Donnerstag, 22. September 2016

Zwischen Tafelberg und Pinguinen

Seit Sonntagabend bin ich wieder in Botswana und schon von verschiedenen Seiten gefragt worden, ob es nicht noch einen Blogbeitrag zu Kapstadt geben würde. Bisher habe ich mich ein bisschen davor gedrückt - ich weiß gar nicht, ob es für andere so nachvollziehbar ist, wieso ich Kapstadt so toll fand. Das lag nämlich gar nicht so sehr an Tafelberg und Waterfront, auch wenn diese beiden Wahrzeichen natürlich toll sind. Die Stadt hat Flair. Und Museen. Gleich mehrere Fußgängerzonen und Marktplätze. Richtige Buchhandlungen. Parks. Vieles davon sucht man in Gaborone vergebens. Und wie es mir fehlt, wurde mir erst bewusst, als ich es plötzlich wieder hatte (wobei, dass ich hier eine richtige Buchhandlung vermisse, wusste ich schon vorher). Mir war von Anfang an klar, dass man Botswana und Deutschland gar nicht vergleichen kann. Botswana und Südafrika dagegen liegen so dicht beieinander, dass ich auf diesen Riesenkontrast nicht vorbereitet war. Ich war einfach nicht darauf gefasst, dass mir Kapstadt SO gut gefallen würde.

Was diesen Eindruck zusätzlich verstärkt hat, war die Sprachschule. Abgesehen davon, dass mir der Unterricht sowohl Spaß gemacht als auch etwas gebracht hat, hat es mir gut getan, so viel unter Menschen zu sein. Und an so einer Sprachschule mit Leuten aus allen möglichen Ländern kommt man dermaßen leicht und unkompliziert in Kontakt - das war ich gar nicht mehr gewohnt. Hier in Gaborone ist es etwas mühsam. Trotz diverser Einladungen haben sich noch keine richtigen Freundschaften ergeben. Nun brauchen Freundschaften natürlich auch Zeit; in Kapstadt haben allerdings ein paar Tage ausgereicht, um sich mal zum Abendessen oder Kaffeetrinken zu verabreden. Die meisten von uns waren nur wenige Wochen in der Stadt und man kannte ja sonst kaum jemanden. Hier in Gaborone sind unsere Bekannten wie wir für Monate bzw. Jahre hier. Allerdings sind die meisten von ihnen ebenfalls hierher gekommen, ohne jemanden zu kennen und daher auf neue Kontake angewiesen - sollte man meinen. Trotzdem gestaltet es sich eher schwierig, Leute näher kennenzulernen. Warum? Eine schweizer Freundin schrieb mir, dass Deutsche ihrer Erfahrung nach auch nicht immer so offen für neue Kontakte wären - da hat sie offensichtlich Recht. Schade ist das halt, wenn man selbst Kontakte sucht - außerhalb des Golfplatzes, dem verweigere ich mich nach wie vor ...

Außerdem habe ich in Kapstadt eine Freundin wiedergetroffen, die ich 16 Jahre nicht gesehen hatte. Auch das war sehr schön und hat dazu beigetragen, dass ich Kapstadt einfach nur genossen habe. Da der geneigte Blogleser anhand meines Berichts jetzt aber vermutlich immer noch nicht weiß, ob sich die Stadt touristisch für ihn lohnt, hier zum Abschluss ein paar Sightseeing-Highlights:


Das Wahrzeichen von Kapstadt: Der Tafelberg! Eins der sieben Weltwunder, wie ich zu meiner Verblüffung erfuhr. Neben den "alten" sieben Weltwundern wurden vor ein paar Jahren nämlich neue gewählt - und im Rahmen dieser Wahl wurden zusätzlich die "Weltwunder der Natur" festgelegt. So gesehen ist der Tafelberg eigentlich nur eins von 21 Weltwundern ... was seine Schönheit nicht schmälert! Ich habe die Seilbahn genommen und bin oben rumgelaufen - die Aussicht in alle Richtungen ist großartig.


Machen wir mit den Superlativen gleich weiter: Der Botanische Garten in Kirstenbosch gilt sicher völlig zu recht als einer der Schönsten Botanischen Gärten der Welt. Die Anlage ist teils Park, teils Garten, am Hang gelegen und mit einem schönen Blick auf Kapstadt und den Tafelberg, zu dessen Fuß der Botanische Garten liegt. Absolut wunderschön!


Wunderschön ist auch ein Spaziergang an der Strandpromenade des Kapstädter Stadtteils Sea Point. Neben dem Blick aufs Meer gibt es eine Parkanlage mit ein paar Kunstwerken, Spielplätzen, Eisverkäufern ... und zwischendurch tatsächlich auch ein paar kleine Sandstrände.


Dieser Sandstrand ist allerdings woanders - nämlich am Boulders Beach, gute 40 km südlich der Stadt. Hier lebt eine Kolonie von Brillenpinguinen. Safari mal anders - am Strand watschelnde und in den Wellen planschende Pinguine sind ein toller Anblick!


Ebenfalls ein toller Anblick, selbst hier bei trübem Regenwetter, sind die bunten Häuser in Bo-Kaap, dem alten islamischen Viertel Kapstadts. Sie strahlen bei Wind und Wetter.

So viel als Kurzeindruck. Ganz ehrlich: Es dürfte auch unter anderen Voraussetzungen schwer fallen, sich nicht in diese Stadt zu verlieben. Es sage also niemand, ich hätte ihn nicht gewarnt ...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen