Donnerstag, 24. November 2016

Die Erde aus dem All betrachtet

Wir hoffen ja weiterhin, ein paar unserer Leser für eine Safari in Botswana zu begeistern und schwärmen hier daher gerne von unseren Erlebnissen. Für alle, die derzeit nicht zu einem Besuch bei uns vorbeikommen können (oder als Vorgeschmack auf einen Besuch hier?!), gibt es noch bis November 2017 die fantastische Fotoausstellung "Wunder der Erde" im Gasometer Oberhausen. Während Walli mit ihren Eltern im Madikwe-Nationalpark in Südafrika war, machte ich einen kurzen dienstlichen Abstecher nach Deutschland, hatte aber immerhin die Gelegenheit, mit meinen Eltern nach Oberhausen zu düsen - Safari, eben in Deutschland, zumindest mit großartigen Fotos aus der Natur.



Und es gibt dort nicht nur Safari-Fotos aus Afrika, sondern auch Naturfotos aus vielen anderen Ecken der Welt: von Walen, Rentierwanderungen, Makroaufnahmen von Heuschrecken, etc.
Höhepunkt der Ausstellung ist eine weiße Kugel mit 20 m Durchmesser, die in der 100 m hohen Halle des Gasometers hängt und auf deren Oberfläche bewegte hochauflösende Satellitenaufnahmen der Erde projiziert werden. So hat man das Gefühl, als Astronaut auf die Erde zu schauen und sie als Ganzes wahrzunehmen - eine ungewohnte, aber sehr spannende Perspektive!


Beeindruckend ist auch der Blick vom Dach des Gasometers auf den Ruhrpott. Um dorthin zu gelangen, fuhren wir zunächst noch mit einem Panoramaaufzug an der Erde vorbei in die Höhe. Wenn das Wetter etwas weniger diesig gewesen wäre, hätten wir vielleicht auch noch weiter gesehen (oder ist das der berüchtigte Ruhrpott-Mief?).

Dienstag, 22. November 2016

Hund, Katze, Vogel

Philip und ich haben auch nach über einem halben Jahr in Botswana noch keine Haustiere. Das ist ungewöhnlich - die meisten Expats haben mindestens einen Hund, schon aus Sicherheitsaspekten. Wir konnten uns bislang noch nicht dazu durchringen - zum einen wegen meiner Tierhaarallergie, zum anderen, weil wir ja doch auch gerne viel reisen und dann jemand bräuchten, der das Tier versorgt (mal ganz abgesehen davon, dass wir irgendwann nach Deutschland zurückkehren werden und dann vermutlich nicht mehr in einem hundegerechten Einfamilienhaus mit Garten wohnen ...). Andere Deutsche haben extra eine Hausangestellte bei sich wohnen, die sich während ihrer Abwesenheit dann um die Tiere kümmert - und Hund UND Maid sind natürlich wirklich ein Schutz vor Einbrechern, so ist ein Grundstück ja ständig bewohnt.
Aber wie gesagt - wir sind nach wie vor ein hundeloser Haushalt. Es kursieren auch immer mal wieder Geschichten über von Einbrüchen traumatisierte Hunde bzw. über welche, die von Einbrechern mit Fleisch bestochen wurden - hundertprozentige Sicherheit gibt es eben nie.

Vermutlich gerade wegen unseres hundelosen Gartens (was in dieser Gegend Gaborones selten ist), stromert öfters eine Katze um unser Haus. Wir wissen nicht, ob sie irgendwohin gehört und sie ist relativ scheu. Sie ist die einzige Katze, die ich hier je gesehen habe - um so größer war die Überraschung vor zwei Wochen, als sie mit zwei Jungen neben einem unserer Regentanks lag! Die Kleinen waren schon etwas größer - ca. sieben bis zwölf Wochen alt? - und spielten, während die Mutter da lag und uns im Auge behielt. Irgendwann verschwanden sie, erschienen aber ein paar Tage später unter einem Busch wieder und vor ein paar Tagen tauchten sie nochmal unverhofft neben dem Regentank auf.


