Montag, 3. Juli 2017

Mein Lieblingsflughafen

Ich glaube, mein Lieblingsflughafen ist der Sir Seretse Khama International Airport von Gaborone. Philip sagt immer, dass das auch mal sein Lieblingsflughafen war - bevor der Parkplatz vor ungefähr einem Dreivierteljahr gebührenpflichtig wurde, seitdem mag er ihn nicht mehr. Zugegebenermaßen waren immer Parkplätze frei und sie werden auch nach wie vor nicht außergewöhnlich bewacht - die Erhebung von Gebühren dient also nur der Geldmacherei. Ich mag unseren Flughafen hier aber trotzdem sehr gerne.


Flughäfen sind ja meist hektisch, wuselig und unübersichtlich - das alles kann man vom Sir Seretse Khama International Airport nicht behaupten. Es gibt einen großen Parkplatz, eine Drop off-Zone und genau zwei Ein- und Ausgänge ins Gebäude, die keine 50 Meter auseinanderliegen. Man kann sich also nicht verpassen. Ungefähr in der Mitte der Flughafenhalle steht eine Elefantenskulptur, das einzige Kunstwerk dort. Es ist nicht zu übersehen und dadurch wunderbar als Treffpunkt geeignet - andererseits: Wer verabredet in so einem kleinen Flughafen schon einen Treffpunkt?


Neben einem Souvenirladen und einem Bibelshop gibt es genau ein Café, das aber immerhin auch schon um 5:30 Uhr aufmacht, wenn da bereits Fluggäste zu erwarten sind.


Das Café ist dann auch schon am Ende des Gebäudes, durch die große Glasfassade hat man den besten Blick aufs Rollfeld und kann schon einmal schauen, ob die eigene Maschine bereits da ist. (Und ja, das erkennt man ziemlich schnell. Es ist hier schon sehr ungewöhnlich, mal zwei oder drei Flugzeuge gleichzeitig auf dem Rollfeld stehen zu sehen.)


Ich bin oft am Flughafen. Manchmal fliege ich selbst, manchmal bringe ich Philip hin oder hole ihn ab und gelegentlich shuttle ich unseren Besuch oder hiesige Freundinnen (wenn Philip umgekehrt mal mich vom Flughafen abholt, gibt's natürlich gleich ein Erdbeben ...). Tatsächlich vergeht eigentlich kein Monat, an dem ich nicht mehrmals am Flughafen bin. Außerhalb der Rush Hour ist er von unserem Haus aus in einer guten halben Stunde zu erreichen und so eine Flughafenfahrt lässt sich - so lange man nicht selbst fliegt - auch immer sehr gut mit einem Besuch unseres Fitnessstudios verbinden, das bereits an der "Airport Junction Mall" liegt.

Vor drei Wochen ist meine Freundin Ruth nach Deutschland geflogen. Wir haben schon die Tradition, uns gegenseitig zum Flieger zu bringen und davor noch gemeinsam im Café Mugg & Bean im Flughafen eine Kleinigkeit zu essen. Diesmal trafen wir wie erwartet auch noch eine Botschaftsmitarbeiterin mit ihrer Familie, die Botswana mit dem gleichen Flieger verlassen sollte und von anderen Kollegen zum Flughafen gebracht worden war. Auch als ich vor zwei Wochen nach Deutschland geflogen bin, habe ich eine Bekannte getroffen - sie flog ebenfalls nach Frankfurt, allerdings via Addis Abeba, während ich in Johannesburg umgestiegen bin. Wir sahen mein Flugzeug anrollen und eine halbe Stunde vor dem Abflug habe ich mich dann auf den Weg zur Sicherheitskontrolle gemacht - der ist nämlich recht kurz und auch an der Passkontrolle kann man von Schlangen kaum sprechen. So einen entspannten Flughafen muss man erstmal finden! Als Philip letzte Woche im Café auf seinen Flieger wartete, hat er zwar niemanden getroffen, konnte dafür aber beobachten, wie der simbabwische Präsident Robert Mugabe in seine Maschine stieg (er hatte davor die Beerdigung des früheren botswanischen Präsidenten Sir Ketumile Masire besucht). Staatsgäste beim Abflug zu beobachten, während man selbst noch im Flughafencafé sitzt - zum Beispiel am Frankfurter Flughafen ist das schwer vorstellbar ...

Auch eine hektische Suche nach dem richtigen Gate ist in Gaborone nicht zu befürchten, es gibt genau zwei Wartesäle: Einen für Inlands- und einen für Auslandsflüge. Es ist quasi unmöglich, sich zu verlaufen. Die Duty Free-Möglichkeiten sind allerdings ziemlich überschaubar und seine Reiselektüre sollte man auch besser woanders besorgen (sonst bleibt nur besagter Bibelshop). Andererseits kann man so knapp zum Flieger kommen, dass eh keine Zeit mehr fürs Shoppen bleibt ... ich mag unseren kleinen Flughafen!

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