Wie kommt man eigentlich bei durchschnittlich 35 Grad in Weihnachtsstimmung? Wissen wir auch nicht so richtig. Und so nutzen wir hoffnungsvoll die Gelegenheiten, die sich hier bieten - und hatten uns zum gestrigen Event "Christmas Carols in Mokolodi" angemeldet. Wir sind dann allerdings nicht in das Tierreservat gefahren und haben den Kudus und Giraffen vorgesungen; das Ganze fand im Open Air-Café hinter der Rezeption statt. Die Tische waren weihnachtlich-rot eingedeckt und fast alle reserviert, weswegen wir uns zu einem älteren Ehepaar setzten, das ursprünglich aus Simbabwe kam, aber schon seit über 30 Jahren in Botswana lebt. ("Mit einem zwei Jahres-Vertrag gekommen und über 30 Jahre geblieben!" erklärte uns der Mann stolz. Wow. Philip und ich planen das bislang allerdings nicht.)
Auch eine Kollegin von Philip fand sich mit Tochter und Au Pair ein, es gab Wein, Bier, Hotdogs und Käseplatten und schließlich trat eine Sängerin namens Liesl auf, die wir schon mal auf dem ein oder anderen Markt auftreten gesehen hatten. Auf den Tischen lagen Liedblätter und so sangen wir mehr oder weniger gemeinsam mit ihr "Jingle bells", "I saw Mommy kissing Santa Claus" und "Silent night". Es war ein stimmungsvoller Abend!
Donnerstag, 8. Dezember 2016
Montag, 5. Dezember 2016
Wir wünschen einen frohen Nikolaus!
Wir denken an unsere frierenden Leser zu diesem Nikolaus! Der Pool hat bei 40°C tatsächlich Abkühlung gebracht! Und wir versuchen, uns schon einmal ein wenig in Weihnachtsstimmung zu bringen.
Viele Grüße
Walli und Philip
Samstag, 3. Dezember 2016
Weihnachtsmarkt
Weihnachtsmärkte sind eine typisch deutsche Angelegenheit, und so ist es kein Wunder, dass es hier keine gibt. Ok, zugegeben, Glühwein bei 40°C zu verkaufen, wäre vielleicht auch nicht die genialste Geschäftsidee, die es je gab.
Märkte an sich findet man in Botswana aber auch generell kaum. Das Land muss aufgrund seiner Trockenheit über 98 Prozent seines Obsts und Gemüses importieren - da macht ein Bauernmarkt für solche Produkte nur wenig Sinn.
Es gibt allerdings eine Gruppe von Leuten, die samstags einen kleinen Markt bestückt; der bekannteste ist am ersten Samstag im Monat im Hof des Restaurants "Bull & Bush", an anderen Samstagen findet man die gleichen Marktstände an anderen Orten.
Wir waren zu Beginn unserer Zeit in Gaborone einmal beim "Bull & Bush"-Markt: Es gibt Livemusik und verschiedene Stände/ kleine Verkaufstische; eine Farmerin bietet Gemüse aus ihrem Garten sowie Selbstgebackenes an (Einwurf Walli: "sehr empfehlenswerte Rote Beete-Brownies!"), andere verkaufen Kunsthandwerk, ein Tierheim gebrauchte Bücher, eine Inderin Samosas (kleine gefüllte Teigtaschen), etc.
Durchaus nette Stände - allerdings sind es jedes Mal die gleichen. Für den heutigen Samstag war ein "Weihnachtsmarkt" angekündigt; klar, dass wir dorthin gehen mussten. Es war deutlich voller als sonst, viele Leute saßen (in der prallen Sonne?!) auf Bänken und aßen und tranken etwas; ein paar mehr Stände als sonst gab es, die (zum Teil Weihnachtsmannmützen tragenden) Verkäufer hofften auf das Weihnachtsgeschenk-Geschäft.
