Sonntag, 14. Februar 2016

Wofür das ganze eigentlich?

Was werde ich eigentlich da machen, im fernen Botswana? Eine gute Frage...
Das Projekt, das ich leiten werde, nennt sich "Stärkung der regionalen wirtschaftlichen Integration in der SADC-Region". Ich versuche das mal ganz langsam auf Deutsch zu übersetzen:
Hauptpartner des Projekts ist nicht die Regierung Botswanas (wie sonst bei bilateralen Projekten üblich), sondern in diesem Fall die "Southern African Development Community (SADC)". Die "Südafrikanische Entwicklungsgemeinschaft" ist eine regionale Organisation zur wirtschaftlichen und politischen Integration im südlichen Afrika, die 1980 gegründet wurde. Ihr gehören 15 Staaten mit insgesamt rund 300 Millionen Einwohnern an - und ihr Sekretariat ist in Gaborone.
Mein Programm berät also das SADC-Sekretariat zu Fragen der regionalen wirtschaftlichen Integration. Dafür wird das SADC-Sekretariat hauptsächlich mit Fachexpertise (Langzeit- und Kurzzeitexperten) unterstützt, die Umsetzung bestehender Protokolle (Vereinbarungen) im Bereich des Handels mit Dienstleistungen und Finanzen zu überprüfen; d.h. Mitarbeiter des Sekretariats schauen, welche Vereinbarungen in welchem Land bisher wieweit umgesetzt wurden und welche Empfehlungen sie geben können für eine weitere Umsetzung. Außerdem werden das SADC-Sekretariat und die Mitgliedsstaaten durch Fachexpertise dabei unterstützt, neue Protokolle zum Handel mit Dienstleistungen zu verhandeln; dazu könnte z.B. gehören, dass ein Handwerker, der in seinem Heimatland A tätig sein kann auch in Nachbarland B seine Dienstleistung anbieten darf. Schließlich sollen in ausgewählten grenzüberschreitenden Wertschöpfungsketten (Lieferketten) Hemmnisse für weiteres Handelswachstum identifiziert und beseitigt werden.
Klingt alles etwas theoretisch? Stimmt. Noch bin ich nicht vor Ort und nicht eingearbeitet. Aber so richtig praktisch, Brunnen-bauend, wird es auch nicht werden - es bleibt ein Projekt der Politikberatung. Die Idee des Projekts ist es, durch den Abbau von Handelsschranken zu Wirtschaftswachstum und somit Armutsreduzierung beizutragen. Das ist jedoch eine lange "Wirkungskette", wie wir in der Entwicklungszusammenarbeit sagen, und lässt sich aufgrund einer Vielzahl anderer Einflüsse nur schwer messen. Mit den eigentlichen "Zielgruppen" werde ich jedenfalls kaum in Kontakt kommen.

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