Freitag, 4. November 2016

Die zweite Nashorn-Safari - ein Interview

Unser erster kleiner Urlaub in Botswana hat Philip und mich im Mai ins Khama Rhino Sanctuary geführt, wo wir uns drei Tage auf Nashorn-Safari begeben haben. Weil's so schön war und dieses Safarigebiet von Gaborone aus nur 3:45h entfernt ist, haben wir es letztes Wochenende noch einmal besucht - mit unserem ersten Besuch aus der Heimat, meinen Eltern. Die erste Safarierfahrung in Botswana - wie war's denn? "Wallis und Philips Botswana-Blog" präsentiert ein exklusives Interview ...

Walli: Letztes Wochenende wart Ihr das erste Mal in Botswana auf Safari! Wie würdet Ihr dieses Erlebnis in drei Worten beschreiben?
Brigitte: Grandios und kolossal!
Franz: Aufregend und einmalig!
W: Das waren jetzt jeweils zwei Wörter.
B: Dann noch "wunderbar"!

W: Was hat Euch denn am besten gefallen?
F: Mit den Nashörnern auf Du und Du zu sein. Die Vielzahl der Nashörner, an einem Tag haben wir 30 gesehen! Die Begegnungen, wenn diese Giganten praktisch bis ans Fahrzeug kommen.
B: Die Beobachtung der Wasserstellen Malema und Serwe Pan - einmal sahen wir gleichzeitig mindestens acht sitzende Geier, Nashörner (einige sich suhlend), eine einzelne Giraffe, Warzenschweine, Thompson-Gazellen, Impalas ... wir hatten Zeit zur Beobachtung und saßen still im Auto und schauten. Das war schön. Trotz der Hitze. Und die erste Begegnung mit den Nashörnern, die aus der Nähe so urzeitlich aussehen, einen ebenfalls beobachten, den Weg sichern und weiterschreiten ...


W: Gab es etwas, was Euch nicht gefallen hat?
F: Nein. Selbst die Schlange in Eurem Chalet hat mich nicht aufgeregt. (Anmerkung der Interviewerin: Na ja, sie saß halt auch in UNSEREM Chalet, nicht in dem meiner Eltern ... dazu mehr im nächsten Blogbeitrag.) Man könnte höchstens anmerken, dass drei Tage ein bisschen kurz waren. Und die (fehlende) Geschwindigkeit des Personals in dem Restaurant, in dem wir gefrühstückt haben, könnte man erwähnen, wenn man unbedingt etwas nennen will.
B: Wobei das vielleicht zu Afrika dazu gehört. Es gab nichts, was mir nicht gefallen hätte. Auch die Hitze gehört hier dazu, es gab nichts zu bemängeln.

W: Was war der erschreckendste/unheimliche Moment?
F: Als unvorbereitet beim Frühstück Noodi vor dem Restaurant auftauchte, ein ausgewachsener Spitzmaulnashornbulle (Anmerkung B: mit hervorstehender Oberlippe!). Mit einem imposanten Doppelnashorn!
B: Als ich meine Tochter in Gefahr glaubte. Und meinen Schwiegersohn natürlich auch! (Anmerkung der Interviewerin: Es geht wieder um die eben schon erwähnte Schlange!)


W: Safari lieber bei Tag oder bei Dunkelheit?
F: Der gebuchte Evening Game Drive hat eigentlich wenig gebracht; die Buschbabys waren zu weit entfernt, um sie richtig zu sehen und so war das Spektakulärste die Sicht auf den nachtaktiven Afrikanischen Springhasen, ein putziges Tierchen zwischen Osterhasen und Känguruh ...
B: Die nachtaktiven Vögel (zum Teil mit Küken) waren schon auch sehr niedlich. Aber ich bin lieber bei Helligkeit auf Safari, da hat man mehr Zeit zum Schauen und zum Suchen. Bei Dunkelheit leuchtet ein Ranger während der Fahrt die Büsche ab, man ist ganz auf ihn und das, was er entdeckt, angewiesen.

W: Welches von den Tieren war Euer Lieblingstier?
F: Schwierig. Mein Traum war es die Nashörner aus der Nähe zu sehen - und die haben wir gesehen! Das gibt's nie wieder, so viele Nashörner auf einem Fleck.
B: Ach, ich bin doch ein Fan von Warzenschweinen! Einem Warzenschwein hätte ich auch gerne mal ins Auge geblickt ... Obwohl die Steinböckchen (Anmerkung der Interviewerin: das ist die kleinste Antilopenart in Botswana) auch putzig sind ...