Inwiefern sie auf ihre Kosten kamen, wissen wir nicht, aber auf jeden Fall war einiges los. Diese Samstagsmärkte sind generell Orte, an denen man mit hoher Wahrscheinlichkeit zufällig Bekannten über den Weg läuft - wir trafen sowohl eine Nachbarin als auch eine von meinen Kolleginnen und unterhielten uns eine Weile. Glühwein haben wir übrigens trotz der Ankündigung eines "Weihnachtsmarktes" keinen gefunden/getrunken.
Märkte an sich findet man in Botswana aber auch generell kaum. Das Land muss aufgrund seiner Trockenheit über 98 Prozent seines Obsts und Gemüses importieren - da macht ein Bauernmarkt für solche Produkte nur wenig Sinn.
Es gibt allerdings eine Gruppe von Leuten, die samstags einen kleinen Markt bestückt; der bekannteste ist am ersten Samstag im Monat im Hof des Restaurants "Bull & Bush", an anderen Samstagen findet man die gleichen Marktstände an anderen Orten.
Wir waren zu Beginn unserer Zeit in Gaborone einmal beim "Bull & Bush"-Markt: Es gibt Livemusik und verschiedene Stände/ kleine Verkaufstische; eine Farmerin bietet Gemüse aus ihrem Garten sowie Selbstgebackenes an (Einwurf Walli: "sehr empfehlenswerte Rote Beete-Brownies!"), andere verkaufen Kunsthandwerk, ein Tierheim gebrauchte Bücher, eine Inderin Samosas (kleine gefüllte Teigtaschen), etc.
Durchaus nette Stände - allerdings sind es jedes Mal die gleichen. Für den heutigen Samstag war ein "Weihnachtsmarkt" angekündigt; klar, dass wir dorthin gehen mussten. Es war deutlich voller als sonst, viele Leute saßen (in der prallen Sonne?!) auf Bänken und aßen und tranken etwas; ein paar mehr Stände als sonst gab es, die (zum Teil Weihnachtsmannmützen tragenden) Verkäufer hofften auf das Weihnachtsgeschenk-Geschäft.
Inwiefern sie auf ihre Kosten kamen, wissen wir nicht, aber auf jeden Fall war einiges los. Diese Samstagsmärkte sind generell Orte, an denen man mit hoher Wahrscheinlichkeit zufällig Bekannten über den Weg läuft - wir trafen sowohl eine Nachbarin als auch eine von meinen Kolleginnen und unterhielten uns eine Weile. Glühwein haben wir übrigens trotz der Ankündigung eines "Weihnachtsmarktes" keinen gefunden/getrunken.
Donnerstag, 1. Dezember 2016
No plastic bag, please
Ich habe neulich ein Kompliment von einer SPAR-Kassiererin bekommen. "You are very clever", sagte sie, und das fand ich nett, denn sie lobte mich für etwas, dass normalerweise eher für Verwunderung sorgt: Ich gehe mit Stoffbeuteln einkaufen. Diese scheinen hier unbekannt - dafür bekommt man überall Plastiktüten, manchmal gegen eine geringe Gebühr, oft aber umsonst. Meist stehen Angestellte der Supermärkte hinter der Kasse und packen für einen ein - das dann auch noch sehr großzügig in mehrere Plastiktüten. In einem Geschäft für Deko und Haushaltskram sagten Philip und ich mal, dass wir für die zwei Teile, die wir gekauft hatten, keine Tüte bräuchten - der Verkäufer antwortete ungläubig: "But it's for free!" und packte sie uns trotzdem. Philip wurde außerdem mal gefragt ob er ein "environmentalist" sei, als er seinen Stoffbeutel auspackte. Hier braucht es wirklich nicht viel, um als aktiver Umweltschützer zu gelten. Immerhin haben wir jetzt sogar einen Wertstoffhof gefunden, zu dem wir leere Glasflaschen und Papiermüll bringen können. Es ließe sich hier auch alles in den Mülleimer schmeißen, aber so gar nichts zu trennen, kommt uns einfach zu seltsam vor ...
Einmal hat mich sogar eine Einpackhilfe an der Kasse gefragt, ob sie eine meiner Stofftaschen haben dürfte. Wir haben so viele Beutel, dass wir locker welche unters Volk bringen könnten, aber wenn ich einkaufen gehe, habe ich immer nur meine zwei Lieblingstaschen dabei und ihr deswegen doch keine gegeben. Eine von beiden ist ein Geschenk von Philip:
Zugegeben, manchmal wäre ich schon lieber in New York. Aber ist diese Tasche nicht einfach nur cool?
Einmal hat mich sogar eine Einpackhilfe an der Kasse gefragt, ob sie eine meiner Stofftaschen haben dürfte. Wir haben so viele Beutel, dass wir locker welche unters Volk bringen könnten, aber wenn ich einkaufen gehe, habe ich immer nur meine zwei Lieblingstaschen dabei und ihr deswegen doch keine gegeben. Eine von beiden ist ein Geschenk von Philip:
Zugegeben, manchmal wäre ich schon lieber in New York. Aber ist diese Tasche nicht einfach nur cool?
Dienstag, 29. November 2016
Comedy in Gaborone
Wenn man sich informieren will, was in Gaborone so los ist, ist facebook das Mittel der Wahl. Darüber wurden wir auch auf Riaad Moosa aufmerksam, einen südafrikanischen Comedian, der am ersten Advent in Gaborone auftreten sollte. Er war mit zwei Kollegen als "Vorgruppen" angekündigt und wurde als ursprünglich aus der Zauberei kommender, studierter Mediziner präsentiert, der Standup-Comedy machen würde und gerade dabei wäre, die erste Comedy-Show der Welt mit medizinischen Themen vorzubereiten ... ich hatte ein enormes Déjà-vu und es war klar: Da mussten wir hin!
Beim Kartenkauf fragten wir uns allerdings, wer da wohl sonst hingehen würde: Eine Karte kostete 350,- BWP (Botswana Pula) - 30,- €; für hiesige Verhältnisse sehr viel Geld. Als wir gestern Nachmittag im hiesigen Kongresszentrum ankamen, bekamen wir die Antwort: Die Anzahl von Indern und Muslimen (oder indischen Muslimen?) im Publikum war riesig - eigentlich stellten sie das Publikum und viele schienen sich auch untereinander zu kennen. Das war ja mal spannend! Normalerweise sieht man hier kaum Inder und/oder Muslime. Wir fingen dann mal an, Riaad Moosa zu googeln - das hatten wir vor dem Kartenkauf tatsächlich nicht getan. So ist das, wenn man ausgehungert nach Kultur ist ... Es stellte sich heraus, dass Riaad Moosa in Indien geboren worden war und zu seinen Themen auch Islamfeindlichkeit, Rassismus etc. gehörten. Das war ja spannend!
In dem sehr großzügig bestuhlten und ziemlich runtergekühlten Kongresszentrum war freie Platzwahl. Auf jedem Platz lag ein KitKat, eine kleine Flasche Wasser sowie Werbeflyer der Sponsoren, dafür gab es keine Pause. Als erstes stellte sich ein Gaboroner Comedian dem Publikum, er nannte sich "Phenyo the Master". Nachdem er auf englisch gar nicht ankam, wechselte er zu Setswana, worauf immerhin mehr Leute lachten. Nach seinen englischen Witzen hatten wir allerdings nicht das Gefühl, was zu verpassen, und er war dann auch recht schnell und eigentlich kommentarlos wieder weg. Der zweite Comedian kam aus Südafrika, kokettierte mit seinem Twen- und Single-Dasein, übte Warm-Upper-mäßig die Appläuse mit uns (wir lernten, dass ein muslimisches Publikum wohl weder besonders gerne klatscht noch lacht - der Künstler, der das verkündete, war ebenfalls Muslim und musste es eigentlich wissen) und kündigte schließlich seinen Kollegen Riaad Moosa an. Der war auf jeden Fall der lustigste von den dreien - erfreulicherweise, er trat ja dann auch fast eineinhalb Stunden auf ... wie schon sein Vorgänger machte er übrigens auch ein, zwei Hitler-Witze. Die scheinen in diesem Teil der Erde immer noch in Mode zu sein. Medizinische Themen riss er eigentlich nicht an, sondern erklärte freimütig, dass von sechs Jahren Medizinstudium nicht so besonders viel hängen geblieben sei - sollte es im Saal zu einer Situation kommen, in der ein Arzt gebraucht werden würde, könnte er den Patienten allenfalls bespaßen, während dieser wegdämmerte ...
