die Sonne brannte mittlerweile ziemlich unerbittlich auf uns hernieder. Glücklicherweise zogen wenig später ein paar leichte Quellwolken auf (vorher war es, wie so häufig hier, wolkenlos), die sich gelegentlich vor die Sonne schoben. Gegen viertel vor zehn Uhr fragten unsere Führer uns, ob wir noch eine Stunde weiterlaufen wollten, oder in ca. 20 Minuten zum Ausgangspunkt zurück. Es traute sich wohl niemand, aufzugeben, und so liefen wir noch eineinhalb Stunden weiter. An einem Termitenhügel, der auf über 500 Jahre geschätzt wurde, kehrten wir schließlich um - und als wir gegen 11:15 Uhr nach von einem Fitnessarmband gemessenen 13 Kilometern am Ausgangspunkt wieder ankamen, waren wir alle ein wenig kaputt. Es erwarteten uns eine Cola und Fingerfood - gerade richtig zur Erholung.
Am heutigen Sonntag pflege ich nun meinen Muskelkater. Vielleicht sollte ich doch wieder häufiger ins Fitnessstudio gehen?
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