Ich stellte ihnen ein Glasschälchen mit Milch hin, was die Mutter sofort austrank, nachdem ich mich zurückgezogen hatte. Leider habe ich erst danach ergoogelt, dass man Katzen wegen ihrer häufigen Laktoseintoleranz keine Kuhmilch geben sollte - und dass generell davon abgeraten wird, fremde Katzen zu füttern. Na ja, dann war das eine einmalige Aktion - beschloss ich, wurde aber 24 Stunden später bereits rückfällig.
Da saß ich nämlich im Wohnzimmer und wunderte mich. Es klang ein bisschen, als wäre der Alarm unseres Elektrozauns losgegangen. Nur leiser. Und etwas melodischer. Ein Vogel, der sich auf die Imitation von Elektrozäunen und Alarmanlagen spezialisiert hatte? Ich guckte vor die Haustür. Und sah die Bescherung.

In einem großen Beet direkt vor unserem Haus dominiert ein stacheliger, rotblühender Christusdorn. Und an einem seiner Dornenzweige hat vor ein paar Wochen ein Vogelpärchen ein Nest gebaut.


Schon als ich es entdeckte, zweifelte ich, ob das in ca. 50 cm Höhe so eine gute Idee von den Vögeln war - aber andererseits ist der Christusdorn ja ein ziemlich dorniges Gewächs und das würde die Katze hoffentlich fernhalten. Und das hatte es, glaube ich, auch - bis heute. Da lag sie nämlich mit ihren Jungen direkt in diesem Dornenbeet. Und auf einem Baum saßen Mutter und Vater Vogel und schimpften sich die Seele aus den kleinen Leibern. Beide haben lange, gebogene Schnäbel und sind ziemlich winzig - sie erinnern an Kolibris.


Die Katze haben sie auf jeden Fall nicht beeindruckt. Ich versuchte halbherzig, zu helfen und die Katzen wegzuscheuchen, was aber nur zur Folge hatte, dass die kleinen Kätzchen ohne Rücksicht auf Verluste panisch in die Dornen sprangen, während die Mutter liegenblieb und mich strafend anfauchte. Wahrscheinlich hatte sie von der gestrigen Milch auch noch Durchfall bekommen und war eh nicht gut auf mich zu sprechen. Ich bekam auf jeden Fall ein schlechtes Gewissen und versuchte nicht nachdrücklicher, sie zu verjagen - falls sie es auf das Vogelnest abgesehen haben sollte, würde ich den Vögeln auf Dauer eh nicht helfen können.
In der Hoffnung, sie wegzulocken, stellte ich ihr noch einmal ein Schälchen mit Milch hin (aus Mangel an Ideen, was man Katzen sonst hinstellen könnte). Sie trank es aus und zog sich danach mit ihren Kindern tiefer in den Christusdorn zurück, soviel zu meinem Ablenkungsmanöver ... Allerdings zeigten alle drei Katzen keinerlei Interesse an dem Nest. Mutter und Vater Vogel ließen sich nur noch abwechselnd blicken und schienen inzwischen auch etwas müde zu sein, auf jeden Fall schimpften sie nicht mehr durchgängig in Elektrozaun-Frequenz. Ich guckte nur noch ab und zu aus dem Küchenfenster. Im Schutz der Dunkelheit sind die Katzen schließlich verschwunden und bisher nicht wieder aufgetaucht.
Dafür, dass wir keine Haustiere haben, ist in unserem Garten auf jeden Fall ganz schön was los!

Sonntag, 20. November 2016

Antilopen auf der Veranda

Zum Abschluss des Botswana-Besuchs meiner Eltern wollten wir noch einmal auf Safari gehen. Und nachdem Philip und ich schon einmal im Juli einen schönen Tag in Madikwe verbracht hatten, was zwar schon in Südafrika, aber nur 40 km von Gaborone entfernt liegt, buchte ich uns da - günstig Last-minute - in einer Lodge ein. Da Philip bereits auf Dienstreise in Deutschland war, machten wir uns zu dritt auf den Weg und ich fuhr diese Strecke erstmals selbst. Der Grenzübertritt, für den Philip und ich letztes Mal über eine Stunde gebraucht hatten, ging diesmal ganz fix - Sonntagmorgen war an der botswanisch-südafrikanischen Grenze einfach kaum was los und dann hatten die Grenzbeamten auch noch gute Laune. Was will man mehr!
Bereits 10 km nach der Grenze ist schon das erste Tor zum Nationalpark Madikwe. Die Wärterin erklärte uns den Weg zu unserer Lodge, die ganze 7,5 km im teilweise hügeligen Nationalpark lag. Ich bereute kurz, dass ich mich gegen den großen Schluckspecht mit seinem Allrad-Antrieb und für mein kleines blaues Autochen entschieden hatte, aber die Dame von der Lodge hatte mir im Vorfeld gesagt, ich käme mit einem normalen Auto problemlos dorthin, und so war es dann auch. Auf den ungeteerten Straßen brauchte ich für die kurze Strecke zwar gute 20 bis 30 Minuten, aber wir sahen immerhin schon Zebras und begannen so bereits mit der Safari.

In der Buffalo Ridge Safari Lodge hieß es dann erst einmal relaxen - wir bezogen unser Chalet, aßen zu Mittag und um 16 Uhr startete dann der erste Game Drive. Hier kamen wir ganz dicht an zwei Löwen heran, die - einer von ihnen japsend - an einem Wasserloch herumlagen und laut unserem Safari Guide mit der Verdauung eines Büffels beschäftigt waren. Ein noch größeres Highlight war für mich jedoch ein Breitmaulnashorn am Wasserloch - außerhalb des Khama Rhino Sanctuary hatte ich noch in keinem Safarigebiet ein Nashorn so nah und gut gesehen!



Die für mich zweittollsten Tiere war weitaus kleiner, haben mich aber trotzdem schwer beeindruckt: Zwei "Heilige Pillendreher" (die heißen wirklich so!) mühten sich mit einer Mistkugel ab, die um einiges größer war als sie selbst.


Nach einem Sundowner ging es zur Lodge zurück, wo es ein extrem feines Abendessen gab. Danach gingen wir bald ins Bett - die Morgensafari sollte um 6 Uhr starten. Hier sahen wir zwar keine weiteren Raubkatzen, aber neben einer Giraffe mit Jungem viele Elefanten, Zebras, Gnus, zwei Oryx-Antilopen und einen Schakal. Die eigentliche Safari-Überraschung erwartete uns jedoch bei der Rückkehr zu unserem Chalet: Auf der Veranda stand eine kleine Antilope, ein Kirk-Dikdik.


Zwei weitere saßen bzw. fraßen unterhalb der Veranda und ließen sich durch uns nicht stören. Manchmal muss man gar nicht in ein Safariauto steigen, um was zu sehen ... als ich nach dem Frühstück wiederkam, waren die Kirk-Dikdiks immer noch da und leckten fröhlich die Verandatüren von außen ab.


Zeltaußenwände ableckende Löwen haben wir hier zwar immer noch nicht erlebt, aber Terassentür-ableckende Antilopen sind mir auch lieber ...

Und dann setzten wir uns auch schon wieder ins Auto - nach der großen Überraschung, dass drei Lodge-Angestellte es tatsächlich vor der Abfahrt noch geputzt hatten! Ich war ganz gerührt, auf der anderen Seite kam mir das Ganze wie vergebene Liebesmüh vor, nachdem wir ja erstmal 7,5 km Staubstraße vor uns hatten ... aber insgesamt ist das Auto doch noch einigermaßen sauber wieder in Gaborone angekommen. Bis hoffentlich bald mal wieder, Madikwe!

Freitag, 18. November 2016

Elefanten, zu Wasser und zu Land

Es wurde mal wieder Zeit, einen neuen Nationalpark in Botswana zu erkunden - und so flogen wir mit Wallis Eltern ganz in den Norden des Landes, zum Chobe Nationalpark (von dort aus machten wir übrigens auch den Tagesausflug zu den Victoriafällen in Simbabwe). Der Chobe Nationalpark, insbesondere der Teil, der sich "Chobe Riverfront" nennt, ist für seine großen Elefanten- und Büffelherden bekannt.
Zum Einstieg machten wir einen Bootsfahrt auf dem Chobe Fluss (der ein paar Kilometer weiter in den Sambesi Fluss mündet, welcher dann über die Victoriafälle fließt). In einem recht großen Boot mit ca. 50 Touristen (die Mehrzahl wohl aus Deutschland!) fuhren wir so auf dem Grenzfluss zwischen Botswana und Namibia, rund um eine Insel herum, die nur während der Trockenzeit sichtbar ist. Auf dieser Insel, sowie am Flußufer, sahen wir viele Tiere, die dorthin wegen der saftigen Weiden in der Trockenzeit kommen: Elefanten, Büffel, Antilopen, Zebras, Nilpferde, Adler, Vögel, Krokodile etc.
Besonders beeindruckt haben mich die Elefanten, teils außerhalb, teils im Wasser:



Ein Höhepunkt war ganz sicher der Elefant, der beschloss, von der Insel zurück aufs Festland zu schwimmen - zeitweise war nur noch der Rüssel über Wasser sichtbar, durch den er atmete:


Am nächsten Morgen ging es zeitig los zu einem "full day game drive" entlang des Chobe Flusses. Ca. 50 km kann man auf Pisten entlang des Flusses fahren und so immer wieder andere Tiere sehen. Auch hier beeindruckten uns wieder die Elefanten:


Doch nicht nur an sie werden wir uns von diesem Tagesausflug erinnern - die Tiervielfalt und -dichte war hoch und kam stellenweise gut an das Okavango Delta heran.


Unser Fahrer/Führer hatte perfekte Augen und fand viele Tiere weit vor uns bzw. entdeckte sie überhaupt. Zum Beispiel die Löwen, die sich ca. 50m von der Piste entfernt unter einem Busch ausruhten - wir hätten sie wohl nie gesehen; ebenso wenig die Löwen, die nur 2m von der Piste entfernt in einem Gestrüpp lagen.


Besonders beeindruckend war auch die Büffelherde, die wir zunächst nach und nach in der Mittagshitze unter vielen Bäumen im Schatten liegen sahen; wir ahnten da schon, dass die Herde mehrere hundert Tiere umfassen musste.


Auf dem Rückweg fanden wir die Herde dann am Ufer des Flusses in der Steppenlandschaft - sie war in der Tat riesig, das folgende Bild zeigt nur einen kleinen Ausschnitt.


Zum Abschluss - wie konnte es anders sein - bestaunten wir noch eine Elefantenherde aus ca. 59 Tieren, die im Gänsemarsch ganz leise, fast nicht hörbar, durch den Wald zogen und dabei ganz junge und ganz alte Tiere eingereiht mitnahmen. Ein sehr sinnlicher Abschluss eines grandiosen Tages!


Mittwoch, 16. November 2016

Ausflug nach Simbabwe

Mit was verbringt man einen Urlaub in Botswana? Mit Safaris! So spektakulär und immer wieder anders diese auch sind, war es doch eine schöne Abwechslung, am vorletzten Wochenende außer Tieren auch mal Wasserfälle zu besichtigen ... wobei wir dafür zugegebenermaßen in ein Nachbarland fahren mussten. Wir haben nämlich die Victoriafälle besucht und dafür vom botswanischen Städtchen Kasane (ganz im Nordosten des Landes) einen Tagesausflug nach Simbabwe gemacht.

Die Victoriafälle sind gemessen an Höhe und Breite der größte Wasservorhang der Erde - im Frühjahr, zum Ende der Regenzeit hin, wenn der Sambesi Fluss viel, viel Wasser führt. Nun im November fließt vergleichsweise wenig Wasser die Fälle hinab - die Regenzeit beginnt zwar gerade, aber noch lässt das Regenwasser den in den letzten Monaten immer schmaler gewordenen Fluss nicht anschwellen. Die Wasserfälle büßen so ordentlich an Breite sein. Sie sehen aber immer noch sehr beeindruckend aus und man kann sie gut sehen - letzteres ist bei den großen Wassermengen im Frühjahr wohl schwierig, da man vor lauter Gischt die Fälle kaum erkennen kann.

Bevor wir aber im gleichnamigen simbabwischen Örtchen "Victoria Falls" ankamen, mussten wir erst einmal die simbabwische Grenze passieren. Das Reisebüro meines Vertrauens hatte diesen Tagesausflug für uns bei einem Veranstalter gebucht, der meine Eltern, Philip, mich und dann noch ein dänisches Ehepaar mit einem Minibus in Kasane aufsammelte und zur Grenze fuhr. Dort hatten wir Glück: Man kann da wohl locker eineinhalb Stunden verbringen, aber es waren an diesem frühen Morgen noch nicht so viele Touristen da. Dennoch dauerte vor allem die Einreise nach Simbabwe lange, es wurde sich sehr genau mit den Pässen beschäftigt, sie wurden noch an einen Kollegen gegeben, der woanders saß und allein bis dieser mit unseren vier gestempelten und mit Visa beklebten Ausweisen wiederkam, dauerte es doch einige Zeit. Und kostete 120 US-Dollar - pro Person zahlt man 30 Dollar für ein Touristenvisum für Simbabwe. Der US-Dollar ist offizielles Zahlungsmittel, nachdem die eigene Landeswährung Zimbabwe-Dollar 2009 endgültig der Hyperinflation zum Opfer gefallen ist. Nun versuchen Straßenhändler, die Scheine dieser Währung als Souvenir an die Touristen zu bringen: "100 billions of this crazy currency for just 1 US-Dollar!"

Auf simbabwischer Seite begann dafür gleich die Safari - bis zum Städtchen Vic Falls fährt man eine eintönige, schnurgrade Straße entlang. Links und rechts ist Busch, und von Truthahn-ähnlichen Vögeln bis hin zu Elefanten ließ sich da immer wieder etwas entdecken.

In Vic Falls zahlt man schließlich nochmal Eintritt, um den Regenwald besuchen zu dürfen - und von diesem aus hat man dann spektakuläre Blicke auf die Victoriafälle, inklusive (um diese Jahreszeit nur) kleineren Gischtduschen, Schatten und exotischen Pflanzen und Vögeln. Hier der erste Blick auf die Fälle:


Es war ein wunderschöner Spaziergang mit gigantischer Sicht! Nachdem ich gerade auf Wikipedia gelesen habe, dass Simbabwe die Errichtung eines 300 Millionen Dollar teuren Vergnügungparks rund um die Fälle plant, um noch mehr Besucher anzulocken, stellt sich die Frage, wie lange noch ... aber noch ist davon nichts zu sehen.


Aus deutscher Sicht bemerkenswert war, dass man an einigen Stellen problemlos bis zur Abbruchkante laufen konnte ... woanders undenkbar! Hier warnten Schilder, dass es rutschig sein sollte, aber wenn man runterfällt, ist es offensichtlich eigenes Pech. Hier nochmal  der Abschnitt der Fälle ohne Wasser:


Nach einem lokalen Mittagessen (Impala-Frikadellen und Zebra-Burger - in Botswana fände man das wegen des generellen Jagdverbots auf keiner Speisekarte) und dem Besuch eines Marktes machten wir schließlich noch einen Abstecher ins altehrwürdige Victoria Falls Hotel. Erbaut Anfang des 20. Jahrhunderts und u.a. Flitterwochenziel von Elizabeth Taylor und Richard Burton bietet es einen traumhaften Blick auf die Victoria Falls Bridge.


Voll mit Eindrücken setzten wir uns schließlich wieder in den kleinen weißen Minibus und wurden nach Hause gefahren.Dankenswerterweise machte er erst auf den allerletzten Metern zu unserem Hotel schlapp, so dass wir Simbabwe wie geplant verlassen konnten. Schön war's!

Dienstag, 8. November 2016

Poolgefahren

Als ich die Hausübergabe mit unserem Vermieter machte, sagte der mir schon, dass so ein Pool mehr Ärger mache, als dass er nutze. Dieses Gefühl hatten wir auch schon in den letzten Monaten, denn nur wenige Zeit nach unserem Einzug hier wurde es eigentlich zu kühl zum Baden. Dann kamen die Handwerkergeschichten. In den letzten 3 Wochen allerdings haben wir angesichts der leicht erhöhten Temperaturen hier (bis zu 43°C bisher) mit unserem Besuch angefangen, den Pool intensiver zu nutzen - endlich zahlt er sich mal aus.
Gleichzeitig wussten wir schon immer, dass so ein Pool auch Gefahren birgt, man verdrängt diese nur ganz gerne. Kollegen mit kleinen Kindern lassen ihren Pool z.B. einzäunen, damit die Kinder nicht unbeaufsichtigt hineinfallen. Derzeit ist das jedoch nicht unsere größte Sorge bzgl. des Pools.
Nun sind wir letzte Woche aber auf ein Video im Internet aufmerksam geworden, das uns wohl nie mehr unbelastet in den Pool steigen lässt. Aufgenommen vor wenigen Tagen in Zimbabwe, zeigt es, wie ein Krokodil ein Pärchen in einem Hotel-Swimmingpool überrascht und angreift. Die Dürre im Land (bzw. im ganzen südlichen Afrika) hat wohl dazu geführt, dass sich das Krokodil ein neues Revier gesucht hat... Aber sehr selbst:


Sonntag, 6. November 2016

Der Tag der toten Eidechse

Gerade vor zwei Wochen hatte ich mit einer Freundin telefoniert, die mich nach gefährlichem Kleingetier in Botswana befragte - Skorpionen und Schlangen. Beide Tierarten waren mir hier noch nicht untergekommen. Wir haben zwar zum Einzug von unseren Vermietern eine Liste mit wichtigen Telefonnummern bekommen, auf der auch eine Stelle steht, die wir anrufen sollen, falls sich eine Schlange in unseren Garten oder unser Haus verirrt - aber da ich bislang noch nicht mal auf Safari eine Schlange in freier Wildbahn gesehen hatte, kam mir das bisher sehr unwahrscheinlich vor. Wir kennen Leute, die schon Schlangenhäute im Garten gefunden haben, große Schlangen auf dem Golfpatz fotografiert haben und eine Kollegin von Philip erzählte mir, dass die Vormieter eines Hauses von Botschaftsmitarbern sogar mal eine Black Mamba unter ihrem Bettlaken vorgefunden hatten. Das ist die beunruhigendste Schlangengeschichte, die ich bisher gehört habe. Auf der anderen Seite wurde sie uns über so viele Ecken überliefert, dass ich nicht ausschließen kann, dass es sich vielleicht doch um eine moderne Legende handelt?

Wie auch immer: Wir hatten bislang keine Schlange in freier Wildbahn gesehen. Das änderte sich, als wir unser zweites Wochenende im Khama Rhino Sanctuary verbrachten - wobei man das Badezimmer unseres Chalets ja nun nicht unbedingt als "freie Wildbahn" bezeichnen kann. An unserem ersten Abend erkannte ich nach dem Zähneputzen aus den Augenwinkeln, das irgendwas auf dem Boden der Dusche lag. Ich hatte meine Brille nicht auf und schaute deswegen näher hin - zurück guckte eine Schlange, die da bewegungslos hingeschlängelt lag. Sie war ca. 50-60 cm lang, braun und auffallend schmal. Es war spät abends. Ich holte Philip, der beherzt den Duschvorhang zuzog, was mich als Sicherheitsmaßnahme nicht komplett überzeugte. Aber wir einigten uns, dass die geschlossene Badezimmertür die Schlange schon aus unserem Schlafzimmer raushalten würde. Und gingen dann schlafen.
Am nächsten Morgen inspizierte Philip das Badezimmer: Die Schlange war weg! Durchs gekippte Fenster nach draußen geschlängelt, durch das sie eventuell auch reingekommen war? Nach dem morgendlichen Game Drive informierten wir die Rezeption des Khama Rhino Sanctuary. Die Rezeptionistin war nicht begeistert über unsere Schlangensichtung. Sie schickte drei Mitarbeiter los, die - u.a. mit dem Kescher des Pools bewaffnet - in und um unser Chalet auf Schlangensuche gingen, während wir frühstückten.
Wir saßen immer noch im Restaurant, als einer der Mitarbeiter hereinkam. Zwischen Zeigefinger und Daumen hielt er die äußerste Schwanzspitze einer offensichtlich toten Eidechse, die er über unseren Frühstückstisch baumeln ließ. Das arme Tierchen war alles, was sie gefunden hatten, und offensichtlich hatte er es uns mitgebracht, um uns ein Ergebnis zu präsentieren - und um herauszufinden, ob wir eventuell statt einer Schlange doch nur diese kleine Eidechse gesehen hatten ... im Nachhinein war ich doch ziemlich empört, dass so eine Verwchslung offensichtlich für möglich gehalten wurde! Das legte sich, als der Schlangensuchtrupp nachmittags nochmal vorbeikam, Rohre untersuchte, Chemikalien runterspülte und sogar das Bad mit irgendeinem Insektenschutz strich - damit sollte die Schlange, falls sie sich noch irgendwo versteckt hielt, verjagt werden.

Für diesen Abend hatte sich Philip einen lustigen kleinen Scherz ausgedacht: Er wollte ins Bad gehen und mich dann mit dem Ausruf erschrecken, dass die Schlange wieder da sei. Stattdessen erschreckte er sich dann selbst - sie war nämlich wirklich wieder da, diesmal auf dem Duschvorleger, von dem sie sich dann zur Wand schlängelte. Immerhin dachten wir diesmal daran, ein Foto zu machen. Dann lief ich zum Chalet meiner Eltern, um das Bad zu benutzen, mein Vater lief zu unserem Chalet, um die Schlange zu besichtigen - wir waren also alle noch etwas aufgeregt, gingen dann aber doch bald schlafen.


Neuer Morgen, gleiches Spiel: Die Schlange war weg. Es war unser Abreisemorgen, an der Rezeption führten wir noch das Foto vor. Die anwesenden Ranger waren sehr interessiert und identifizierten die Schlange als "brown house snake". Wie ein Hundebesitzer versicherte mir einer "Die tut nichts ...". Ich freute mich trotzdem auf unser schlangenloses Badezimmer in Gaborone. Safari doch bitte nur draußen!