Dann erzählte er tatsächlich vor allem aus seinem Leben als Muslim, und das war schon stellenweise lustig. Wie seine Sitznachbarin im Flugzeug aufschreckt, weil er eine Mahlzeit bestellt hat, die halal ist und er zu ihr sagt: "Hallo? Ich bin noch viel aufgeregter als Sie - das ist meine letzte Mahlzeit!" Außerdem übte er sich in Trump-Parodien und erzählte einiges von seinen zwei Kindern. Ein größerer Kontext ließ sich nicht finden, aber wir fühlten uns insgesamt ganz gut unterhalten - vielleicht nicht so gut wie der Rest des Publikums, der aus Fans zu bestehen schien, aber es war okay. Und am Ende ging Riaad Moosa dann einfach - ohne Applaus, ohne Zugabe, ohne irgendwas - und eine Frau trat auf die Bühne und dankte den Sponsoren der Show - einer erstaunlichen Anzahl. Warum waren die Karten denn dann eigentlich so teuer? Statt Merchandising und Autogrammen gab es im Foyer einen Fotobooth, auf den Philip und ich aber verzichteten. Ich klaute dafür zwei Kitkats von den leeren Stühlen und dann fuhren wir nach Hause. Tja, das war also unser erster Eindruck von Comedy im südlichen Afrika. Wie sagte Philip? Speziell wir sind von Deutschland aus halt ziemlich verwöhnt.
Beim Kartenkauf fragten wir uns allerdings, wer da wohl sonst hingehen würde: Eine Karte kostete 350,- BWP (Botswana Pula) - 30,- €; für hiesige Verhältnisse sehr viel Geld. Als wir gestern Nachmittag im hiesigen Kongresszentrum ankamen, bekamen wir die Antwort: Die Anzahl von Indern und Muslimen (oder indischen Muslimen?) im Publikum war riesig - eigentlich stellten sie das Publikum und viele schienen sich auch untereinander zu kennen. Das war ja mal spannend! Normalerweise sieht man hier kaum Inder und/oder Muslime. Wir fingen dann mal an, Riaad Moosa zu googeln - das hatten wir vor dem Kartenkauf tatsächlich nicht getan. So ist das, wenn man ausgehungert nach Kultur ist ... Es stellte sich heraus, dass Riaad Moosa in Indien geboren worden war und zu seinen Themen auch Islamfeindlichkeit, Rassismus etc. gehörten. Das war ja spannend!
In dem sehr großzügig bestuhlten und ziemlich runtergekühlten Kongresszentrum war freie Platzwahl. Auf jedem Platz lag ein KitKat, eine kleine Flasche Wasser sowie Werbeflyer der Sponsoren, dafür gab es keine Pause. Als erstes stellte sich ein Gaboroner Comedian dem Publikum, er nannte sich "Phenyo the Master". Nachdem er auf englisch gar nicht ankam, wechselte er zu Setswana, worauf immerhin mehr Leute lachten. Nach seinen englischen Witzen hatten wir allerdings nicht das Gefühl, was zu verpassen, und er war dann auch recht schnell und eigentlich kommentarlos wieder weg. Der zweite Comedian kam aus Südafrika, kokettierte mit seinem Twen- und Single-Dasein, übte Warm-Upper-mäßig die Appläuse mit uns (wir lernten, dass ein muslimisches Publikum wohl weder besonders gerne klatscht noch lacht - der Künstler, der das verkündete, war ebenfalls Muslim und musste es eigentlich wissen) und kündigte schließlich seinen Kollegen Riaad Moosa an. Der war auf jeden Fall der lustigste von den dreien - erfreulicherweise, er trat ja dann auch fast eineinhalb Stunden auf ... wie schon sein Vorgänger machte er übrigens auch ein, zwei Hitler-Witze. Die scheinen in diesem Teil der Erde immer noch in Mode zu sein. Medizinische Themen riss er eigentlich nicht an, sondern erklärte freimütig, dass von sechs Jahren Medizinstudium nicht so besonders viel hängen geblieben sei - sollte es im Saal zu einer Situation kommen, in der ein Arzt gebraucht werden würde, könnte er den Patienten allenfalls bespaßen, während dieser wegdämmerte ...