W: Als nächstes geht's in Chobe auf Safari ...
B: Willst Du schon aufhören? Ich möchte noch sagen, dass mir unser Picknick unter dem Sternenzelt wunderbar gefallen hat ... und den Hornbill-Vogel habe ich vergessen!
F: Überhaupt die Vögel, die wir beobachten konnten! Die Go-away-birds, die Hühnchen, die zum Schlafen auf den Baum vor unserem Chalet geflogen sind ...
B: Die Beobachtungen vom Bird Hide aus am ersten Tag, da haben wir so viele Tiere gesehen ...
[- Die Interviewerin kommt nicht mehr mit und pausiert daher kurz. -]

W: Zurück zu Chobe. Was wollt Ihr da unbedingt erleben bzw. welche Tiere wollt Ihr dort auf jeden Fall sehen?
B: Tiere, die ich bisher nicht gesehen habe! Krokodile. Und Warzenschweine aus der Nähe. Elefanten.
F: Ja, da soll es die größten Elefantenherden geben.
B: Wir haben die Vogel Strauße im Khama Rhino Sanctuary vergessen ...
F: Ich möchte gerne eine große Elefantenherde sehen. Mit 20 oder 40 Tieren. Und dann natürlich Raubtiere, da haben wir ja noch keine gesehen.

W: Zum Schluss noch eine Frage nach der ersten Woche Botswana: Was hat Euch am meisten überrascht?
B: Die Hitze! 37 Grad ... man muss Wasser trinken bis zum Umfallen.
F: 42 Grad hatten wir hier schon!
B: Die intensiven Farben ... nicht nur der Erde, sondern auch der Kleidung der jungen Leute ... und wie groß Euer Haus ist! Und das Schwimmen Spaß macht!
F: Ich habe in dieser Woche keinen einzigen Bettler gesehen. Und einen stolzen Staat kennengelernt, der weitgehend ohne Straßennamen und Post auskommt! Und sich orientiert an Hausnummern, die quer durch die Stadt vergeben wird. Wir leben in der Hausnummer 51459 und hoffen, dass im Ernstfall Polizei, Feuerwehr und ähnliche Dienste etwas damit anfangen können.

W: Wallis und Philips Botswana-Blog dankt für dieses Interview!

(Die Interviewten diskutieren währenddessen weiter, ob die Nashörner sich für die Safarifahrzeuge interessiert haben und ob sie stumpfsinnig wirkten oder urzeitlich oder ob das kein Widerspruch ist ...)

Mittwoch, 2. November 2016

Selbstbewusstsein

Vor eineinhalb Wochen berichtete ich bereits über die Gewitter, die über Gaborone niedergegangen sind. Einer der vielen Blitze hatte anscheinend in unseren Elektrozaun eingeschlagen, er funktionierte nicht mehr so, wie er sollte. Also rief ich die zugehörige Firma an, die mir einen Tag später drei Arbeiter in einem Firmenwagen vorbeischickte. Zugegebenermaßen werden Zäune im Englischen "erected". Aber den Spruch musste ich trotzdem mal fotografieren - ohne Worte!


Montag, 31. Oktober 2016

Sitzgelegenheiten

Unsere Wellblechdach-Hütte hier ist ja nicht ganz klein. Das finden wir einen angenehmen Luxus - nicht zuletzt, weil wir unsere Möbel aus Frankfurt hier bequem unterbringen konnten, als der Container mit unseren Sachen kam (ein Rätsel bleibt es aber, wie die Sachen vorher in unsere Wohnung in Frankfurt gepasst hatten!).
Irgendwann fingen wir dann an zu überlegen, ob wir für dieses riesige Haus nicht noch weitere Möbel und Ausstattung bräuchten - zu viel Freifläche ist ja auch nicht gut, oder? Bisher hatten wir uns zurückgehalten, nur jüngst den Grill zu unserer Ausstattung ergänzt. Allerdings dachten wir, dass es ganz nett wäre, auf unserer Terrasse noch ein paar weitere Sitzgelegenheiten zu schaffen - Terrassenmöbel sollten her!
Ich hatte schon vor meiner Ausreise gehört, dass es nicht ganz leicht sei, Möbel nach europäischem Geschmack in Gaborone zu finden (erst recht nicht, wenn sie bezahlbar sein sollen). Das ist mir dann auch wieder eingefallen, als wir nach und nach sämtliche Möbelgeschäfte der Stadt abklapperten. Terrassenmöbel gab es in der Regel gar nicht, und wenn, dann nur zu Preisen, die höher lagen, als das, was wir ausgeben wollten. Im letzten unbesuchten Möbelgeschäft wurden wir dann kürzlich doch noch fündig, und das zu einem wirklich günstigen Preis. So haben wir jetzt auch eine schöne Sitzgruppe auf unserer Terrasse:



Der erste Besuch kann kommen (und wird, wenn Ihr diesen Eintrag lest, bereits da sein)! Wann kommt Ihr uns besuchen?

Samstag, 29. Oktober 2016

Sonntagsfahrerin

Ich bin eine Sonntagsfahrerin. Nachdem ich allerdings gerade bei Wikipedia las, dass sich diese durch übermäßig langsame Fahrweise auszeichnen, meist einen Hut tragen und einen Wackeldackel oder eine umhäkelte Klopapierrolle auf der hinteren Hutablage haben, möchte ich klarstellen, dass keine dieser Eigenschaften auf mich zutrifft! Aber wenn ich Auto fahre, ist es meistens Sonntag. Manchmal auch Samstag. Unter der Woche fahre ich selten. Wenn man bedenkt, dass ich ca. 15 Jahre lang überhaupt nicht gefahren hin, ist das aber trotzdem eine riesige Steigerung.

Zur Sonntags- bzw. Wochenendfahrerin bin ich hier aus verschiedenen Gründen geworden. Hauptgrund: Wir sind hier in einem Land ohne öffentlichen Nahverkehr gelandet. Und das schmerzt, ich war immer ein großer Fan von Bus und Bahn. Zwar gibt es Minibusse, die an festen Plätzen (meist in der Nähe von Einkaufszentren) in festgelegte Richtungen abfahren, sobald sie voll sind, diese sind aber oft überfüllt, folgen keinem Fahrplan und werden fast nur von Einheimischen benutzt - kurz: Meine Lust, da einzusteigen, hält sich in Grenzen. "Deluxe Cabs", die Taxen unseres Vertrauens, sind zwar günstig, aber umständlich: Meist rufe ich in der Zentrale an, die nach meiner Adresse und Mobilnummer fragt und standardmäßig ein Taxi in 20 Minuten verspricht. Nach fünf bis 20 Minuten meldet sich dann ein mal mehr, mal weniger verständlich Englisch sprechender Taxifahrer und will nochmal wissen, wo ich denn überhaupt bin. Da Straßennamen hier zwar existent, aber irgendwie trotzdem komplett egal sind, beschreibe ich ihm dann den Weg und dann hängt es von seinen Orts- und Englischkenntnissen ab, wann und wie er mich findet. Ich hatte schon blitzschnelle Taxifahrer und lustige Unterhaltungen, aber manchmal nervt das Ganze auch nur.
Egal ob Einkaufen, Ausflüge oder Reisen: In Botswana macht man (als Weißer) alles mit dem eigenen Auto. Und so hatte Philip ja auch schon vor meiner Ankunft ein Auto für uns gekauft, mit dem er täglich zur Arbeit fährt. Und ich habe langsam angefangen, mich hinters Steuer zu setzen - zuerst im Gaborone Game Reserve, wo man bei 20-30 km/h rumkurvt, in zwei Stunden maximal drei andere Autos sieht und die Tiere dankenswerterweise so groß sind, dass man sie nicht aus Versehen über den Haufen fährt. Als nächstes habe ich Landstraße geübt - im Tuli-Block, wo man eh das Gefühl hat, am Ende der Welt zu sein und zwischen Nata und Gweta, wo es 100 km ohne Ampel, Stoppschilder o.ä. geradeaus geht. Das klappte alles ganz gut. Auf die Straßen in Gaborone fühlte ich mich dennoch nicht so recht vorbereitet, denn hier ist man dem ausgeliefert, was auf vielen anderen Straßen dieses Landes eher sporadisch vorkommt: Verkehr!

