Samstag, 17. September 2016

Koffergeschichten

Zwei Wochen in Deutschland liegen hinter mir - etwas dominiert durch Koffergeschichten. Ich habe schöne Koffer, denn ich reise viel und habe mir daher mal solche gegönnt; sie rollen recht leicht, das ist angenehm. Doch von vorne.
Anlass meiner Deutschlandreise waren Gespräche im Ministerium, eine Konferenz sowie eine Fortbildung. Als braver Auslandsmitarbeiter (AMA) bin ich auch gleich nach der Landung in die GIZ-Zentrale nach Eschborn gefahren, um dort erste Gespräche zu führen, Kollegen wiederzutreffen etc. Wobei, ich bin nicht ganz gleich nach Eschborn gefahren. Zuerst schloss ich meinen großen Koffer am Bahnhof in ein Schließfach ein.
Als ich später an dem Tag gen Rheinland weiterfuhr, merkte ich im Zug kurz hinter dem Frankfurter Flughafen, dass ich doch mit recht leichtem Gepäck unterwegs war. Besser gesagt: Mein großer Koffer befand sich noch sicher verstaut am Frankfurter Hauptbahnhof. Die nette Schaffnerin hatte Mitleid mit mir und entwertete mein Ticket nicht. Nächster Stopp war Köln-Deutz.

Einen Tag später - nun hatte ich meinen kleinen Koffer in ein Schließfach gepackt, diesmal in Bonn vor einem Besuch im Ministerium - dachte ich sogar vor Abfahrt an mein Gepäck und kam nicht umhin, mich ein klein wenig stolz zu fühlen. Dafür hatte ich in der Zwischenzeit noch eine extra Tasche von meinen Schwiegereltern bekommen, mit ersten Einkäufen für Botswana. Vor der Weiterfahrt zu meinen Eltern für den Wochenend-Besuch machte ich noch einen kleinen Umweg zum Frankfurter Hauptbahnhof, ein Koffer wollte noch im Schließfach-Vergesslichkeitsland abgeholt werden.
Nach dem Wochenend-Besuch im Rheinland beschloss ich, nur mit dem großen Koffer weiterzureisen und den kleineren Koffer vorerst zu parken, so dass ich ihn nicht mehr vergessen konnte. Doch zurück von der Woche in Bad Neuenahr (Konferenz) und Eschborn (Fortbildung) stellte ich - wiederum im Rheinland - am Freitagabend fest, dass sich der große Koffer nicht mehr öffnen ließ, das Zahlenschloss war defekt. Edle Koffer haben ja einen Vorteil: Es gibt für sie Reparaturwerkstätten in Deutschland (alternativ: Johannesburg), doch die haben überwiegend nur unter der Woche auf. Deutschlandweit hat nur eine einzige Reparaturwerkstatt dieses Kofferherstellers samstags geöffnet, in Düsseldorf gelegen. So kam ich zu einem kleinen Ausflug nach Düsseldorf (und anschließend auch wieder an den Kofferinhalt).
Mit komplettem Gepäck ging's weiter in den Süden Deutschlands, Fortbildung zweiter Teil. Die Koffer waren bereits nicht mehr ganz leer. Am letzten Tag meines Deutschland-Aufenthalts kaufte ich noch einmal im Supermarkt ein. Ich war sicher, dass ich meine Einkäufe nicht mehr alle in die Koffer bekommen würde. Und es klappte doch.
Ja, man bekommt fast alles in Botswana - aber alles konnten wir dann bisher doch nicht finden, und manche Dinge sind auch günstiger in Deutschland. So füllte sich in Deutschland der Koffer langsam aber sicher von Stopp zu Stopp: ein paar Bücher, DVDs, CDs, aktuelle Zeitungen und Zeitschriften, ein neuer Computer für Walli, Goretex-Waschmittel, Schnürsenkel, gute Adapterstecker, allerlei weiterer Kleinkram, und schließlich noch Risottoreis, Brotgewürz und Sauerteig (zum Brotbacken), 2 Laibe Frankenbrot (schmeckt doch noch besser als selbstgebacken!) und 12 Stücke Käse. Der große Koffer wog am Ende 32 kg, den kleinen fürs Handgepäck habe ich vorsichtshalber nicht gewogen.
Insbesondere zu Wallis Erleichterung bin ich mit sämtlichen Gepäckstücken in Botswana eingetroffen. Willkommen zurück in Gaborone!

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