Dann erzählte er tatsächlich vor allem aus seinem Leben als Muslim, und das war schon stellenweise lustig. Wie seine Sitznachbarin im Flugzeug aufschreckt, weil er eine Mahlzeit bestellt hat, die halal ist und er zu ihr sagt: "Hallo? Ich bin noch viel aufgeregter als Sie - das ist meine letzte Mahlzeit!" Außerdem übte er sich in Trump-Parodien und erzählte einiges von seinen zwei Kindern. Ein größerer Kontext ließ sich nicht finden, aber wir fühlten uns insgesamt ganz gut unterhalten - vielleicht nicht so gut wie der Rest des Publikums, der aus Fans zu bestehen schien, aber es war okay. Und am Ende ging Riaad Moosa dann einfach - ohne Applaus, ohne Zugabe, ohne irgendwas - und eine Frau trat auf die Bühne und dankte den Sponsoren der Show - einer erstaunlichen Anzahl. Warum waren die Karten denn dann eigentlich so teuer? Statt Merchandising und Autogrammen gab es im Foyer einen Fotobooth, auf den Philip und ich aber verzichteten. Ich klaute dafür zwei Kitkats von den leeren Stühlen und dann fuhren wir nach Hause. Tja, das war also unser erster Eindruck von Comedy im südlichen Afrika. Wie sagte Philip? Speziell wir sind von Deutschland aus halt ziemlich verwöhnt.
Sonntag, 27. November 2016
Advent, Advent ...
... ein Lichtlein brennt! Auch an Philips und meinem improvisierten
Adventskranz und trotz Durchschnittstemperaturen von gut 30 Grad. Und so ein
sommerliches Adventsfrühstück auf der Terrasse hat natürlich auch
etwas. Es fühlt sich nur zugegebenermaßen nicht so wahnsinnig
weihnachtlich an.
Dabei rückt die Weihnachtszeit ja unaufhaltsam
näher, was man hier vor allem in den Shopping Malls merkt. Vor vier bis sechs Wochen wurden Regale mit Weihnachtsangeboten befüllt.
Adventskränze scheinen hier unüblich zu sein, aber geschmückte
Plastikweihnachtsbäume bekommt man in verschiedenen Ausfertigungen:Auch Weihnachtsdeko gibt es zu kaufen. Besonders exotisch wirkt sie allerdings nicht.
Vor zweieinhalb Wochen stutzte ich im Supermarkt, als als ich die Hintergrundmusik erkannte: Eine Instrumentalversion von "Gloria in excelcis Deo". Auch "Jingle Bells" wird inzwischen unverdrossen rauf und runter gespielt. Seit Neuestem tragen die Verkäufer sogar Weihnachtsmannmützen.
Vereinzelt findet man in den Supermärkten auch Schokoweihnachtsmänner. Ansonsten werden englische Früchtekuchen angeboten und Knallbonbons mit Spielzeug- oder Pralineninhalten. Letztere scheinen hier sehr beliebt zu sein, man bekommt sie eigentlich überall in Großpackungen. Nachdem Philip aber letzte Woche eine Packung Neuendettelsauer Lebkuchen sowie zwei Schokoweihnachtsmänner aus Deutschland importiert hat, haben wir uns davon noch nicht in Versuchung führen lassen. Und Weihnachten kommt mir trotz des fortgeschrittenen Datums auch nach wie vor ziemlich weit weg vor - jetzt ist Sommer!
Gestern haben wir aber dann doch mal unsere Weihnachtskiste ausgepackt und insbesondere das Wohnzimmer dekoriert. Den Baumschmuck haben wir allerdings verpackt gelassen und auch bei den Plastikweihnachtsbäumen werden wir nicht zuschlagen. Advent, Advent, ein Lichtlein brennt ... erst eins, dann zwei, dann drei ... und dann sind wir über Weihnachten in Deutschland!
Freitag, 25. November 2016
Frösche in der Nacht
Vor ein paar Wochen erzählte eine Kollegin, dass sie in
einem der letzten Jahre mal Frösche im Garten gehabt hätten. Zunächst seien sie
im Pool gewesen, wo man ihr Gequake noch habe ertragen können; dann hätten sie
es jedoch vorgezogen, sich in die leeren Regenrohre sowie die Abwasserrohre (manche
enden hier knapp über dem Gully) zu verziehen. So hätten sie auch schon mal aus
der Toilettenschüssel rausgeschaut – und das Gequake wurde wohl insbesondere
durch die leeren Regenrohre deutlich verstärkt. Die Kollegin fing die Tierchen ein
und brachte sie eines Nachts an einen Teich auf einer öffentlichen Freifläche,
wo sie sie aussetzte. Was sie nicht wusste: Sie wurde dabei beobachtet, ihr
Nummernschild wurde aufgeschrieben, und am nächsten Tag rief die Polizei bei
ihr an, was ihr denn einfiele, ein Krokodil auszusetzen. Wir mussten sehr
lachen, als wir diese Geschichte hörten.
P.P.P.S.: Offenbar haben wir doch beide letzte Nacht geträumt. Zwei Stunden nach Sonnenuntergang hat heute das kostenlose Konzert wieder begonnen. Das bringt Euch immerhin in den Genuss eines Beweisfotos:
Gestern abend, als wir ins Bett gingen, hörten wir dann
Frösche an unserem Pool quaken. Wir freuen uns ja, dass wir auf unserem
Grundstück ein kleines Biotop haben, wo verschiedene Tiere sich wohlfühlen –
wie z.B. Katzen und Vögel. Allerdings liegt unser Pool ziemlich direkt vor
unserem Schlafzimmerfenster – und unser Haus bzw. die Fenster sind nicht
isoliert.
Ca. zwei Stunden später stand ich auf, um mir Ohropax in die Ohren zu stecken. Das half leider nicht gegen die Frequenz der Frösche, die ungeniert Dauer-quakten. Es wäre übertrieben zu sagen, dass ich schlief. In den folgenden Stunden kamen meine dunklen Seiten wieder einmal zum Vorschein. Wir hatten gerade einen Kollegen mit seiner Frau für kommende Woche zum Grillen eingeladen – und fragten uns ein wenig, was wir auf den Grill werfen können, wenn sie Vegetarierin ist und zusätzlich gluten-frei lebt. Froschschenkel passen dann vermutlich eher nicht so gut? Gegen vier Uhr morgens fing ich an, im wachen Zustand zu träumen: Ich beobachtete uns dabei, wie wir aufstanden und mit Taschenlampe ausgerüstet zum Pool gingen. Zunächst stellten wir die Unterwasserbeleuchtung des Pools an. Die beiden Frösche, die sich wohl mit Balzrufen verständigten, verstummten kurzzeitig, waren aber deutlich an verschiedenen Stellen im Wasser zu sehen, jeweils knapp handtellergroß. Wir schauten uns an: Was sollten wir tun? Schlaf ist ja schon ein wichtiges Gut. Unglaublich, wie gelassen die Kollegin auf ihre Frosch-Situation reagiert hatte. Eine Verstärkung durch leere Regenrohre o.ä. brauchten unsere Frösche jedenfalls nicht, sie waren auch so verständlich. Ich hatte ja schon z.B. beim Autokauf festgestellt, dass zwischen grün wählen und grün handeln ein Unterschied ist. In meinem Traum nahm ich also den Kescher des Pools, mit dem wir normalerweise heruntergefallene Blätter und versenkte Handys aus dem Pool fischen, und fing den ersten Frosch. Ich stellte mir vor, wie der Frosch in einem weiten Bogen vom Kescher (und mir) über die Mauer zu unseren Lieblingshunden geschleudert wurde. Dann der zweite Frosch gleich hinterher. Dann war Ruhe. Selbst die Hunde schlugen nicht an (sie waren in den letzten Wochen dankenswerter Weise deutlich leiser geworden). Tierquälerei? Vielleicht. Effektiv? Nun ja, sobald wir wieder im Bett lagen, fingen die Frösche wieder an zu quaken, sie lebten also noch. Aber nach ca. einer Minute war Ruhe. Für den Rest der Nacht, die nicht mehr lang war. Es brauchte noch eine Weile, bis ich wieder so ruhig war, dass ich einschlafen konnte. Hatte ich das nun geträumt oder war es doch real?
Ca. zwei Stunden später stand ich auf, um mir Ohropax in die Ohren zu stecken. Das half leider nicht gegen die Frequenz der Frösche, die ungeniert Dauer-quakten. Es wäre übertrieben zu sagen, dass ich schlief. In den folgenden Stunden kamen meine dunklen Seiten wieder einmal zum Vorschein. Wir hatten gerade einen Kollegen mit seiner Frau für kommende Woche zum Grillen eingeladen – und fragten uns ein wenig, was wir auf den Grill werfen können, wenn sie Vegetarierin ist und zusätzlich gluten-frei lebt. Froschschenkel passen dann vermutlich eher nicht so gut? Gegen vier Uhr morgens fing ich an, im wachen Zustand zu träumen: Ich beobachtete uns dabei, wie wir aufstanden und mit Taschenlampe ausgerüstet zum Pool gingen. Zunächst stellten wir die Unterwasserbeleuchtung des Pools an. Die beiden Frösche, die sich wohl mit Balzrufen verständigten, verstummten kurzzeitig, waren aber deutlich an verschiedenen Stellen im Wasser zu sehen, jeweils knapp handtellergroß. Wir schauten uns an: Was sollten wir tun? Schlaf ist ja schon ein wichtiges Gut. Unglaublich, wie gelassen die Kollegin auf ihre Frosch-Situation reagiert hatte. Eine Verstärkung durch leere Regenrohre o.ä. brauchten unsere Frösche jedenfalls nicht, sie waren auch so verständlich. Ich hatte ja schon z.B. beim Autokauf festgestellt, dass zwischen grün wählen und grün handeln ein Unterschied ist. In meinem Traum nahm ich also den Kescher des Pools, mit dem wir normalerweise heruntergefallene Blätter und versenkte Handys aus dem Pool fischen, und fing den ersten Frosch. Ich stellte mir vor, wie der Frosch in einem weiten Bogen vom Kescher (und mir) über die Mauer zu unseren Lieblingshunden geschleudert wurde. Dann der zweite Frosch gleich hinterher. Dann war Ruhe. Selbst die Hunde schlugen nicht an (sie waren in den letzten Wochen dankenswerter Weise deutlich leiser geworden). Tierquälerei? Vielleicht. Effektiv? Nun ja, sobald wir wieder im Bett lagen, fingen die Frösche wieder an zu quaken, sie lebten also noch. Aber nach ca. einer Minute war Ruhe. Für den Rest der Nacht, die nicht mehr lang war. Es brauchte noch eine Weile, bis ich wieder so ruhig war, dass ich einschlafen konnte. Hatte ich das nun geträumt oder war es doch real?
P.S.: Bleibt noch die Frage: Nachdem es wohl nun doch keine
Froschschenkel werden, was kann man gluten- und fleischfrei grillen?
P.P.S.: Während ich diesen Blogeintrag schreibe, traktiert
mich Walli mit einem Lied von Youtube, das sie in ihrer Pfadfinderzeit gesungen
hat: „Frösche in der Nacht“ – wenn sie damals schon geahnt hätte, in welchem
Zusammenhang sie daran noch einmal denken würde…
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