Dann ergab sich die Möglichkeit, ein zweites Auto zu kaufen. Nach Philips Erfahrungen mit hiesigen Gebrauchtwagenhändlern hatten wir beschlossen, zuzuschlagen, wenn uns mal eins aus vertrauenswürdigerer Quelle angeboten wird. Philips Chef ist im September mit seiner Familie zurück nach Deutschland gegangen und hatte rumgemailt, dass er den Zweitwagen gerne verkaufen würde: einen 13 Jahre alten VW Golf. Wir bekundeten Interesse, guckten uns das Auto an, machten eine Probefahrt, schlugen zu - alles innerhalb von vier Tagen, und das war gut, wir waren nämlich nicht die einzigen Interessenten. Und dann waren wir plötzlich Besitzer von zwei Autos. Und es war klar, dass das eigentlich nur Sinn macht, wenn ich eins davon fahre.

Ich habe den Golf eigentlich auch schnell lieb gewonnen. Er ist ja ein ganzes Stück kleiner und ich komme daher besser mit ihm klar als mit dem großen Schluckspecht. Und so fuhr ich mal probeweise zum Einkaufen. Und nach Mokolodi. Und irgendwann dann auch zum Fitnessstudio ans andere Ende der Stadt. Und bei unserer Suche nach Möbelgeschäften saß ich auch mal am Steuer. Allerdings fahre ich im Moment nur, wenn Philip als moralische Unterstützung dabei ist und das ist der Hauptgrund, dass ich eine Samstags- und Sonntagsfahrerin bin. Aber auch dann fahre ich nicht immer. Ich meide Dunkelheit, Gewitter, unbekannte Strecken und Rush Hours. Und manchmal habe ich auch schlichtweg keine Lust und lasse mich dann nicht immer überreden. Ich mag die vielen zweispurigen Kreisverkehre hier nicht und die Kreuzungen, bei denen die Autos in der Reihenfolge Vorfahrt haben, in der sie an der Kreuzung angekommen sind, sind mir einfach nur suspekt. Aber hey: Ich fahre.


Anmerkung zum Foto: Philip hat mich dazu genötigt. Und ja, ich sitze auf dem Fahrersitz - der ist in Botswana halt auf der rechten Seite. Linksverkehr!

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Wir sind 100!

Wir sind 100! Und nehmen Glückwünsche entgegen. :-)
Nein, ganz so alt sind wir beide dann doch noch nicht, weder einzeln noch zusammengezählt. Aber dieser Blog hat nun schon 100 Einträge. Darauf sind wir doch ein wenig stolz. Uns macht es Spaß, gelegentlich aus unserem Alltag zu erzählen - und wir freuen uns sehr darüber, dass Ihr mitlest, gelegentlich auf dem Blog vorbeischaut - und besonders freuen wir uns über Eure gelegentlichen Rückmeldungen zu unseren Einträgen. Über 4000 Mal wurde die Website bereits aufgerufen, und mehr als 20 von Euch bekommen die Blogeinträge per email zugeschickt (wer letzteres auch will und sich noch nicht eingetragen hat: Auf der Website (dafür nicht mit Mobilgeräten anschauen) oben rechts gibt es ein Feld, wo Ihr Eure email-Adresse eintragen könnt, dann bekommt Ihr eine email zugeschickt, in der Ihr bestätigen müsst, dass Ihr unsere Blogeinträge wirklich erhalten wollt - und dann sollte es klappen; bei Problemen sagt einfach Bescheid).
In diesem Sinne: Bis zum nächsten Blogeintrag! 

Dienstag, 25. Oktober 2016

Angegrillt!

Vor vielen Jahren war ich mal bei Verwandten zu Gast, als im Frühjahr offiziell "angegrillt" wurde, sie den Grill also zum ersten Mal in diesem Jahr anschmissen. Da meine Eltern überzeugte Nicht-Griller sind, war mir die Tradition des "Angrillens" und "Abgrillens" neu, sie hat mich aber offensichtlich so beeindruckt, dass ich sie nicht vergessen habe. Am Sonntag haben nun Philip und ich zum ersten Mal angegrillt - mit unserem letzte Woche neuerworbenen Grill! Wir hatten uns schon länger nach einem umgeschaut - bei einem großen Garten mit eigener "Braai-area" (Grillplatz) muss man die Möglichkeiten ja ausnutzen.
Philip hatte den Grill zum Glück schon einen Tag vorher zusammengebaut - sein Bausatz hätte IKEA alle Ehre gemacht und wir wären vermutlich verhungert, wenn wir das Ding am Tag seines Gebrauchs zusammenschrauben hätten wollen. Aber nun stand er, und bevor wir mit Gästen grillen, wollten wir doch einen Probelauf zu zweit machen. Trotz der starken Gewitter der letzten Tage ist hier tagsüber immer großartiges Wetter. Vermutlich bieten sich in Botswana generell 10 von 12 Monaten bestens zum Grillen an - sofern man Lust hat, bei gleißender Sonne und 40 Grad ein Grillfeucherchen zu entfachen ... Aber momentan ist es meist noch nicht ganz so heiß.

Ein weiterer Grund, wieso Botswana ein prima Land zum Grillen ist: Hier gibt es fantastisches Rindfleisch preiswert zu kaufen - es ist für das Land auch ein wichtiges Exportgut. Und sehr lecker. Wir haben daher etwas dekadent neben Gemüse und Schweinefleischspießen Rinderfilet gegrillt, was dann extremst gut geschmeckt hat. Hoch im Kurs steht bei den Einheimischen außerdem die "Boerewors" (Afrikaans für "Bauernwurst"), die man unter anderem als Wurstschnecke kaufen kann, aber nach einer unschönen Hotdog-Erfahrung habe ich mich da noch nicht rangetraut - und mal ehrlich, wenn man die Wahl zwischen Rinderfilet und einer Wurstschnecke hat ...
Unsere Grill-Inbetriebnahme war auf jeden Fall ein voller Erfolg. Da kann man nur noch sagen: Kommt doch mal in Botswana vorbei - bei uns ist angegrillt!


Sonntag, 23. Oktober 2016

Summer of '79

1979 - mein Geburtsjahr! - da schaut man doch gleich mal hin. Vor ein paar Wochen wurden wir auf eine Veranstaltung aufmerksam mit dem Titel "Summer of '79". War sie als Musical oder doch als Konzert angekündigt? Egal, Kulturprogramm, und das in Gaborone, das mussten wir ausnutzen und sicherten uns die gefühlt eher teuren Eintrittskarten.
Open Air sollte die Veranstaltung sein, an zwei Wochenenden jeweils freitags und samstags wiederholt werden. Wir buchten Karten für den ersten Samstag. Ich hatte schon gehört, dass Kolleginnen am Freitag hingehen wollten. Als Walli gerade ihren jüngsten Blogeintrag veröffentlichte, und diesen mit den Worten beendete "Während ich diesen Blogbeitrag fertigstelle, ist bereits das nächste Gewitter heraufgezogen", war es eben jenes Gewitter, das heftig niederging und diese Veranstaltung zum Abbruch zwang. Als wir mit dem Auto samstags zum Veranstaltungsort fuhren, setzte das fünfte Gewitter am fünften Tag hintereinander pünktlich mit unserer Ankunft auf dem Parkplatz ein, begleitet von Hagel. Nach wenigen Minuten des Ausharrens im Auto ließen Hagel und Regen etwas nach und wir liefen die restlichen Meter zum Veranstaltungsort. Die Veranstalter hatten glücklicherweise umdisponiert und die Veranstaltung fand nun nicht mehr open air, sondern in einem größeren Zelt statt. Da es auch später noch geregnet und gewittert hat, war dies sicher eine gute Entscheidung - andererseits hatte dieses Zelt in etwa "den Charme einer Mehrzweckhalle" (laut Walli), was der Atmosphäre nicht wirklich zuträglich war.
Im Zelt bekamen wir dann vier Stunden lang live Musik mit Songs aus dem Jahr 1979 - das war toll. Einen Großteil der Songs kannte ich, es sind bekannte Partysongs - von keinem war mir allerdings bewusst, dass sie aus dem Jahr 1979 stammten. Da war mein Geburtsjahr wohl doch ein musikalisch produktives!
Ein wenig laut war es, teils hätten die Mikrofone besser eingestellt gewesen sein können, aber die Band war super; nur ein David-Bowie-Verschnitt wäre noch besser angekommen, wenn er nicht nur seine Tanz-Choreografie geübt hätte, sondern auch seinen Gesang einstudiert hätte... Die Töne zu treffen ist offenbar doch eine Kunst.
Sonderlich voll war das Zelt nicht - ob wohl manche Gäste durch das neuerliche Gewitter abgeschreckt waren? Wir hatten jedenfalls einen vergnüglichen Abend.
Hier noch ein kleiner Eindruck: